21bitcoin erweitert App um Bitcoin-Einzahlungen und Verkaufsfunktion

Raphael Lulay

20.04.2026, 11:04 Uhr

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Die österreichische Bitcoin-only-Plattform 21bitcoin hat ihre Krypto App um eine wesentliche Funktion erweitert: Nutzer können ab sofort Bitcoin von externen Börsen oder Wallets direkt in die App einzahlen und dort verwahren oder verkaufen. Das gab der Salzburger Anbieter, der von der FIOR Digital GmbH betrieben wird, am 20. April 2026 in einem Blogbeitrag bekannt.

Bislang war 21bitcoin primär als Kaufplattform positioniert. Mit dem neuen Feature rückt das Unternehmen näher an die eigene Vision einer umfassenden Bitcoin-Plattform, auf der Kauf, Verkauf, Einzahlung, Verwahrung und Versand in einer Anwendung gebündelt sind. Jeder Kunde erhält laut Anbieter eine individuelle Bitcoin-Einzahlungsadresse innerhalb der App. Diese Adresse kann anschließend als Empfängeradresse bei anderen Börsen wie Bitpanda, Coinbase oder Kraken sowie bei Hardware-Wallets wie Ledger, Trezor oder BitBox hinterlegt werden. Nach Blockchain-Bestätigung erfolgt die Gutschrift nach Unternehmensangaben in der Regel innerhalb weniger Minuten bis zu einer Stunde.

Die Mindesteinzahlung liegt bei 0,00015 BTC nach Netzwerkgebühren. Kleinere Beträge werden laut 21bitcoin nicht gutgeschrieben. Nach erfolgter Einzahlung können Nutzer ihre Bitcoin entweder weiter verwahren oder direkt in der App gegen Euro verkaufen und anschließend per SEPA auszahlen lassen.

Hintergrund: MiCAR-Lizenz und Verwahrung

Das Unternehmen aus Salzburg hatte Ende November 2025 als erstes reines Bitcoin-Unternehmen in Österreich die MiCAR-Lizenz als Crypto Asset Service Provider (CASP) von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) erhalten. Mit der europäischen MiCAR-Verordnung (EU 2023/1114) kann 21bitcoin seine Dienstleistungen im gesamten EWR-Raum anbieten. Nach eigenen Angaben zählt die Plattform mehr als 100.000 Kunden und weist ein jährliches Handelsvolumen im Bereich von rund 500 Millionen Euro aus. Euro-Guthaben der Nutzer werden bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte geführt, die seit 2023 auch strategische Investorin des Unternehmens ist.

Bei der Bitcoin-Verwahrung setzt 21bitcoin auf ein zweigleisiges Modell. Im Custodial-Modus werden die Bestände nach Unternehmensangaben im Cold-Storage über den Verwahrungspartner BitGo gesichert und durch eine Versicherungspolice in Höhe von 250 Millionen US-Dollar abgedeckt. Alternativ können Nutzer über die bereits länger verfügbare Auto-Wallet-Transfer-Funktion ihre Bestände automatisiert an eine eigene Wallet senden. 21bitcoin nennt für diesen Transfer Netzwerkgebühren von rund 1.000 Sats pro Transaktion.

Einordnung

Mit der Einzahlungsfunktion schließt 21bitcoin eine zentrale Lücke im eigenen Angebot. Bislang mussten Nutzer, die Bestände von anderen Börsen oder aus der Selbstverwahrung zu 21bitcoin bewegen wollten, den Umweg über den Verkauf und eine neue Einzahlung in Euro gehen. Die neue Funktion ermöglicht direkte BTC-Transfers auf die Plattform – relevant für Nutzer, die Bestände konsolidieren oder von unregulierten Anbietern zu einem MiCAR-lizenzierten Dienstleister migrieren möchten. Nicht unterstützt werden weiterhin andere Kryptowährungen: 21bitcoin bleibt eine Bitcoin-only-Plattform, andere Coins werden bei Einzahlungen nicht akzeptiert.

Für 2026 hatte das Unternehmen bereits weitere Produkte in Aussicht gestellt, darunter Bitcoin-besicherte Kredite in Kooperation mit der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte sowie eine Whitelabel-Lösung für Banken und Finanzdienstleister.