Bitcoin fällt auf 67.000 Dollar – Wale verkauften nach Rallye zwei Drittel ihrer neu gekauften Bestände

Raphael Lulay

08.03.2026, 08:04 Uhr

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Große Bitcoin-Wallets haben laut On-Chain-Daten von Santiment den Kursrückgang Ende Februar genutzt, um massiv zuzukaufen. Nach der Erholung auf 74.000 Dollar verkauften dieselben Adressen rund zwei Drittel der neu akkumulierten Bestände, wie Coindesk berichtete – der Kurs liegt am Sonntagmorgen wieder bei 67.130 Dollar.

Der Kryptomarkt ringt weiterhin um eine klare Richtung. Nachdem Bitcoin Ende Februar stark unter Druck geraten war, nutzten große Marktteilnehmer den Rücksetzer für gezielte Käufe. Doch kaum setzte eine Erholung ein, drehten dieselben Akteure wieder auf die Verkäuferseite.

Am Sonntagmorgen, 8. März 2025, notierte Bitcoin um 7:20 Uhr MEZ bei 67.130 US-Dollar. Auf Sicht von 24 Stunden und auch im Wochenvergleich steht damit ein leichtes Minus zu Buche. Ethereum lag zur gleichen Zeit bei etwa 1.947 US-Dollar, ebenfalls moderat schwächer. Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes sank laut CoinGecko innerhalb von 24 Stunden um rund 0,9 Prozent.

On-Chain-Daten zeigen, dass sich hinter den jüngsten Kursbewegungen ein auffälliges Muster verbirgt.

Große Wallets kaufen im Rücksetzer

Daten der Analyseplattform Santiment zufolge haben sogenannte Wale – Wallets mit Beständen zwischen 10 und 10.000 Bitcoin – zwischen dem 23. Februar und dem 3. März deutlich zugekauft. In diesem Zeitraum bewegte sich der Bitcoin-Kurs zwischen rund 62.900 und 69.600 Dollar.

Die Kaufphase fiel mit der stärksten Verkaufswelle infolge geopolitischer Spannungen zusammen. Während viele Marktteilnehmer Positionen abbauten, nutzten große Investoren die niedrigeren Kurse für den Einstieg oder Ausbau bestehender Bestände.

Diese Akkumulation trug dazu bei, dass Bitcoin sich relativ schnell stabilisieren konnte. In den folgenden Tagen setzte eine deutliche Gegenbewegung ein, die den Kurs zeitweise bis auf rund 74.000 Dollar führte.

Gewinnmitnahmen nach Kurssprung

Mit dem Erreichen dieser Marke änderte sich das Verhalten der großen Wallets. Laut Santiment begannen genau jene Adressen, die zuvor während des Rückgangs gekauft hatten, einen Großteil ihrer Bestände wieder abzubauen. Insgesamt verkauften diese Wallets seit dem Hoch rund zwei Drittel der während des Rücksetzers neu akkumulierten Bitcoin.

Die Verkäufe trafen auf einen Markt, der ohnehin mit erheblichem Angebot konfrontiert ist. Viele Anleger, die ihre Bestände in den vergangenen Wochen zu höheren Kursen erworben hatten, nutzten die Erholung, um zumindest ohne Verlust auszusteigen.

43 Prozent aller Bitcoin im Verlust

Daten des Analysehauses Glassnode unterstreichen diese Situation: Derzeit befindet sich rund 43 Prozent der gesamten Bitcoin-Umlaufmenge im Verlust. Steigt der Kurs in einem solchen Umfeld, trifft er häufig auf Verkaufsdruck von Anlegern, die ihre Positionen nahe ihrem Einstiegspreis schließen möchten. Genau dieses Verhalten zeigte sich beim jüngsten Anstieg auf 74.000 Dollar. Dort traf die Nachfrage sowohl auf Gewinnmitnahmen der Wale als auch auf Verkäufe von Investoren, die zuvor über längere Zeit im Minus lagen. Das Resultat war ein abrupter Stopp der Rally.

Retail-Investoren kaufen den Rücksetzer

Parallel dazu zeigt sich ein klassisches Muster im Verhalten kleiner Marktteilnehmer. Wallets mit sehr kleinen Bitcoin-Beständen – weniger als 0,01 BTC – haben ihre Positionen zuletzt weiter ausgebaut. Diese Gruppe kaufte verstärkt, nachdem Bitcoin wieder unter 70.000 Dollar gefallen war.

Historisch wird ein solches Verhalten von On-Chain-Analysten oft als Warnsignal gewertet: Wenn große Investoren verkaufen, während Kleinanleger verstärkt einsteigen, verschiebt sich das Kräfteverhältnis häufig zugunsten weiterer kurzfristiger Schwäche.

Fear & Greed Index fällt auf 12 – „Extreme Angst“

Der Crypto Fear and Greed Index notiert am Sonntag bei 12 und damit tief im Bereich „extreme Angst“. Solche Werte wurden zuletzt während der starken Korrektur im Oktober erreicht. Niedrige Stimmungswerte können langfristig als Kontraindikator wirken, kurzfristig spiegeln sie jedoch eine Phase erhöhter Unsicherheit wider.

Hohe Volatilität, kaum Nettokursgewinn

Trotz der starken Kursbewegungen der vergangenen Wochen hat sich unter dem Strich wenig verändert. Anfang Februar notierte Bitcoin noch nahe 60.000 Dollar, Anfang März erreichte der Kurs zwischenzeitlich rund 74.000 Dollar. Aktuell bewegt sich Bitcoin wieder im Bereich um 67.000 Dollar – auf dem Niveau von vor drei Wochen.

Die hohe Volatilität bei gleichzeitig begrenztem Nettokursgewinn deutet auf ein Marktumfeld hin, in dem jede Erholung schnell auf Verkaufsdruck trifft, während Rücksetzer regelmäßig von Käufen begleitet werden.

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