Morgan Stanley beendet mit Bitcoin-ETF erfolgreich ersten Handelstag – Analyst: „Top 1 % aller ETF-Launches“

Raphael Lulay

09.04.2026, 21:22 Uhr

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Morgan Stanley hat am 8. April 2026 den Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) an der NYSE Arca gestartet. Die Bank ist damit die erste große US-Geschäftsbank, die einen Spot-Bitcoin-ETF unter eigenem Namen emittiert. Der erste Handelstag verlief stärker als erwartet – und das trotz eines schwierigen Marktumfelds.

34 Millionen Dollar am ersten Tag

MSBT verzeichnete am Starttag rund 34 Millionen Dollar Handelsvolumen bei über 1,6 Millionen gehandelten Anteilen. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas hatte zunächst 30 Millionen Dollar als Zielmarke ausgegeben. Noch vor Börsenschluss schrieb Balchunas auf X von einem „Top 1 % aller ETF-Launches“. Für das erste Jahr prognostiziert er ein verwaltetes Vermögen von bis zu 5 Milliarden Dollar.

Der günstigste Bitcoin-ETF am Markt

Der entscheidende Hebel ist der Preis. MSBT hat eine jährliche Kostenquote von 0,14 Prozent – damit ist der Fonds günstiger als alle bestehenden Konkurrenten: Grayscale Bitcoin Mini Trust (0,15 %), Bitwise (0,20 %) sowie BlackRocks IBIT und Fidelitys FBTC (jeweils 0,25 %).

Verwahrung bei Coinbase und BNY Mellon

Das Bitcoin im Fonds wird von Coinbase Custody Trust Company und BNY Mellon verwahrt. Coinbase erhielt am 2. April eine bedingte OCC-Zulassung für eine nationale Trust-Bank-Lizenz. Morgan Stanley verfolgt parallel eine eigene OCC-Lizenz über eine geplante Einheit namens Morgan Stanley Digital Trust National Association.

Vertrieb über 16.000 Finanzberater – das eigentliche Alleinstellungsmerkmal

Die eigentliche Stärke von MSBT liegt nicht im Produkt selbst, sondern in der Vertriebsinfrastruktur. Morgan Stanleys Wealth-Management-Arm mit rund 16.000 Beratern hat Klienten bereits eine Krypto-Allokation von 2 bis 4 Prozent des Portfolios empfohlen. Konkurrenten wie BlackRock oder Fidelity haben kein vergleichbares hauseigenes Beraternetzwerk.

Strategy-CEO Phong Le spekulierte, dass selbst 2-Prozent-Allokationen aus der Morgan-Stanley-Plattform langfristig Zuflüsse in Höhe von zig bis hundert Milliarden Dollar bedeuten könnten. Ob diese Bitcoin Prognose aufgeht, hierüber wird aktuell kontrovers diskutiert.

Schlechtes Gesamtbild am Starttag trotzdem

Der Kontext dämpft die Euphorie. Während MSBT rund 30,6 Millionen Dollar an Zuflüssen verzeichnete und nur BlackRocks IBIT mit 40 Millionen Dollar mehr anzog, verloren Fidelitys FBTC und ARK 21Shares je rund 79 bzw. 75 Millionen Dollar. Inklusive Grayscale-Abflüssen ergaben sich am 8. April netto 124,5 Millionen Dollar Abflüsse aus dem Gesamt-Segment.

Bitcoin selbst legte am Handelstag um mehr als 7,5 Prozent zu – von einem Tief bei rund 67.700 Dollar auf ein Hoch von knapp 72.800 Dollar. Laut The Block war der Kurssprung auch durch einen US-Iran-Waffenstillstand begünstigt, in dessen Folge Berichte auftauchten, wonach der Iran Transitgebühren für Öltanker in Bitcoin erhob.

Morgan Stanley baut gesamtes Krypto-Ökosystem aus

MSBT ist kein Einzelprodukt. Im Januar 2026 reichte Morgan Stanley zusätzliche S-1-Registrierungen für einen Ethereum- und einen Solana-Trust ein. Über E*Trade plant die Bank zudem, im ersten Halbjahr 2026 direkten Spot-Handel mit Bitcoin, Ether und Solana für Retailkunden zu ermöglichen.

Einordnung: Wall Street schließt die Bitcoin-Lücke

Mit MSBT vollzieht eine der größten US-Banken den Schritt, den BlackRock, Fidelity und Invesco als reine Asset Manager 2024 vorgemacht haben. Der entscheidende Unterschied: Morgan Stanley bringt ein eigenes Vertriebs- und Beraternetzwerk mit, das Mitbewerber nicht replizieren können. Ob das reicht, BlackRocks Marktführerschaft anzugreifen, bleibt offen – IBIT hat einen Vorsprung von rund 53 bis 55 Milliarden Dollar AUM. Der Launch sendet dennoch ein klares Signal: Bitcoin-ETFs sind für traditionelle Großbanken kein Nischenprodukt mehr.

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