Solana verliert DEX-Vorsprung: Volumen-Verhältnis zu Ethereum auf Jahrestief

Alex Merten

14.05.2026, 08:14 Uhr

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Solana notiert am Donnerstagmorgen bei 91,25 US-Dollar und versucht damit, sich nach einem schwachen Vortag zu stabilisieren. Auf Stundensicht liegt das Plus bei 0,9 Prozent. Die fundamentale Datenlage bleibt allerdings angespannt: Das monatliche DEX-Volumen der Yakovenko-Chain ist im Verhältnis zu Ethereum auf den niedrigsten Stand seit zwölf Monaten gefallen. Aktuell verarbeitet Solana rund 94 Prozent des Ethereum-DEX-Volumens. Im Januar 2026 lag der Wert noch bei 218 Prozent. Beide Netzwerke kommen laut DeFiLlama derzeit auf etwa 45 Milliarden US-Dollar Monatsvolumen.

Der Einbruch ist Teil einer breiteren Abwärtsbewegung. Bereits im Februar 2026 war Solanas wöchentliches DEX-Volumen innerhalb von drei Wochen von 118,2 auf 44,5 Milliarden US-Dollar eingebrochen – ein Minus von 62 Prozent. Pump.fun verlor rund die Hälfte seines Volumens, Meteora 83 Prozent. Die Tagesumsätze fielen am 9. Februar zeitweise auf 112 Millionen US-Dollar – ein Niveau, das zuletzt zu Beginn des Bullenmarkts 2024 gesehen wurde.

Der Kurseinfluss ist messbar. Von 116 US-Dollar im Februar ging es zeitweise unter 85 US-Dollar, aktuell pendelt SOL um die 91-Dollar-Marke. Die täglichen aktiven Adressen sind laut Glassnode von über 9 Millionen auf 3,3 Millionen gefallen – ein 12-Monats-Tief, das spiegelbildlich zur abkühlenden Memecoin-Spekulation verläuft. Die Netzwerkeinnahmen brachen Anfang März auf 314.700 US-Dollar pro Tag ein, ein Minus von 79 Prozent.

Momentum schwächt sich ab

Auch die institutionelle Seite verliert an Schub. Die monatlichen Zuflüsse in Solana-Spot-ETFs sind sechs Monate in Folge rückläufig: von 419 Millionen US-Dollar im November 2025 über 148 (Dezember), 105 (Januar), 63 (Februar), 45 (März) bis zu rund 40 Millionen US-Dollar im April. April war damit der schwächste Monat seit Produktstart im Oktober 2025.

Strukturell bleibt Ethereum ruhiger. Höherer TVL, stärkere institutionelle Basis und ein größerer Anteil an klassischem DeFi- und Stablecoin-Handel machen das Volumen weniger anfällig für Retail-Stimmungswechsel. Solana ist umgekehrt stärker an spekulative Zyklen gekoppelt – das wirkt im Bull Market als Hebel und im Abkühl-Modus als Bremse.

Im Hintergrund laufen technische Updates weiter. Das Alpenglow-Upgrade soll die Finalität von rund 12,8 Sekunden auf etwa 150 Millisekunden senken. Der ursprünglich für H1 2026 anvisierte Mainnet-Termin wurde inzwischen auf Ende 2026 verschoben. Das nimmt einen kurzfristigen Kurskatalysator vom Tisch, ändert die langfristige Positionierung aber nicht.

Entscheidend wird in den kommenden Wochen zweierlei: Stabilisiert sich Solanas DEX-Volumen auf dem aktuellen Niveau und kommen die ETF-Zuflüsse über die April-Marke, ist eine Bodenbildung möglich. Bricht die Bitcoin-Dominanz zudem nach unten, dürfte Solana wegen seiner Retail-Basis zu den ersten Profiteuren einer Risk-on-Rotation zählen. Bis dahin bleibt die Datenlage zweischneidig: technisch schwach, fundamental aber nicht im freien Fall.