SpaceX IPO: Roadshow startet Anfang Juni – Retail-Investoren bekommen historisch große Zuteilung

Raphael Lulay

07.04.2026, 11:48 Uhr

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SpaceX hat seinen Banken am Montagabend erstmals konkrete Details zum geplanten Börsengang mitgeteilt. Das geht aus Informationen hervor, die Reuters und Bloomberg heute vorliegen.

CFO Bret Johnsen sprach in einem virtuellen Meeting mit den 21 beteiligten Banken. Kernbotschaft: Privatanleger sollen beim SpaceX-IPO eine größere Rolle spielen als bei jedem Börsengang zuvor in der Geschichte.

Roadshow beginnt Woche vom 8. Juni

Die Roadshow ist für die Woche ab dem 8. Juni geplant. Einen Tag vorher – also am 7. Juni – treffen sich rund 125 Finanzanalysten der 21 Banken mit dem Unternehmen. Am 11. Juni folgt ein Investoren-Event, zu dem SpaceX 1.500 Privatanleger einlädt. Retail-Investoren aus den USA, der EU, Großbritannien, Australien, Kanada, Japan und Südkorea sollen an der Emission teilnehmen können.

Das IPO-Prospekt soll Ende Mai veröffentlicht werden.

Bewertung steigt weiter – jetzt bis zu 2 Billionen Dollar

Bloomberg berichtet heute, dass die angestrebte Bewertung inzwischen auf über 2 Billionen US-Dollar gestiegen ist. Noch vor zwei Wochen war von 1,75 Billionen Dollar die Rede. Nach der Fusion mit Elon Musks KI-Startup xAI im Februar war der kombinierte Konzern zunächst mit 1,25 Billionen Dollar bewertet worden.

SpaceX will bis zu 75 Milliarden Dollar einsammeln. Das wäre mehr als dreimal so viel wie der bislang größte US-Börsengang – Alibabas 22-Milliarden-Listing aus dem Jahr 2014.

Bewertung: 130-faches des Umsatzes

SpaceX erzielte 2025 nach Reuters-Angaben zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar Umsatz. Das EBITDA lag bei rund 8 Milliarden Dollar. Bei einer Bewertung von 2 Billionen Dollar ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 130 – höher als jedes Unternehmen im S&P 500. Zum Vergleich: Palantir, bekannt für seine hohe Bewertung, kommt auf ein KUV von 79.

Knapp 80 bis 85 Prozent des Umsatzes soll laut Analysten künftig auf Starlink entfallen, das Satelliteninternet-Geschäft des Konzerns. Allein Starlink soll 2026 zwischen 11,3 und 24 Milliarden Dollar Umsatz generieren.

Kritische Stimmen zum SpaceX IPO

Nicht alle Marktbeobachter teilen die Euphorie. Bryn Talkington von Requisite Capital Management sagte gegenüber CNBC, bei einer Bewertung von 2 Billionen Dollar bei 16 Milliarden Dollar Umsatz sei die Fantasie bereits eingepreist. Auch Stephen Weiss von Short Hills Capital Partners bezweifelt das Renditepotenzial für Anleger.

Hinzu kommt: Die US-Märkte stehen unter Druck. Der Nasdaq verzeichnete zuletzt seinen stärksten Wochenverlust seit fast einem Jahr. IPO-Expertin Reena Aggarwal von der Georgetown University mahnte, selbst ein starkes Unternehmen könne an der Börse floppen, wenn die Märkte unruhig sind.

Was Anleger jetzt wissen müssen

SpaceX kombiniert Raketentechnik (Falcon 9, Starship), Starlink, xAI (Grok-KI) und die Social-Media-Plattform X unter einem Dach. Der Börsengang würde das Unternehmen unter die sechs größten börsennotierten US-Konzerne katapultieren – noch vor Tesla.

Federführende Banken: Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup, JP Morgan und Goldman Sachs. Wer die SpaceX Aktien kaufen möchte, dürfte schon bald Gelegenheit dazu haben.

Quellen: Reuters (07.04.2026), Bloomberg (06.04.2026), CNBC (07.04.2026)

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