Starcloud will als Erstes Bitcoin im All schürfen – ASIC-Miner auf Satellit geplant

Alex Merten

09.03.2026, 10:07 Uhr

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Das US-Start-up Starcloud will als erstes Unternehmen Bitcoin im Weltraum schürfen. CEO Philip Johnston kündigte am Wochenende auf X an, den zweiten Satelliten des Unternehmens – Starcloud-2 – noch 2026 mit spezialisierten Bitcoin-Mining-Chips (ASICs) auszurüsten.

Warum ASICs statt GPUs?

Johnston begründet die Wahl mit den Kosten: Ein GPU-Chip wie Nvidias B200 koste rund 30.000 Dollar pro Kilowatt Leistung – ein ASIC für Bitcoin-Mining dagegen nur etwa 1.000 Dollar. ASICs seien deshalb laut Johnston „einer der überzeugendsten Anwendungsfälle“ für Weltraum-Computing. Hinzu kommt: Bitcoin-Mining verbraucht laut Johnston weltweit rund 20 Gigawatt Strom kontinuierlich – ein Aufwand, den er langfristig lieber im All sehen würde, wo Solarenergie unbegrenzt verfügbar sei.

Was Starcloud bisher gebaut hat

Starcloud startete im November einen Satelliten mit einer Nvidia-H100-GPU – der erste Einsatz eines derart leistungsstarken Grafikchips im Orbit. Johnston räumte allerdings ein, dass einer der fünf GPUs an Bord bereits vor dem Start nicht reagierte. Starcloud-2 soll die Solarleistung im Vergleich zum Vorgänger um den Faktor 100 steigern. Parallel dazu hat Starcloud bei der US-Behörde FCC die Genehmigung für den Betrieb von 88.000 Satelliten als orbitales Rechenzentrum beantragt.

Schwieriges Marktumfeld

Starcloud ist indes nicht allein: Auch das Unternehmen Intercosmic Energy arbeitet an Bitcoin-Mining im Weltraum. Die Ankündigung bleibt vorerst ein Machbarkeitstest. Ein industrieller Rollout ist nicht geplant, eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung liegt nicht vor. Offen bleibt auch die Klimabilanz: Raketenstarts und Strahlungsschutz für Hardware fressen Teile des Solar-Vorteils wieder auf. Dass sich ASIC-Mining besser für den Orbit eignet als GPU-Cluster, ist technisch plausibel – ob es profitabel wird, zeigt erst der Praxistest.

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