Das US-Start-up Starcloud will als erstes Unternehmen Bitcoin im Weltraum schürfen. CEO Philip Johnston kündigte am Wochenende auf X an, den zweiten Satelliten des Unternehmens – Starcloud-2 – noch 2026 mit spezialisierten Bitcoin-Mining-Chips (ASICs) auszurüsten.
Warum ASICs statt GPUs?
Johnston begründet die Wahl mit den Kosten: Ein GPU-Chip wie Nvidias B200 koste rund 30.000 Dollar pro Kilowatt Leistung – ein ASIC für Bitcoin-Mining dagegen nur etwa 1.000 Dollar. ASICs seien deshalb laut Johnston „einer der überzeugendsten Anwendungsfälle“ für Weltraum-Computing. Hinzu kommt: Bitcoin-Mining verbraucht laut Johnston weltweit rund 20 Gigawatt Strom kontinuierlich – ein Aufwand, den er langfristig lieber im All sehen würde, wo Solarenergie unbegrenzt verfügbar sei.
Was Starcloud bisher gebaut hat
Starcloud startete im November einen Satelliten mit einer Nvidia-H100-GPU – der erste Einsatz eines derart leistungsstarken Grafikchips im Orbit. Johnston räumte allerdings ein, dass einer der fünf GPUs an Bord bereits vor dem Start nicht reagierte. Starcloud-2 soll die Solarleistung im Vergleich zum Vorgänger um den Faktor 100 steigern. Parallel dazu hat Starcloud bei der US-Behörde FCC die Genehmigung für den Betrieb von 88.000 Satelliten als orbitales Rechenzentrum beantragt.
Schwieriges Marktumfeld
Starcloud ist indes nicht allein: Auch das Unternehmen Intercosmic Energy arbeitet an Bitcoin-Mining im Weltraum. Die Ankündigung bleibt vorerst ein Machbarkeitstest. Ein industrieller Rollout ist nicht geplant, eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung liegt nicht vor. Offen bleibt auch die Klimabilanz: Raketenstarts und Strahlungsschutz für Hardware fressen Teile des Solar-Vorteils wieder auf. Dass sich ASIC-Mining besser für den Orbit eignet als GPU-Cluster, ist technisch plausibel – ob es profitabel wird, zeigt erst der Praxistest.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
