Bitcoin-Rücksetzer: Mehr als 70 Prozent der BTC-Bestände liegen weiter im Gewinn

Raphael Lulay

13.10.2026, 09:02 Uhr

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Der jüngste Bitcoin-Rücksetzer hat die rechnerischen Gewinne vieler Bestände verringert. Dennoch liegen nach Glassnode-Daten weiterhin 71,4 Prozent der umlaufenden BTC-Menge im Gewinn. Eine Woche zuvor waren es noch 74,5 Prozent. Das zeigt der am 12. Oktober veröffentlichte Marktbericht mit Wochenstand bis zum 11. Oktober.

Gewinnanteil sinkt um 3,1 Prozentpunkte

Der Rückgang um 3,1 Prozentpunkte zeigt, dass ein Teil der Bitcoin-Bestände durch die schwächeren Kurse seinen rechnerischen Gewinnpuffer verloren hat. Gleichzeitig liegt weiterhin deutlich mehr als zwei Drittel der erfassten Menge oberhalb ihrer On-Chain-Kostenbasis.

Wichtig ist die Unterscheidung: Die Kennzahl beschreibt den Anteil der Bitcoin-Menge, nicht den Anteil profitabler Anleger. Glassnode vergleicht dafür den jeweiligen Marktpreis mit dem Preis zum Zeitpunkt der letzten Bewegung eines Coins auf der Blockchain. War Bitcoin damals günstiger, gilt der Bestand als „im Gewinn“.

Diese Methode bildet tatsächliche Kaufpreise nur näherungsweise ab. Eine Übertragung zwischen eigenen Wallets ist beispielsweise kein Kauf, verändert aber den Zeitpunkt der letzten On-Chain-Bewegung. Individuelle Handelsgebühren und steuerliche Anschaffungskosten lassen sich aus der Kennzahl ebenfalls nicht ablesen.

Gewinnpuffer schützt nicht vor weiteren Verkäufen

Für die Markteinordnung ergibt sich daraus ein zweischneidiges Bild. Einerseits spricht der hohe Gewinnanteil gegen die Vorstellung, der jüngste Rücksetzer habe bereits den Großteil der Bitcoin-Menge unter seine erfasste Kostenbasis gedrückt.

Andererseits können Halter auch bei fallenden Kursen noch Gewinne realisieren. Ein hoher Gewinnanteil ist deshalb kein automatisches Kaufsignal und schließt weiteren Verkaufsdruck nicht aus.

Glassnode beschreibt für die untersuchte Woche Verkäufe durch ETF-Halter und Händler am Terminmarkt. Zugleich blieb das offene Volumen der erfassten Bitcoin-Futures bei rund 36,7 Milliarden US-Dollar nahezu unverändert. Der Bericht zeigt damit weiterhin erhebliche Positionierungen am Terminmarkt.