Krypto-Anleihen: Neue Analyse hinterfragt Transparenz nach Laufzeitende

Raphael Lulay

16.10.2026, 10:02 Uhr

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Eine Anleihe läuft aus, Anleger erhalten ihr Geld zurück – und was passiert mit dem zugehörigen Blockchain-Token? Eine neue Untersuchung von Quavvo zeigt, wie schwer sich dieser letzte Schritt öffentlich nachvollziehen lässt. Deutsche Beispiele verdeutlichen, warum Rückzahlung und Token-Löschung getrennt betrachtet werden müssen.

Krypto-Anleihen: Nur ein Fall auf der Blockchain überprüfbar

In seiner am 15. Oktober veröffentlichten Analyse betrachtet Quavvo 34 tokenisierte Schuldinstrumente, die der Anbieter als fällig einordnet. Nur bei einem habe sich die Löschung der Token anhand eines öffentlich zugänglichen Smart Contracts überprüfen lassen: einer Anleihe der italienischen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti.

Bei den übrigen Instrumenten verhinderten laut Untersuchung unter anderem zugangsbeschränkte Systeme oder fehlende öffentlich auffindbare Vertragsadressen die Überprüfung. Das belegt keine ausgebliebenen Rückzahlungen. Es beschreibt zunächst die Grenzen dessen, was Außenstehende nachprüfen können.

Die Auswertung hat Einschränkungen: Nur bei neun Instrumenten war der Fälligkeitstermin dokumentiert. Bei weiteren 25 leitete Quavvo ihn aus der Bezeichnung ab. Zudem bietet das Unternehmen selbst Dienstleistungen für die Verwaltung und Abwicklung tokenisierter Wertpapiere an. Eine repräsentative Bestandsaufnahme des gesamten Marktes ist die Untersuchung damit nicht.

Bundesbank bestätigt Rückzahlung einer KfW-Anleihe

Dass öffentliche Rückzahlungsnachweise durchaus existieren, zeigt die Deutsche Bundesbank. Sie dokumentiert ausdrücklich, dass eine im August 2024 ausgegebene Blockchain-Anleihe der KfW am 28. November 2024 erfolgreich zurückgezahlt wurde.

Die Geldbuchungen liefen über das Zahlungssystem TARGET. Einen ausdrücklichen Nachweis über die Löschung der zugehörigen Token enthält dieser Eintrag jedoch nicht.

Für Anleger sind das unterschiedliche Informationen: Die Rückzahlung betrifft das Geld. Die Token-Löschung betrifft dessen digitale Wertpapierdarstellung.

KfW dokumentiert Token-Löschung beim Blockchain-Wechsel

Wie konkret sich der technische Vorgang beschreiben lässt, zeigt eine andere KfW-Anleihe. Am 23. September 2026 wechselte deren Register von Polygon auf SWIAT. Die DekaBank erzeugte dort neue Token, während Cashlink die bisherigen Token auf Polygon löschte.

Die KfW erläutert diesen Ablauf in einer Pressemitteilung. Eine Rückzahlung war das allerdings nicht: Die betreffende Anleihe über 100 Millionen Euro läuft bis Dezember 2027.

Für die Bewertung digitaler Wertpapiere reicht das Etikett „Blockchain“ deshalb nicht aus. Entscheidend ist auch, welche Informationen tatsächlich zugänglich sind: Wer führt das Register? Wo werden Zahlungen bestätigt? Und lässt sich erkennen, wann eine digitale Wertpapierdarstellung ersetzt oder aufgehoben wurde?