Polymarket & Kalshi: Prognosemärkte verzeichnen 2.838 Prozent mehr Transaktionen

Raphael Lulay

30.03.2026, 11:13 Uhr

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Blockchain-basierte Prognosemärkte erleben im März 2026 einen historischen Ansturm. Laut aktuellen Daten von Dune Analytics wurden bislang über 191 Millionen Transaktionen auf entsprechenden Plattformen abgewickelt – ein Plus von 2.838 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auffällig: Der Fokus hat sich verschoben. Nicht mehr Krypto-Kurswetten dominieren das Geschehen, sondern geopolitische Ereignisse und US-Wirtschaftspolitik. Angesichts laufender Handelskonflikte und makroökonomischer Unsicherheit nutzen Marktteilnehmer Plattformen wie Polymarket und Kalshi zunehmend als Echtzeit-Stimmungsbarometer – vergleichbar mit einem dezentralen Informationsmarkt.

Wachstum und regulatorischer Druck

Das Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs führt das Wachstum auf drei Faktoren zurück: bessere Zugänglichkeit für Endnutzer, regulatorische Klarheit in Teilen des Marktes sowie die Integration in breitere Finanzplattformen. Das monatliche Handelsvolumen soll laut TRM Labs zuletzt die Marke von 21 Milliarden US-Dollar überschritten haben.

Gleichzeitig wächst der Druck der Regulatoren. Sowohl Kalshi als auch Polymarket haben im März Maßnahmen zur Handelsbegrenzung angekündigt. US-Gesetzgeber diskutieren einen Gesetzentwurf, der Event-Kontrakte mit Glücksspielcharakter einschränken soll. Die US-Terminmarktaufsicht CFTC hat angekündigt, bestehende Regeln für Prognosemärkte grundlegend zu überprüfen.

Wie groß der Appetit auf politische Wetten ist, zeigt ein aktuelles Beispiel: Märkte rund um einen möglichen Militärkonflikt zwischen Israel bzw. den USA und dem Iran gehören derzeit zu den meistgehandelten Kontrakten auf Polymarket.

Ob das Wachstum nachhaltig ist, hängt laut TRM Labs maßgeblich davon ab, wie die Branche mit Manipulationsrisiken umgeht – ein Thema, das zuletzt nach einem Wettskandal auf Polymarket öffentlich diskutiert wurde.