Bybit Erfahrungen: Test & Bewertung 2026

Krypto-Börse im Test

Bybit gehört zu den größten Krypto-Börsen der Welt – doch in der EU handelt es sich um eine eigene, MiCAR-lizenzierte Gesellschaft mit deutlich anderem Funktionsumfang als die globale Plattform. Wir haben Regulierung, Gebühren, Angebot und die entscheidenden Einschränkungen für deutschsprachige Anleger geprüft.

Mai 2025MiCAR-Lizenz (FMA Österreich)
0,10 %Spot-Gebühr (Maker & Taker)
29 EWR-Ländervia MiCAR-Passporting

Auf einen Blick

Die zentrale Erkenntnis aus unseren Bybit Erfahrungen: In der EU nutzt du nicht die globale Börse, sondern die separate Bybit EU GmbH mit MiCAR-Lizenz der österreichischen FMA (erteilt Mai 2025). Diese Plattform (bybit.eu) bietet Spot-Handel, Spot-Margin, Earn-Produkte und die Bybit Card – aber keine Perpetual Futures, für die Bybit eigentlich bekannt ist. Die Spot-Gebühr liegt bei kompetitiven 0,10 %. Für aktive Trader ist die Derivate-Lücke der wichtigste Punkt vor der Anmeldung.

Bybit im Überblick: Was ist die Börse eigentlich?

Bybit ist gemessen am Handelsvolumen eine der größten Kryptowährungsbörsen der Welt und wurde 2018 von Ben Zhou gegründet. Der Fokus lag von Beginn an auf dem Derivatehandel – Perpetual Futures und Hebelprodukte machten die Börse bei aktiven Tradern populär. Für europäische Anleger ist jedoch eine andere Tatsache entscheidend: Wer heute aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) auf Bybit handelt, nutzt eine rechtlich eigenständige Gesellschaft mit einem bewusst reduzierten Produktangebot.

Genau hier setzen unsere Bybit Erfahrungen an. Viele Testberichte im Netz beschreiben weiterhin das globale Angebot mit Futures und Hebel bis 100x – dieses ist für EWR-Privatanleger über die lizenzierte EU-Plattform aber derzeit gar nicht verfügbar. Dieser Ratgeber trennt sauber zwischen dem, was Bybit weltweit anbietet, und dem, was du in Deutschland, Österreich und der EU tatsächlich rechtssicher bekommst.

Bybit EU vs. Bybit global: der wichtigste Unterschied

Für EWR-Nutzer läuft der Handel über die Bybit EU GmbH mit Sitz in Wien, die über die Plattform bybit.eu betrieben wird. Diese Gesellschaft ist ein eigenständiger, in Österreich unter der Markets-in-Crypto-Assets-Verordnung (MiCAR) zugelassener Krypto-Asset-Dienstleister (CASP). Nach der Bybit-eigenen Darstellung ist die EU-Gesellschaft ausdrücklich nicht Betreiberin einer Handelsplattform für Derivate und erbringt keine Anlageberatung.

Seit dem 1. Juli 2025 können sich neue EWR-Ansässige nicht mehr auf der globalen Seite bybit.com registrieren, sondern werden zur EU-Plattform geleitet. Bestehende Nutzer wurden migriert. Wichtig: Die EU-Gesellschaft verlangt eine eigene KYC-Verifizierung, selbst wenn dein globales Konto bereits verifiziert war. Ausgenommen vom Angebot ist Malta – trotz EWR-Mitgliedschaft.

MerkmalBybit global (bybit.com)Bybit EU (bybit.eu)
BetreiberGlobale Bybit-EntitätBybit EU GmbH, Wien
Regulierungu. a. Dubai (VARA), diverse LizenzenMiCAR-Lizenz, FMA Österreich
Für EWR-NeukundenNicht mehr registrierbarZugang für 29 EWR-Länder (außer Malta)
Spot-HandelJaJa
Perpetual FuturesJa (bis 100x)Nein (Stand der Prüfung)
Leit-StablecoinUSDTMiCAR-konforme Stablecoins (z. B. USDC, EURQ/USDQ)

Regulierung & Sicherheit: die MiCAR-Lizenz

Die MiCAR-Zulassung ist das stärkste Vertrauenssignal in unseren Bybit Erfahrungen. Die Bybit EU GmbH erhielt die Lizenz am 28. Mai 2025 von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) und ist im offiziellen ESMA-Register eingetragen. Über den MiCAR-Passporting-Mechanismus darf sie Krypto-Dienstleistungen in 29 EWR-Staaten anbieten – darunter Deutschland und Österreich.

Konkret ist die EU-Gesellschaft für fünf Dienste autorisiert: Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten, Tausch von Krypto gegen Geld, Tausch von Krypto gegen Krypto, Platzierung von Kryptowerten sowie Transferdienstleistungen. Für Anleger bedeutet das materielle Schutzverbesserungen – etwa die getrennte Verwahrung von Kundenvermögen und einen Rechtsweg über die FMA und europäische Gerichte.

Zur Sicherheitsdiskussion gehört auch der Kontext: Im Februar 2025 war Bybit von einem der größten Krypto-Hacks der Geschichte betroffen, bei dem laut Medienberichten Ethereum im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar entwendet wurde; verantwortlich gemacht wurde die nordkoreanische Lazarus-Gruppe. Bybit reagierte nach eigenen Angaben mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, externen Audits und angepassten Cold-Storage-Protokollen. Anleger sollten dennoch grundsätzlich bedenken: Eine Krypto-Börse ist keine BaFin-lizenzierte Bank, eine klassische gesetzliche Einlagensicherung greift nicht.

Merke: Die MiCAR-Lizenz schützt vor allem durch Transparenz-, Verwahrungs- und Governance-Vorgaben. Sie ersetzt keine Einlagensicherung. Für langfristig gehaltene Bestände bleibt die Eigenverwahrung über ein Hardware-Wallet die sicherste Variante – nach dem Prinzip „not your keys, not your coins“.

Gebühren im Detail

Die Gebühren gehören zu den Stärken der Plattform. Im Spot-Handel zahlen Nicht-VIP-Nutzer einheitlich 0,10 % pro Trade – sowohl als Maker (Order, die Liquidität bereitstellt) als auch als Taker (Order, die sofort ausgeführt wird). Das ist im Marktvergleich kompetitiv und transparent. Über das VIP-Programm sinken die Sätze mit steigendem 30-Tage-Handelsvolumen; zusätzlich lässt sich über die Zahlung mit dem hauseigenen Token ein Rabatt erzielen.

Der erste Satz beantwortet die häufigste Frage direkt: Für die allermeisten Privatanleger ist die relevante Kennzahl die 0,10-%-Spot-Gebühr. Bei Krypto-Fiat-Paaren (z. B. gegen Euro) können je nach Volumen etwas höhere Sätze anfallen. On-Chain-Auszahlungen kosten eine feste, coin- und netzwerkabhängige Netzwerkgebühr, die vor Bestätigung im Auszahlungsfenster angezeigt wird.

GebührenartKonditionen (Nicht-VIP)Anmerkung
Spot Maker0,10 %Rabatt via VIP-Level & Token
Spot Taker0,10 %identisch zum Maker-Satz
Krypto-Fiat-Paaregestaffelt, tendenziell höherabhängig vom 30-Tage-Volumen
Krypto-Einzahlungkeine Bybit-GebührNetzwerkkosten möglich
On-Chain-Auszahlungfest je Coin/Chainim Auszahlungsfenster einsehbar
Kreditkartenkaufvergleichsweise teuerDienstleister-abhängig

Angebot & handelbare Coins

Bybit EU bietet Zugang zu einer breiten Auswahl an Kryptowährungen und Handelspaaren, darunter die großen Assets wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Solana (SOL) sowie zahlreiche Altcoins. Neben dem reinen Spot-Kauf stehen Spot-Margin-Handel, Earn-Produkte für passives Einkommen auf ausgewählte Assets und die Bybit Card zur Verfügung. Über die Funktion für wiederkehrende Käufe lässt sich zudem ein einfacher Sparplan-Mechanismus abbilden, der mit den regulären Spot-Gebühren abrechnet.

Ein für die EU zentraler Punkt betrifft die Stablecoins: Der weltweit dominierende USDT hat keine MiCAR-Autorisierung, weshalb MiCAR-lizenzierte Plattformen ihn EWR-Kunden nicht als Dienstleistung anbieten dürfen. Bybit EU setzt daher auf MiCAR-konforme Alternativen – neben USDC unter anderem auf die Stablecoins des niederländischen Emittenten Quantoz (USDQ und EURQ). Wer USDT-Paare vom globalen Handel gewohnt ist, muss sich umgewöhnen.

Ein- & Auszahlung: SEPA, Karte, P2P

Für deutschsprachige Nutzer hat sich die Einzahlungssituation mit der EU-Struktur verbessert. Neben der direkten Krypto-Einzahlung stehen Kartenzahlungen (Visa, Mastercard, teils Apple Pay und Google Pay), P2P-Handel und – abhängig von KYC-Stufe und Zahlungsdienstleister – Euro-Einzahlungen zur Verfügung. Firmenkarten werden nicht akzeptiert; pro Konto lassen sich mehrere Bankkarten hinterlegen.

Kreditkartenkäufe sind bequem, aber vergleichsweise teuer. Die günstigste Route führt für die meisten Anleger über eine Euro- oder Krypto-Einzahlung statt über die Karte. Für höhere Ein- und Auszahlungslimits sowie für Euro-Transfers ist regelmäßig eine höhere KYC-Stufe erforderlich. Transfers oberhalb bestimmter Schwellenwerte im Zusammenhang mit selbstverwahrten Wallets unterliegen zudem der Travel-Rule-Verifizierung.

Die Derivate-Lücke: der entscheidende Nachteil

Der wichtigste Punkt für aktive Trader ist zugleich der überraschendste: Perpetual Futures und Optionen – also genau die Produkte, für die Bybit global bekannt wurde – sind über die lizenzierte EU-Plattform derzeit nicht verfügbar. Die MiCAR-Lizenz deckt Spot- und Verwahrdienstleistungen ab, nicht aber den Derivatehandel. Zahlreiche ältere oder ungenaue Testberichte, die Futures mit hohem Hebel für deutsche Nutzer bewerben, beziehen sich auf das globale Angebot, das EWR-Privatanlegern über bybit.eu so nicht offensteht.

Bybit hat für dieses Segment eine eigene Gesellschaft (Bybit X GmbH) gegründet und eine MiFID-II-Lizenz nach österreichischem Wertpapieraufsichtsgesetz beantragt. Erst mit einer solchen Zulassung dürften regulierte Derivate wie Futures und Optionen EWR-weit angeboten werden. Bis dahin gilt: Wer aktiv mit Krypto-Derivaten handeln möchte, findet dieses Angebot bei Bybit EU aktuell nicht. Für spekulative Hebelprodukte gelten in der EU ohnehin strenge Vorgaben und Hebelbegrenzungen für Privatanleger.

Praxis-Hinweis: Prüfe vor der Anmeldung, ob dein Anwendungsfall reiner Spot-Handel ist – dann ist Bybit EU solide. Für Perpetual-Trading, eigene API-Schlüssel oder selbst gehostete Trading-Bots (Freqtrade, CCXT, Hummingbot) solltest du die konkrete Verfügbarkeit auf bybit.eu vorab genau abklären, da sie sich vom globalen Funktionsumfang unterscheiden kann.

Steuern & Meldepflicht

Für in Deutschland und Österreich steuerpflichtige Anleger gilt: Gewinne aus Krypto-Verkäufen sind grundsätzlich steuerlich relevant. Mit der EU-weiten DAC8-Richtlinie werden Krypto-Dienstleister künftig verpflichtet, Transaktionsdaten ihrer Kunden automatisch an die Finanzbehörden zu melden – die erste Meldeperiode betrifft das Jahr 2026 mit Übermittlung ab 2027. Krypto-Transaktionen auf lizenzierten Börsen wie Bybit EU sind für die Steuerbehörden damit nicht mehr „unsichtbar“.

Wer die Details zur steuerlichen Behandlung von Krypto-Gewinnen, Haltefristen und Verlustverrechnung nachvollziehen möchte, findet eine fundierte Aufbereitung in unserem Ratgeber zu Kryptowährungen und Steuern. Für die Meldepflicht selbst lohnt der Blick auf die Erläuterung zur DAC8-Meldepflicht.

Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • MiCAR-Lizenz der FMA – reguliert und im ESMA-Register gelistet
  • Kompetitive, transparente Spot-Gebühr von 0,10 %
  • Breite Coin-Auswahl inkl. BTC, ETH, SOL und vieler Altcoins
  • Getrennte Verwahrung von Kundenvermögen, Rechtsweg über EU-Behörden
  • Euro-Einzahlungen und Bybit Card für EWR-Nutzer

Nachteile

  • Keine Perpetual Futures über die EU-Plattform (MiFID-II-Lizenz noch offen)
  • Kein USDT-Angebot in der EU – Umstellung auf MiCAR-Stablecoins nötig
  • Keine gesetzliche Einlagensicherung wie bei einer Bank
  • Eigene KYC-Verifizierung trotz bestehendem globalem Konto
  • Funktions- und API-Unterschiede zu Bybit global oft schlecht dokumentiert

Fazit: Für wen lohnt sich Bybit EU?

Einordnung

Solide Spot-Börse mit klarer Zielgruppe

Bybit EU ist eine ernstzunehmende, MiCAR-regulierte Option für Anleger, die primär Spot-Handel betreiben und Wert auf eine lizenzierte Plattform legen. Die niedrige Spot-Gebühr, die breite Coin-Auswahl und die EU-Regulierung sprechen dafür. Der entscheidende Vorbehalt betrifft aktive Derivate-Trader: Solange die MiFID-II-Lizenz aussteht, fehlt genau das Angebot, für das Bybit weltweit bekannt ist. Wer also Perpetual Futures sucht, wird über bybit.eu derzeit nicht fündig – wer eine regulierte Spot-Börse mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis will, für den ist Bybit EU eine überzeugende Wahl. Prüfe vor der Anmeldung nüchtern, welchen Anwendungsfall du tatsächlich abdecken willst.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Bybit in Deutschland legal nutzbar?

Ja. EWR-Nutzer handeln über die Bybit EU GmbH, die seit Mai 2025 über eine MiCAR-Lizenz der österreichischen FMA verfügt und im ESMA-Register gelistet ist. Über das Passporting darf sie Dienste in 29 EWR-Ländern anbieten, darunter Deutschland und Österreich.

Kann ich bei Bybit EU Futures handeln?

Aktuell nicht. Die MiCAR-Lizenz deckt Spot- und Verwahrdienste ab, nicht den Derivatehandel. Perpetual Futures und Optionen sollen erst nach Erteilung einer beantragten MiFID-II-Lizenz (Bybit X GmbH) EWR-weit angeboten werden. Bis dahin ist über bybit.eu nur Spot-Handel verfügbar.

Wie hoch sind die Gebühren bei Bybit?

Im Spot-Handel zahlen Nicht-VIP-Nutzer einheitlich 0,10 % für Maker und Taker. Über das VIP-Programm und die Zahlung mit dem hauseigenen Token sinken die Sätze. Krypto-Einzahlungen sind kostenlos, On-Chain-Auszahlungen kosten eine feste, coinabhängige Netzwerkgebühr.

Warum gibt es bei Bybit EU kein USDT?

Der Stablecoin USDT hat keine MiCAR-Autorisierung. MiCAR-lizenzierte Plattformen dürfen nicht autorisierte Stablecoins EWR-Kunden nicht als Dienstleistung anbieten. Bybit EU nutzt daher MiCAR-konforme Alternativen wie USDC sowie USDQ und EURQ des Emittenten Quantoz.

Muss ich mich neu verifizieren, wenn ich schon ein Bybit-Konto habe?

Ja. Die Bybit EU GmbH ist eine eigenständige, österreichisch regulierte Gesellschaft. Auch bei bereits verifiziertem globalem Konto ist eine erneute KYC-Verifizierung erforderlich. Bei bestimmten Transfers kommt zusätzlich die Travel-Rule-Verifizierung hinzu.

Ist mein Geld bei Bybit EU sicher?

Die MiCAR-Lizenz verlangt getrennte Verwahrung von Kundenvermögen und schafft einen Rechtsweg über EU-Behörden. Eine gesetzliche Einlagensicherung wie bei einer Bank besteht jedoch nicht. Für langfristige Bestände gilt die Eigenverwahrung über ein Hardware-Wallet als sicherste Variante.

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Alex Merten

Redakteur · 5+ Jahre Finanzjournalismus

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens. Mehr zu unseren Redaktionsrichtlinien.

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