IPO-Aktien 2026 kaufen: Die größten Börsengänge im Überblick
2026 wird zum Rekordjahr der Börsengänge: SpaceX ist im Juni mit der größten Emission der Geschichte an die Nasdaq gegangen, OpenAI und Anthropic drängen mit Bewertungen im Billionen-Bereich nach – dahinter warten Kandidaten wie Databricks und Kraken. Dieser Ratgeber ordnet ein, welche IPOs anstehen, wie Privatanleger Zugang erhalten und worauf es beim Einstieg ankommt.
- Was ist ein IPO – und warum jetzt?
- Die Mega-IPOs 2026 im Direktvergleich
- SpaceX (SPCX): Der größte Börsengang der Geschichte
- OpenAI: Der KI-Marktführer vor dem Listing
- Anthropic: Der Claude-Entwickler in der Pipeline
- Databricks: Der größte Software-IPO in Wartestellung
- Kraken: Die Krypto-Börse mit vertraulichem S-1
- Wie Privatanleger IPO-Aktien kaufen
- Chancen und Risiken bei IPO-Investments
- Häufige Fragen
Selten ballten sich so viele bedeutende Börsengänge in einem einzigen Jahr wie 2026. Mit SpaceX ist im Juni bereits eines der wertvollsten Privatunternehmen der Welt an die Börse gegangen; mit OpenAI und Anthropic streben zwei weitere KI-Schwergewichte nach. Dahinter stehen mit Databricks und Kraken zwei weitere Kandidaten aus den Bereichen KI-Infrastruktur und Krypto in der Pipeline. Für Anleger entstehen dadurch Einstiegschancen, die es vorher nur über schwer zugängliche Pre-IPO-Märkte gab. Dieser Hub fasst die wichtigsten Börsengänge des Jahres zusammen und verweist auf die detaillierten Einzelanalysen.
- SpaceX ist am 12. Juni 2026 unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq gestartet – bei einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar und einem Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US-Dollar der größte Börsengang aller Zeiten.
- OpenAI bereitet ein vertrauliches S-1 vor; ein Listing wird ab dem dritten Quartal 2026 bei einer Bewertung jenseits von einer Billion US-Dollar erwartet.
- Anthropic plant einen Börsengang für das späte Jahr 2026.
- Databricks (Bewertung: 134 Milliarden US-Dollar) gilt als Kandidat für den größten Software-IPO der Geschichte; ein S-1 wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
- Kraken hat ein vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht und wartet bei einer Bewertung von zuletzt 13,3 Milliarden US-Dollar auf das passende Marktfenster.
- Privatanleger können die Aktien ab dem ersten Handelstag über reguläre Broker erwerben – ein früher Einstieg ist mit erhöhter Volatilität verbunden.
Was ist ein IPO – und warum jetzt?
Ein IPO (Initial Public Offering) bezeichnet den erstmaligen Gang eines Unternehmens an die Börse. Bislang privat gehaltene Anteile werden dabei für die breite Öffentlichkeit handelbar. Für das Unternehmen ist der Börsengang vor allem ein Weg, frisches Kapital aufzunehmen; für Anleger eröffnet er die Möglichkeit, sich an einem Wachstumsunternehmen zu beteiligen, das zuvor nur institutionellen Investoren offenstand.
Dass sich 2026 gleich mehrere Groß-IPOs häufen, hat einen gemeinsamen Nenner: den enormen Kapitalbedarf der KI- und Raumfahrtbranche. Sowohl OpenAI als auch das nach der xAI-Fusion KI-getriebene SpaceX benötigen Milliardensummen für Recheninfrastruktur und Forschung. Der Gang an die Börse ist für diese Unternehmen der naheliegendste Weg, diesen Bedarf zu decken.
Die Mega-IPOs 2026 im Direktvergleich
Die großen Börsenkandidaten unterscheiden sich deutlich in Reifegrad, Zeitplan und Zugangsweg. Die folgende Tabelle fasst den aktuellen Stand (Juni 2026) zusammen:
| Unternehmen | Ticker | Listing | Bewertung | Status |
|---|---|---|---|---|
| SpaceX | SPCX | 12. Juni 2026 | ~1,77 Bio. $ | An der Nasdaq notiert |
| OpenAI | offen | ab Q3 2026 | >1 Bio. $ | Vertrauliches S-1 in Vorbereitung |
| Anthropic | offen | spätes 2026 | noch offen | Vorbereitung, nach OpenAI geplant |
| Databricks | offen | H2 2026 / Anfang 2027 | ~134 Mrd. $ | S-1 für zweite Jahreshälfte 2026 erwartet |
| Kraken | offen | offen (Marktfenster) | ~13,3 Mrd. $ | Vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht |
Alle Angaben beruhen auf Unternehmensmitteilungen und Medienberichten und können sich bis zum tatsächlichen Börsengang ändern. Endgültige Konditionen werden erst in den jeweiligen S-1-Prospekten festgelegt.
SpaceX (SPCX): Der größte Börsengang der Geschichte
SpaceX hat am 12. Juni 2026 den Handel an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX aufgenommen. Die Aktie wurde am Vorabend zu 135 US-Dollar bepreist und eröffnete am ersten Handelstag bei rund 150 US-Dollar; im Tagesverlauf stieg sie um etwa 19 Prozent. Mit einem Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US-Dollar und einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar war es der größte Börsengang der Geschichte – mehr als das Doppelte des bisherigen Rekords von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019.
Bemerkenswert war die Struktur des Angebots: Ein ungewöhnlich hoher Anteil der Aktien war direkt für Privatanleger reserviert. Durch die Fusion mit Elon Musks KI-Firma xAI umfasst die Gruppe neben dem Raketengeschäft und dem Satelliteninternet Starlink auch KI-Produkte wie den Chatbot Grok. Anleger erhalten damit ein Mischprofil aus Raumfahrt, Konnektivität und künstlicher Intelligenz. In den ersten Handelswochen zeigte sich die Aktie zugleich hochvolatil und gab einen Teil der Anfangsgewinne wieder ab – ein typisches Muster bei stark gehypten Tech-IPOs.
OpenAI: Der KI-Marktführer vor dem Listing
OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, bereitet Berichten zufolge ein vertrauliches S-1 vor – begleitet von Goldman Sachs und Morgan Stanley. Ein Listing wird ab dem dritten Quartal 2026 für möglich gehalten, bei einer Zielbewertung jenseits von einer Billion US-Dollar. Die letzte private Finanzierungsrunde bewertete das Unternehmen bereits mit rund 852 Milliarden US-Dollar.
Der Kapitalbedarf ist enorm: OpenAI hat milliardenschwere Compute-Verpflichtungen und arbeitet weiterhin mit hohen Verlusten. Gleichzeitig wächst der Umsatz rasant. Anleger sollten beachten, dass der Börsengang an die Fertigstellung der Umstrukturierung zur Public Benefit Corporation gekoppelt ist – der Zeitplan kann sich daher verschieben.
Anthropic: Der Claude-Entwickler in der Pipeline
Anthropic, Entwickler des KI-Assistenten Claude und einer der direktesten Konkurrenten von OpenAI, bereitet ebenfalls einen Börsengang vor. Berichten zufolge ist ein Listing für das späte Jahr 2026 geplant – und damit voraussichtlich nach OpenAI. Konkrete Bewertungs- und Ticker-Angaben stehen noch aus.
Databricks: Der größte Software-IPO in Wartestellung
Databricks, Anbieter einer Daten- und KI-Plattform auf Basis der sogenannten Lakehouse-Architektur, gilt als Kandidat für den größten Enterprise-Software-Börsengang der Geschichte. Die Series-L-Finanzierungsrunde im Dezember 2025 bewertete das Unternehmen mit rund 134 Milliarden US-Dollar; die annualisierte Umsatz-Run-Rate liegt bei über 5,4 Milliarden US-Dollar bei weiterhin hohem Wachstum. Ein S-1 wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, als Börsenplatz gilt die Nasdaq als wahrscheinlich.
CEO Ali Ghodsi lässt sich beim Zeitplan bewusst Zeit: Trotz des starken IPO-Umfelds rund um SpaceX, OpenAI und Anthropic hat er einen konkreten Termin zuletzt offengelassen. Für Anleger bedeutet das – anders als bei SpaceX – eine Wartephase ohne fixes Datum, dafür mit einem Geschäftsmodell, das als zentrale Infrastruktur des KI-Booms breit im Unternehmenssektor verankert ist.
Kraken: Die Krypto-Börse mit vertraulichem S-1
Die US-Kryptobörse Kraken ist dem Börsengang formal am nächsten unter den Krypto-Kandidaten: Die Muttergesellschaft Payward hat bereits im November 2025 ein vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht; Co-CEO Arjun Sethi bestätigte den aktiven Antrag im April 2026 öffentlich. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen zu rund 80 Prozent IPO-bereit, wartet aber auf ein günstigeres Marktfenster – einen festen Termin gibt es nicht.
Die Bewertung hat zuletzt korrigiert: Der Einstieg der Deutschen Börse mit 200 Millionen US-Dollar für 1,5 Prozent der Anteile implizierte im April 2026 rund 13,3 Milliarden US-Dollar – nach 20 Milliarden in der Finanzierungsrunde Ende 2025. Strategisch hat Kraken mit der 1,5 Milliarden US-Dollar schweren NinjaTrader-Übernahme und dem Ausbau des Derivategeschäfts den Anspruch unterstrichen, mehr als eine reine Krypto-Börse zu sein. Für Anleger wäre ein Kraken-Listing der erste große Krypto-Börsen-IPO seit Coinbase 2021 – und ein Stimmungsbarometer für den gesamten Sektor.
Wie Privatanleger IPO-Aktien kaufen
Für die meisten Anleger gilt: Der Kauf erfolgt am ersten Handelstag über den freien Markt. Sobald eine Aktie wie SPCX an der Nasdaq notiert, lässt sie sich über jedes reguläre Wertpapierdepot erwerben – die Mechanik unterscheidet sich nicht von anderen US-Listings. Wer schon zur Zeichnung dabei sein möchte, benötigt einen Broker mit IPO-Zugang; diese Plätze sind jedoch begrenzt.
Ein praktischer Weg für deutsche Anleger ist eine Multi-Asset-Plattform, über die sich US-Aktien unkompliziert handeln lassen. Grundsätzlich empfiehlt sich, IPO-Positionen als kleine, bewusst gewichtete Beimischung zu behandeln statt als Kerninvestment.
Bei Investitionen ist Ihr Kapital gefährdet. Es können steuerliche Verpflichtungen entstehen. eToro ist eine Multi-Asset-Investmentplattform.
Chancen und Risiken bei IPO-Investments
IPOs gelten als chancenreich, aber volatil. Stark gehypte Tech-Börsengänge geben in den ersten Wochen häufig einen Teil ihrer Anfangsgewinne wieder ab – das zeigte sich auch bei SpaceX, dessen Kurs nach dem starken Debüt deutlich schwankte. Ein konservativer Ansatz besteht darin, die erste Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen abzuwarten, bevor größeres Kapital fließt – dann liegen erstmals geprüfte Finanzdaten unter Börsenbedingungen vor.
Hinzu kommen gesellschaftsrechtliche Besonderheiten: Bei SpaceX etwa behält Elon Musk über eine Mehrstimmrechts-Aktiengattung die Kontrolle, sodass neue Aktionäre kaum Einfluss auf die Unternehmensführung haben. Solche Strukturen sind bei gründergeführten Tech-Konzernen verbreitet und sollten in die Anlageentscheidung einfließen. Bei Kandidaten ohne festen Termin – etwa Databricks oder Kraken – kommt das Zeitplanrisiko hinzu: Börsengänge können sich verschieben oder ganz ausfallen, wenn sich das Marktumfeld eintrübt.
Eigene Meinung der Redaktion
Aus Redaktionssicht ist das IPO-Jahr 2026 vor allem für Anleger interessant, die gezielt am KI- und Raumfahrt-Wachstum teilhaben möchten und zugleich mit hoher Volatilität umgehen können. Der SpaceX-Start hat exemplarisch gezeigt, wie schnell ein gefeiertes Debüt in eine nervöse Kursphase übergehen kann. Für sicherheitsorientierte Sparer, die auf Planbarkeit setzen, eignen sich einzelne Hype-IPOs dagegen kaum als Basisinvestment – hier bleibt eine breite Streuung über ETFs die ruhigere Wahl. Die genannten Bewertungen sind ambitioniert; ob sie sich rechtfertigen, wird sich erst mit den ersten geprüften Quartalszahlen zeigen.
Häufige Fragen
Wann ist SpaceX an die Börse gegangen?
SpaceX hat am 12. Juni 2026 den Handel an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX aufgenommen, nach Preisfestsetzung am Vorabend zu 135 US-Dollar je Aktie. Die Aktie eröffnete bei rund 150 US-Dollar und ist seither frei über reguläre Wertpapierdepots handelbar.
Kann ich OpenAI-Aktien schon kaufen?
Nein. OpenAI ist noch nicht börsennotiert; ein Listing wird ab dem dritten Quartal 2026 erwartet. Bis dahin sind Anteile nur über schwer zugängliche Pre-IPO-Märkte handelbar.
Wann kommt der Anthropic-IPO?
Anthropic plant einen Börsengang für das spätere Jahr 2026, voraussichtlich nach OpenAI. Ein konkreter Termin und ein Ticker wurden noch nicht veröffentlicht.
Wann geht Databricks an die Börse?
Ein fester Termin steht noch nicht fest. Ein S-1 wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, das Listing könnte Ende 2026 oder Anfang 2027 erfolgen. Die letzte Finanzierungsrunde bewertete Databricks mit rund 134 Milliarden US-Dollar.
Wann kommt der Kraken-IPO?
Kraken hat bereits ein vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht, wartet aber auf ein günstigeres Marktumfeld. Ein konkreter Termin wurde nicht genannt; die Bewertung lag zuletzt bei rund 13,3 Milliarden US-Dollar.
Wie kaufe ich IPO-Aktien als Privatanleger?
Am einfachsten am ersten Handelstag über ein reguläres Wertpapierdepot oder eine Multi-Asset-Plattform. Eine Teilnahme an der Zeichnung vor dem Listing setzt einen Broker mit IPO-Zugang voraus.