Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2026 · Autor: Raphael Lulay
IPO-Aktien können Privatanleger nach dem Börsenstart über ein geeignetes Wertpapierdepot kaufen; eine Zeichnung zum Ausgabepreis ist nur mit entsprechender Zuteilung möglich. SpaceX notiert seit Juni an der Nasdaq, während OpenAI, Anthropic, Databricks und Kraken noch privat sind. Deren Zeitplan und künftige Ausgabepreise stehen nicht fest.
- Was ist ein IPO – und warum jetzt?
- Die großen IPOs und Kandidaten im Direktvergleich
- SpaceX (SPCX): Der größte Börsengang der Geschichte
- OpenAI: Der KI-Marktführer vor dem Listing
- Anthropic: Der Claude-Entwickler in der Pipeline
- Databricks: Der größte Software-IPO in Wartestellung
- Kraken: Die Krypto-Börse mit vertraulichem S-1
- Wie Privatanleger IPO-Aktien kaufen
- Chancen und Risiken bei IPO-Investments
- Häufige Fragen
Mit SpaceX ist im Juni eines der wertvollsten Privatunternehmen der Welt an die Börse gegangen. Der IPO-Kalender zeigt weitere Termine und Kandidaten; zu OpenAI, Anthropic, Databricks und Kraken folgen unten die konkreten Angaben zu Status und Zugang.
- SpaceX ist am 12. Juni 2026 unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq gestartet – bei einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar zum Ausgabepreis und zunächst rund 75 Milliarden US-Dollar Emissionsvolumen der größte Börsengang aller Zeiten.
- OpenAI hat im Juni 2026 ein vertrauliches S-1 eingereicht; ein möglicher Börsengang 2027 wird diskutiert, ein Termin ist nicht festgelegt. Die letzte bestätigte private Bewertung betrug 852 Milliarden US-Dollar.
- Anthropic hat am 1. Juni 2026 einen vertraulichen S-1-Entwurf eingereicht. Medienberichte erwarten ein Listing im November; ein Termin und der Ausgabepreis stehen noch nicht fest.
- Databricks (Bewertung: 190 Milliarden US-Dollar) gilt als Kandidat für den größten Software-IPO der Geschichte; ein Börsengang wird frühestens für 2027 erwartet.
- Kraken hat ein vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht und wartet auf ein geeignetes Marktfenster. Ein bestätigter Börsentermin fehlt; die zuletzt berichtete Bewertung lag bei rund 21 Milliarden US-Dollar.
- Privatanleger können die Aktien ab dem ersten Handelstag über reguläre Broker erwerben – ein früher Einstieg ist mit erhöhter Volatilität verbunden.
Was ist ein IPO – und warum jetzt?
Ein IPO (Initial Public Offering) bezeichnet den erstmaligen Gang eines Unternehmens an die Börse. Bislang privat gehaltene Anteile werden dabei an einem öffentlichen Markt handelbar. Für das Unternehmen ist der Börsengang vor allem ein Weg, frisches Kapital aufzunehmen; für Anleger eröffnet er die Möglichkeit, sich an einem Wachstumsunternehmen zu beteiligen, das zuvor über ein reguläres Depot nicht zugänglich war.
Der Kapitalbedarf für Rechenzentren, Forschung und Raumfahrt ist hoch. SpaceX nahm beim Börsengang frisches Kapital auf; OpenAI und Anthropic halten sich mit ihren vertraulichen S-1-Einreichungen die Option eines Börsengangs offen. Die Einreichung allein ist noch keine Zusage für ein Listing.
Die großen IPOs und Kandidaten im Direktvergleich
Die großen Börsenkandidaten unterscheiden sich deutlich in Reifegrad, Zeitplan und Zugangsweg. Die folgende Tabelle fasst den aktuellen Stand (21. Oktober 2026) zusammen:
| Unternehmen | Ticker | Listing | Bewertung | Status |
|---|---|---|---|---|
| SpaceX | SPCX | 12. Juni 2026 | ~1,77 Bio. $ | An der Nasdaq notiert |
| OpenAI | offen | möglicherweise 2027 | 852 Mrd. $ (März-Runde) | Vertrauliches S-1 eingereicht (Juni 2026) |
| Anthropic | offen | spätes 2026 (erwartet) | 965 Mrd. $ (Mai-Runde) | Vertrauliches S-1 eingereicht (Juni 2026) |
| Databricks | offen | voraussichtlich 2027 | ~190 Mrd. $ | Noch kein S-1, privat finanziert |
| Kraken | offen | offen | ~21 Mrd. $ (berichtet) | Vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht |
Alle Angaben beruhen auf Unternehmensmitteilungen und Medienberichten und können sich bis zum tatsächlichen Börsengang ändern. Private Finanzierungsbewertungen sind keine IPO-Ausgabepreise; Konditionen werden erst im öffentlichen Prospekt und beim Pricing konkret.
SpaceX (SPCX): Der größte Börsengang der Geschichte
SpaceX hat am 12. Juni 2026 den Handel an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX aufgenommen. Die Aktie wurde am Vorabend zu 135 US-Dollar bepreist und eröffnete am ersten Handelstag bei rund 150 US-Dollar; zum Handelsschluss lag sie rund 19 Prozent über dem Ausgabepreis. Das ursprüngliche Angebot umfasste rund 75 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar zum Ausgabepreis; mit der Mehrzuteilung wurden insgesamt rund 86,25 Milliarden US-Dollar brutto platziert. Damit war es der größte Börsengang der Geschichte.
Bemerkenswert war die Struktur des Angebots: Ein ungewöhnlich hoher Anteil der Aktien war direkt für Privatanleger reserviert. Durch die Fusion mit Elon Musks KI-Firma xAI umfasst die Gruppe neben dem Raketengeschäft und dem Satelliteninternet Starlink auch KI-Produkte wie den Chatbot Grok. Anleger erhalten damit ein Mischprofil aus Raumfahrt, Konnektivität und künstlicher Intelligenz. In den ersten Handelswochen zeigte sich die Aktie zugleich hochvolatil: Nach einem Hoch von rund 225 US-Dollar fiel sie im Juli zeitweise unter den Ausgabepreis und notierte im September 2026 wieder darüber – ein typisches Muster bei stark gehypten Tech-IPOs.
OpenAI: Der KI-Marktführer vor dem Listing
OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat im Juni 2026 ein vertrauliches S-1 eingereicht – Berichten zufolge begleitet von Goldman Sachs und Morgan Stanley. OpenAI selbst hat noch keinen IPO-Termin festgelegt; in Medienberichten wird 2027 als mögliches Zeitfenster genannt. Eine Bewertung jenseits einer Billion US-Dollar ist bislang eine Markterwartung, kein festgelegter Ausgabewert. Die letzte private Finanzierungsrunde bewertete das Unternehmen bereits mit rund 852 Milliarden US-Dollar.
Der Kapitalbedarf ist enorm: OpenAI hat milliardenschwere Compute-Verpflichtungen und arbeitet weiterhin mit hohen Verlusten. Gleichzeitig wächst der Umsatz rasant. Anleger sollten beachten, dass OpenAI trotz abgeschlossener Umstrukturierung zur Public Benefit Corporation keinen festen Termin genannt hat – der Zeitplan kann sich daher verschieben.
Anthropic: Der Claude-Entwickler in der Pipeline
Anthropic, Entwickler des KI-Assistenten Claude und einer der direktesten Konkurrenten von OpenAI, hat im Juni 2026 ein vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht. Medienberichte nennen inzwischen November 2026 als mögliches IPO-Fenster. Die letzte bestätigte Finanzierungsrunde im Mai 2026 bewertete das Unternehmen mit 965 Milliarden US-Dollar; ein möglicher IPO-Wert kann davon abweichen. Ein endgültiger Termin, Ticker und Preisspanne stehen noch aus.
Databricks: Der größte Software-IPO in Wartestellung
Databricks, Anbieter einer Daten- und KI-Plattform auf Basis der sogenannten Lakehouse-Architektur, gilt als Kandidat für den größten Enterprise-Software-Börsengang der Geschichte. Die jüngste Finanzierungsrunde im August 2026 bewertete das Unternehmen mit rund 190 Milliarden US-Dollar; die annualisierte Umsatz-Run-Rate liegt bei über 7 Milliarden US-Dollar bei zuletzt mehr als 80 Prozent Wachstum. Ein S-1 wurde bislang nicht eingereicht, ein Börsengang 2027 wird diskutiert; Börsenplatz und Termin sind nicht bestätigt.
CEO Ali Ghodsi lässt sich mit dem Börsengang Zeit: Die private Finanzierung verschafft dem Unternehmen dabei Spielraum. Für Anleger bedeutet das – anders als bei SpaceX – eine Wartephase ohne fixes Datum, dafür mit einem Geschäftsmodell, das als zentrale Infrastruktur des KI-Booms breit im Unternehmenssektor verankert ist.
Kraken: Die Krypto-Börse mit vertraulichem S-1
Die US-Kryptobörse Kraken ist dem Börsengang formal am nächsten unter den Krypto-Kandidaten: Die Muttergesellschaft Payward hat bereits im November 2025 ein vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht; Co-CEO Arjun Sethi bestätigte den aktiven Antrag im April 2026 öffentlich. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen zu rund 80 Prozent IPO-bereit, wartet aber auf ein günstigeres Marktfenster – ein verbindliches Listing-Datum ist nicht bekannt.
Die Bewertung schwankt deutlich: Der Einstieg der Deutschen Börse mit 200 Millionen US-Dollar für 1,5 Prozent der Anteile implizierte im April 2026 rund 13,3 Milliarden US-Dollar – nach 20 Milliarden in der Finanzierungsrunde Ende 2025; im September 2026 beteiligte sich Nasdaq Ventures mit 100 Millionen US-Dollar bei rund 21 Milliarden US-Dollar. Strategisch hat Kraken mit der 1,5 Milliarden US-Dollar schweren NinjaTrader-Übernahme und dem Ausbau des Derivategeschäfts den Anspruch unterstrichen, mehr als eine reine Krypto-Börse zu sein. Für Anleger wäre ein Kraken-Listing ein weiterer großer Börsengang einer Kryptobörse nach dem Coinbase-Direktlisting 2021 – und ein Stimmungsbarometer für den gesamten Sektor.
Wie Privatanleger IPO-Aktien kaufen
Für die meisten Anleger gilt: Der Kauf ist ab dem ersten Handelstag über den freien Markt möglich, sofern der Broker den Handelsplatz anbietet. Sobald eine Aktie wie SPCX an der Nasdaq notiert, lässt sie sich über ein Depot mit Zugang zum jeweiligen Handelsplatz erwerben – die Mechanik unterscheidet sich nicht von anderen US-Listings. Wer schon zur Zeichnung dabei sein möchte, benötigt einen Broker mit IPO-Zugang; diese Plätze sind jedoch begrenzt.
Ein praktischer Weg für deutsche Anleger ist eine Multi-Asset-Plattform, über die sich US-Aktien unkompliziert handeln lassen. Grundsätzlich empfiehlt sich, IPO-Positionen als kleine, bewusst gewichtete Beimischung zu behandeln statt als Kerninvestment.
US-Aktien & IPOs bei eToro handeln
Seit 2007 am Markt und selbst an der Nasdaq notiert – Konto in wenigen Minuten eröffnen.
Bei Investitionen ist Ihr Kapital gefährdet. Es können steuerliche Verpflichtungen entstehen. eToro ist eine Multi-Asset-Investmentplattform.
Chancen und Risiken bei IPO-Investments
IPOs gelten als chancenreich, aber volatil. Stark gehypte Tech-Börsengänge geben in den ersten Wochen häufig einen Teil ihrer Anfangsgewinne wieder ab – das zeigte sich auch bei SpaceX, dessen Kurs nach dem starken Debüt deutlich schwankte. Ein konservativer Ansatz besteht darin, den ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen abzuwarten, bevor größeres Kapital fließt – dann liegen erstmals veröffentlichte Quartalszahlen aus der Zeit als börsennotiertes Unternehmen vor. US-Quartalsberichte sind in der Regel nicht testiert.
Hinzu kommen gesellschaftsrechtliche Besonderheiten: Bei SpaceX etwa behält Elon Musk über eine Mehrstimmrechts-Aktiengattung die Kontrolle, sodass neue Aktionäre kaum Einfluss auf die Unternehmensführung haben. Solche Strukturen sind bei gründergeführten Tech-Konzernen verbreitet und sollten in die Anlageentscheidung einfließen. Bei Kandidaten ohne festen Termin – etwa Databricks oder Kraken – kommt das Zeitplanrisiko hinzu: Börsengänge können sich verschieben oder ganz ausfallen, wenn sich das Marktumfeld eintrübt.
Eigene Meinung der Redaktion
Aus Redaktionssicht ist das IPO-Jahr 2026 vor allem für Anleger interessant, die gezielt am KI- und Raumfahrt-Wachstum teilhaben möchten und zugleich mit hoher Volatilität umgehen können. Der SpaceX-Start hat exemplarisch gezeigt, wie schnell ein gefeiertes Debüt in eine nervöse Kursphase übergehen kann. Für sicherheitsorientierte Sparer, die auf Planbarkeit setzen, eignen sich einzelne Hype-IPOs dagegen kaum als Basisinvestment – hier bleibt eine breite Streuung über ETFs die ruhigere Wahl. Die genannten Bewertungen sind ambitioniert; ob sie sich rechtfertigen, wird sich erst mit veröffentlichten Quartalszahlen zeigen.
Häufige Fragen
Wann ist SpaceX an die Börse gegangen?
SpaceX hat am 12. Juni 2026 den Handel an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX aufgenommen, nach Preisfestsetzung am Vorabend zu 135 US-Dollar je Aktie. Die Aktie eröffnete bei rund 150 US-Dollar und ist seither über Depots mit Zugang zum jeweiligen Handelsplatz handelbar.
Kann ich OpenAI-Aktien schon kaufen?
Nein. OpenAI ist noch nicht börsennotiert; ein mögliches Listing 2027 wird berichtet, OpenAI selbst hat aber keinen Termin festgelegt. Bis dahin sind Anteile nur über schwer zugängliche Pre-IPO-Märkte handelbar.
Wann kommt der Anthropic-IPO?
Anthropic hat im Juni 2026 ein vertrauliches S-1 eingereicht und wird laut Medienberichten für ein mögliches Listing im November 2026 vorbereitet. Ein konkreter Termin und ein Ticker wurden noch nicht veröffentlicht.
Wann geht Databricks an die Börse?
Ein fester Termin steht noch nicht fest. Ein S-1 wurde bislang nicht eingereicht; ein Listing 2027 wird diskutiert, ohne dass das Unternehmen einen Termin bestätigt hätte. Die letzte Finanzierungsrunde im August 2026 bewertete Databricks mit rund 190 Milliarden US-Dollar.
Wann kommt der Kraken-IPO?
Kraken hat bereits ein vertrauliches S-1 bei der SEC eingereicht, wartet aber auf ein günstigeres Marktumfeld. Ein bestätigtes Datum fehlt; die zuletzt berichtete Bewertung lag bei rund 21 Milliarden US-Dollar.
Wie kaufe ich IPO-Aktien als Privatanleger?
Ab dem ersten Handelstag über ein Depot mit Zugang zum Handelsplatz. Eine Teilnahme an der Zeichnung vor dem Listing setzt einen Broker mit IPO-Zugang und eine Zuteilung voraus.