Kraken Aktien kaufen – Alles Wichtige zum geplanten IPO

IPO-Aktien · Stand: 10. Juni 2026

Die Kryptobörse Kraken steht kurz vor dem Sprung an die Börse: Der vertrauliche IPO-Antrag bei der SEC ist bestätigt, die Deutsche Börse ist als Investor eingestiegen, und das Listing wird aktuell für das dritte Quartal 2026 erwartet. Was Anleger jetzt über Bewertung, Zeitplan und Investitionsmöglichkeiten wissen müssen.

13,3 Mrd. USDImplizite Bewertung (April 2026)
Q3 2026Erwartetes Listing (unbestätigt)
S-1 eingereichtVertrauliches SEC-Filing seit Nov. 2025
Auf einen Blick
  • Kraken (Muttergesellschaft Payward) hat im November 2025 vertraulich einen S-1-Entwurf bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.
  • Der ursprünglich für Q1 2026 geplante Börsengang wurde im März 2026 wegen schwacher Marktbedingungen pausiert – seit Mai gilt Q3 2026 als wahrscheinliches Zeitfenster.
  • Die Deutsche Börse investierte im April 2026 rund 200 Millionen US-Dollar und hält damit etwa 1,5 Prozent an Kraken (implizite Bewertung: 13,3 Milliarden US-Dollar).
  • Privatanleger können Kraken-Aktien aktuell noch nicht kaufen – es gibt weder Ticker noch Preisspanne noch öffentlichen Prospekt.
  • Bis zum Listing bleiben nur indirekte Wege, etwa über bereits gelistete Krypto-Aktien wie Coinbase.

Kraken-IPO: Der aktuelle Stand im Juni 2026

Der Weg von Kraken an die Börse verläuft nicht geradlinig. Im November 2025 reichte die Muttergesellschaft Payward einen vertraulichen S-1-Registrierungsentwurf bei der SEC ein – kurz nachdem das Unternehmen 800 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar eingesammelt hatte, unter anderem von Citadel Securities und Jane Street. Das Ziel: ein Listing im ersten Quartal 2026.

Daraus wurde zunächst nichts. Im März 2026 legte Kraken die IPO-Pläne auf Eis, nachdem der Bitcoin-Kurs deutlich von seinen Hochs Ende 2025 zurückgekommen war und Sekundärmarktbewertungen spürbar unter dem Niveau der letzten Finanzierungsrunde lagen. Hinzu kam Unruhe im Management: Bereits im Februar 2026 trennte sich Kraken von CFO Stephanie Lemmerman.

Die Wende kam im April: Am 14. April 2026 bestätigte Co-CEO Arjun Sethi beim Semafor World Economy Summit in Washington öffentlich, dass der vertrauliche IPO-Antrag weiterhin aktiv verfolgt wird. Anfang Mai legte er auf der Consensus-Konferenz in Miami nach: Kraken sei zu rund 80 Prozent börsenreif, das Listing werde nun für das dritte Quartal 2026 angepeilt – sofern das Marktumfeld mitspielt. Einen verbindlichen Termin, einen Ticker oder eine Preisspanne gibt es bislang nicht.

DatumEreignis
November 2025Vertrauliches S-1-Filing bei der SEC; 800-Mio.-USD-Runde bei 20 Mrd. USD Bewertung (u. a. Citadel Securities, Jane Street)
Februar 2026Trennung von CFO Stephanie Lemmerman; Robert Moore übernimmt als Deputy CFO
März 2026IPO-Pläne wegen Marktbedingungen pausiert; Kraken erhält ein Fed Master Account
14. April 2026Sethi bestätigt das IPO-Filing öffentlich; Deutsche Börse steigt mit 200 Mio. USD ein (1,5 %, implizite Bewertung 13,3 Mrd. USD)
Mai 2026Sethi: Kraken zu „80 Prozent börsenreif“, Listing für Q3 2026 erwartet
Q3 2026Erwartetes Zeitfenster für die Erstnotiz (unbestätigt)

Kann man Kraken Aktien jetzt schon kaufen?

Nein. Kraken ist ein privates Unternehmen, dessen Anteile nicht an einer öffentlichen Börse gehandelt werden. Solange das S-1-Filing vertraulich bleibt, existieren weder ein öffentlicher Prospekt noch ein Ticker oder eine Preisspanne. Privatanleger in Deutschland können Kraken-Aktien daher erst nach der Erstnotiz kaufen – voraussichtlich frühestens im dritten Quartal 2026.

Wer das Thema Krypto-Börsengänge nicht erst ab dem ersten Handelstag spielen will, hat bis dahin im Wesentlichen zwei Optionen: erstens bereits gelistete Aktien aus dem Sektor, allen voran Coinbase als direktester Vergleichswert. Zweitens die Beobachtung der gesamten IPO-Pipeline – neben Kraken stehen 2026 auch andere prominente Börsengänge an, eine Übersicht liefert unser Hub zu IPO- und Pre-IPO-Aktien.

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Was ist Kraken? Geschäftsmodell und Zahlen

Kraken wurde 2011 gegründet und zählt zu den ältesten und größten Kryptobörsen der Welt. Das Kerngeschäft ist ein Transaktionsgebühren-Modell: Kraken verdient an Spot-Handel, Staking, Margin-Geschäft und Derivaten. Mit der 1,5 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von NinjaTrader kam zudem das US-Futures-Geschäft mit rund zwei Millionen zusätzlichen Nutzern hinzu.

Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als Finanzinfrastruktur-Anbieter statt als reine Kryptobörse: Die Tokenisierungsplattform xStocks hat seit Juni 2025 ein Volumen von über 25 Milliarden US-Dollar verarbeitet, mit der Nasdaq ist eine Kooperation für tokenisierte Aktien vereinbart, und seit Anfang 2026 verfügt Kraken über ein Fed Master Account – also direkten Zugang zum US-Zahlungssystem, wie ihn sonst Banken haben. Hinzu kommt eine Partnerschaft mit der FIFA rund um die Fußball-WM 2026.

KennzahlWert
Gegründet2011 (Muttergesellschaft: Payward)
Umsatz 2024ca. 1,5 Mrd. USD
Umsatz Q3 2025648 Mio. USD (+50 % zum Vorquartal)
Handelsvolumen Q3 2025576,8 Mrd. USD (+26 % zum Vorquartal)
Adjusted EBITDA Q3 2025178,6 Mio. USD
Plattform-Assetsca. 59,3 Mrd. USD
Bewertung13,3 Mrd. USD (April 2026) nach 20 Mrd. USD (November 2025)

Wichtig zur Einordnung: Da das S-1-Filing vertraulich ist, stammen alle Zahlen aus Presseberichten und privaten Finanzierungsrunden – nicht aus einem geprüften, öffentlichen Börsenprospekt. Sie sollten als Schätzungen behandelt werden, die sich bis zum IPO noch ändern können.

Bewertung: 13,3 oder 20 Milliarden US-Dollar?

Die auffälligste Zahl rund um den Kraken-IPO ist der Bewertungsrückgang. Im November 2025 sammelte das Unternehmen Kapital zu einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar ein. Nur fünf Monate später implizierte der Einstieg der Deutschen Börse – 200 Millionen US-Dollar für rund 1,5 Prozent der voll verwässerten Anteile – eine Bewertung von 13,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Abschlag von rund 33 Prozent.

Der Rückgang spiegelt vor allem die Korrektur am Kryptomarkt seit Ende 2025 wider, nicht zwingend eine operative Verschlechterung. Im Gegenteil: Die Umsatz- und Volumenzahlen zeigten zuletzt deutliches Wachstum. Für den IPO bedeutet die Diskrepanz dennoch ein Spannungsfeld – Altinvestoren der 20-Milliarden-Runde dürften auf eine höhere Listing-Bewertung drängen, während der Markt aktuell eher das niedrigere Niveau bepreist. Berichten zufolge strebt Payward für die Phase vor dem Listing erneut eine Bewertung in Richtung 20 Milliarden US-Dollar an.

Der Einstieg der Deutschen Börse ist dabei mehr als eine Finanzspritze: Dass der Betreiber der Frankfurter Börse sich an einer Kryptobörse beteiligt, gilt als starkes Vertrauenssignal der traditionellen Finanzwelt – und dürfte gerade für europäische institutionelle Anleger die Wahrnehmung von Kraken verändern.

Kraken vs. Coinbase: Der naheliegende Vergleich

Kraken wäre nach Coinbase (Börsengang 2021, inzwischen im S&P 500) die zweite große, reine Kryptobörsen-Aktie an einer US-Börse. Der Vergleich drängt sich auf – mit wichtigen Unterschieden: Coinbase ist deutlich größer und dominiert das US-Retail-Geschäft sowie die ETF-Verwahrung. Kraken punktet dagegen mit dem Derivate-Standbein durch NinjaTrader, der Tokenisierungsplattform xStocks und dem direkten Fed-Zugang. Zugleich notiert Kraken mit 13,3 Milliarden US-Dollar zu deutlich niedrigeren Multiplikatoren auf Umsatz und EBITDA, als sie Coinbase zugestanden werden – das ist Chance und Warnsignal zugleich.

Beide Geschäftsmodelle teilen dieselbe Achillesferse: Die Erträge hängen stark vom Handelsvolumen ab und schwanken damit mit dem Kryptozyklus. In Bullenmärkten explodieren die Gebühreneinnahmen, in Bärenphasen brechen sie ein. Wer eine Kraken-Aktie kauft, kauft immer auch ein gehebeltes Investment auf die Aktivität am Kryptomarkt.

Chancen und Risiken für Anleger

Auf der Chancenseite steht ein profitables, wachsendes Unternehmen mit diversifizierten Erlösquellen, institutionellem Rückenwind (Deutsche Börse, Citadel Securities, Jane Street) und einer Bewertung, die nach der Korrektur konservativer wirkt als noch Ende 2025. Gelingt der IPO in einem freundlichen Marktumfeld, könnte Kraken der größte Kryptobörsen-Börsengang seit Coinbase werden.

Dem stehen erhebliche Risiken gegenüber: Der Zeitplan ist bereits einmal geplatzt und bleibt vom Kryptomarkt-Sentiment abhängig. Die regulatorische Lage in den USA ist trotz Fortschritten nicht abschließend geklärt – der Clarity Act, der die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC regeln soll, hängt weiter im Senat. Die Bewertungsdiskrepanz zwischen den Finanzierungsrunden schafft Unsicherheit über den fairen Ausgabepreis. Und die Zahlenbasis bleibt bis zur Veröffentlichung des Prospekts dünn: Ohne geprüftes S-1 lässt sich die Qualität der Gewinne nicht unabhängig beurteilen. Hinzu kommt die generelle Erfahrung, dass IPO-Aktien am ersten Handelstag häufig mit hohem Aufschlag starten und danach korrigieren.

So können Anleger investieren – heute und nach dem IPO

Heute (vor dem Listing): Ein direkter Kauf ist nicht möglich. Wer den Sektor abbilden will, kann auf gelistete Krypto-Aktien ausweichen – etwa Coinbase als direkteste Vergleichsaktie oder Bitcoin-nahe Titel. Einen Überblick über investierbare Alternativen rund um anstehende Börsengänge bietet unser IPO-Hub, zu dem auch die Geldseiten zu SpaceX und OpenAI gehören.

Nach dem IPO: Sobald Kraken notiert ist, dürfte die Aktie über gängige Broker in Deutschland handelbar sein. Sinnvoll ist dann ein nüchterner Blick auf den endgültigen Prospekt: Ausgabepreis, Umsatzqualität, Abhängigkeit vom Handelsvolumen und Lock-up-Fristen der Altaktionäre. Wer nicht zum ersten Kurs kaufen muss, hat historisch bei vielen IPOs bessere Einstiege nach den ersten Wochen gefunden.

Eigene Meinung der Redaktion

Der Kraken-IPO ist einer der interessantesten Börsengänge des Jahres 2026 – aber kein Selbstläufer. Positiv fällt auf, dass Kraken operativ liefert: wachsender Umsatz, profitables Kerngeschäft, echte Diversifikation über Derivate, Tokenisierung und Banking-Infrastruktur. Der Einstieg der Deutschen Börse ist ein Qualitätssignal, das man im Kryptosektor selten sieht. Kritisch bleibt die Abhängigkeit vom Kryptozyklus: Bricht das Handelsvolumen ein, brechen die Erträge ein – das hat der geplatzte Q1-Zeitplan eindrucksvoll gezeigt. Auch die offene Bewertungsfrage zwischen 13,3 und 20 Milliarden US-Dollar mahnt zur Vorsicht beim Ausgabepreis.

Geeignet ist ein Investment nach dem IPO am ehesten für risikobereite Anleger, die den Kryptosektor langfristig positiv sehen, Schwankungen von 50 Prozent und mehr aushalten und die Position als Beimischung verstehen. Sicherheitsorientierte Anleger, Einsteiger ohne Krypto-Erfahrung und alle, die auf das Geld kurzfristig angewiesen sind, sollten den Börsengang besser von der Seitenlinie beobachten – oder zumindest den öffentlichen Prospekt abwarten, bevor sie eine Entscheidung treffen. Eine Anlageberatung ist das ausdrücklich nicht.

FAQ zum Kraken-Börsengang

Wann geht Kraken an die Börse?

Ein offizieller Termin steht nicht fest. Nach dem geplatzten Q1-Zeitplan gilt seit Mai 2026 das dritte Quartal 2026 als wahrscheinliches Zeitfenster – abhängig vom Marktumfeld.

Kann ich Kraken-Aktien vor dem IPO kaufen?

Für Privatanleger in Deutschland praktisch nicht. Anteile werden nur auf Sekundärmärkten für institutionelle und akkreditierte Investoren gehandelt. Seriöser Zugang besteht erst ab der Erstnotiz.

Wie viel ist Kraken wert?

Der Einstieg der Deutschen Börse im April 2026 implizierte eine Bewertung von 13,3 Milliarden US-Dollar. In der Finanzierungsrunde im November 2025 lag die Bewertung noch bei 20 Milliarden US-Dollar.

Welchen Ticker bekommt die Kraken-Aktie?

Ein Ticker wurde noch nicht veröffentlicht, da das S-1-Filing vertraulich ist. Erwartet wird ein Listing an einer US-Börse.

Was ist die beste Alternative bis zum Kraken-IPO?

Die direkteste börsennotierte Vergleichsaktie ist Coinbase. Daneben bilden Bitcoin-nahe Aktien und Krypto-ETPs Teile des Sektors ab – mit jeweils eigenem Risikoprofil.

Raphael Lulay

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected] · Redaktionsrichtlinien