Finst Erfahrungen: Test & Bewertung (2026)

Krypto-Börse im Test

Eine niederländische Krypto-Börse vom Ex-DEGIRO-Team, die mit 0,15 % Flat-Fee und voller MiCA-Lizenz gegen etablierte Anbieter antritt: Wir haben Gebühren, Sicherheit, Funktionen und Schwächen von Finst nüchtern eingeordnet.

0,15 %Flat-Fee pro Trade, ohne Spread
340+handelbare Kryptowährungen
MiCAlizenziert über die AFM (NL)

Finst Erfahrungen auf einen Blick

Finst ist eine 2023 in Amsterdam gestartete, MiCA-lizenzierte Krypto-Börse mit einer der niedrigsten Kostenstrukturen Europas: 0,15 % Flat-Fee pro Trade, keine Spreads, kostenlose SEPA-Ein- und -Auszahlungen. Die Plattform eignet sich vor allem für Einsteiger und langfristige Anleger, die einfach, günstig und reguliert Krypto kaufen, besparen oder staken wollen.

Die Schwächen sind ein klar zugeschnittenes Profil: wenige Zahlungsmethoden (kein PayPal, keine Kreditkarte), kein 24/7-Support und keine Profi-Tools wie Futures, Margin oder komplexe Ordertypen. Aktive Trader sind hier falsch aufgehoben.

Was ist Finst?

Finst ist eine europäische Krypto-Börse mit Sitz in Amsterdam, die sich auf günstigen, transparenten Handel mit Kryptowährungen für Privatanleger konzentriert. Gegründet wurde die Plattform 2023 von Julien Vallet und Marcel Putina, die zuvor beide im Führungsteam des Online-Brokers DEGIRO tätig waren – ein Hintergrund, der sich in der schlanken Bedienung und der regulatorischen Sorgfalt widerspiegelt.

Positioniert ist Finst bewusst als kostengünstige Alternative zu etablierten Anbietern: mehr als 340 Kryptowährungen, ein einheitlicher Gebührensatz ohne versteckte Aufschläge und eine mobile-first-App für iOS und Android. Für Einsteiger, die den grundsätzlichen Ablauf noch nicht kennen, lohnt vorab ein Blick in unsere Anleitung zum Kauf von Kryptowährungen. Der Fokus liegt klar auf Kaufen, Verkaufen, Besparen und Staking – nicht auf komplexem Trading. Futures, Optionen, Margin oder NFTs werden derzeit nicht angeboten. Wer ein schlankes, reguliertes Werkzeug für den Vermögensaufbau sucht, ist die Zielgruppe; wer aktive Trading-Werkzeuge braucht, nicht.

Wie hoch sind die Gebühren bei Finst?

Finst berechnet eine feste Handelsgebühr von 0,15 % pro Trade – unabhängig vom Volumen, ohne Maker/Taker-Unterschied und ohne versteckten Spread. Das ist der zentrale Verkaufspunkt der Börse und im europäischen Vergleich ausgesprochen niedrig.

Der entscheidende Punkt für die Gesamtkosten ist der Verzicht auf Spreads: Käufe werden zum echten Marktpreis ausgeführt, die Gebühr wird separat und klar ausgewiesen. Viele Wettbewerber weisen zwar eine niedrige Handelsgebühr aus, verdienen aber zusätzlich an einem Aufschlag auf den Kurs – für Einsteiger schwer zu erkennen. SEPA-Ein- und -Auszahlungen sind bei Finst kostenlos; nach Anbieterangaben fallen selbst bei Krypto-Auszahlungen keine gesonderten Gebühren an, da die Netzwerkgebühr eingerechnet ist (Quelle: Finst, Stand siehe Aktualisierung).

KostenpunktFinstHinweis
Handelsgebühr0,15 % pro Tradevolumenunabhängig, kein Maker/Taker
SpreadkeinerAusführung zum Marktpreis
SEPA-Einzahlungkostenlosempfohlene Methode
SEPA-Auszahlungkostenlosmeist wenige Stunden bis 2 Werktage
Krypto-AuszahlungkostenlosNetzwerkgebühr laut Finst inklusive
Mindestinvestitionab 1 €Sparplan ab 10 € pro Ausführung

Zur Einordnung der Größenordnung: Nach einer unternehmensinternen Vergleichsrechnung von Finst kostet der Kauf von Bitcoin im Wert von 1.000 Euro dort rund 1,50 Euro Gebühr. Solche Anbieter-eigenen Studien sind naturgemäß mit Vorsicht zu lesen – die 0,15 % Flat-Fee selbst ist aber öffentlich einsehbar und wird auch in unabhängigen Tests bestätigt.

Wie sicher ist Finst? Regulierung und Verwahrung

Finst zählt beim Thema Regulierung zu den solide aufgestellten europäischen Börsen. Die Plattform ist bei der niederländischen Finanzmarktaufsicht AFM registriert und besitzt eine vollständige MiCA-Lizenz – erfüllt also die seit 2024 geltenden EU-Vorgaben für Krypto-Dienstleister (Markets in Crypto-Assets). Seit dem Ende der MiCA-Übergangsfrist am 1. Juli 2026 ist eine solche Lizenz Grundvoraussetzung, um EU-Kunden überhaupt bedienen zu dürfen.

Die Verwahrung ist zweigeteilt und folgt dem Prinzip der Vermögenstrennung. Kryptowährungen werden über Fireblocks verwahrt, einen institutionellen Custody-Anbieter mit MPC-Technologie (Multi-Party Computation). Euro-Guthaben liegen auf einem separaten Konto bei der niederländischen Bunq Bank und unterliegen dort als Bankeinlage der EU-Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Ergänzend veröffentlicht Finst Proof-of-Reserves-Nachweise, die belegen sollen, dass Kundenbestände gedeckt sind.

Wichtig zur Einordnung: Die Einlagensicherung bis 100.000 € greift nur für Euro-Guthaben auf dem Bunq-Konto, nicht für die Kryptowährungen selbst. Krypto-Bestände unterliegen keiner gesetzlichen Einlagensicherung – das gilt bei jeder Börse. Für größere, langfristige Bestände bleibt eine eigene Hardware-Wallet die sicherste Verwahrform.

Funktionen: Sparplan, Bundles und Staking

Über den reinen Kauf und Verkauf hinaus bietet Finst drei relevante Zusatzfunktionen. Der Sparplan („Auto Invest“) ermöglicht automatisierte, wiederkehrende Käufe ab 10 Euro pro Ausführung – ein klassischer Cost-Average-Ansatz, der das Risiko schlechter Einstiegszeitpunkte reduziert. Crypto Bundles (etwa Top 5, Top 10, Top 25, Green oder DeFi) bündeln mehrere Coins in einer einzigen Order und funktionieren ähnlich wie ein Index-Korb für breit gestreutes Investieren.

Beim Staking gehört Finst zu den attraktiveren Anbietern: möglich sind laut Anbieter bis zu 12 % APY, flexibel und ohne Lock-up, mit wöchentlicher Auszahlung und automatischer Wiederanlage. Stakebar sind derzeit unter anderem Ethereum (ETH), Cardano (ADA), Solana (SOL), Near (NEAR), Cosmos (ATOM), Polkadot (DOT) und Polygon (POL). Es handelt sich um echtes On-Chain-Staking, kein Verleihen an Dritte.

Hinweis zum Staking: Die APY ist nicht garantiert und kann sich jederzeit ändern; gestakte Coins bleiben der Kursvolatilität ausgesetzt. Zudem weist Finst darauf hin, dass der Staking-Dienst nicht unter MiCA reguliert ist – die Schutzmechanismen der MiCA-Regulierung greifen für diesen Teil also möglicherweise nicht. Staking-Rewards sind in Deutschland ab 256 Euro pro Jahr steuerpflichtig.

Zahlungsmethoden und Coin-Auswahl

Hier zeigt sich die klarste Schwäche von Finst: Das Angebot an Einzahlungsmethoden ist überschaubar. Fiat-Einzahlungen sind per SEPA-Überweisung, SEPA-Instant sowie über iDEAL und Bancontact möglich – alle kostenlos. Kreditkarte, PayPal und Apple Pay werden dagegen aktuell nicht unterstützt. Wer schnelle Kartenzahlung oder PayPal erwartet, muss zu einem anderen Anbieter greifen.

Bei der Coin-Auswahl liegt Finst mit über 340 Kryptowährungen im soliden Mittelfeld – ausreichend für die allermeisten Privatanleger, aber weniger als bei stark auf Altcoin-Breite ausgerichteten Börsen. Ein weiterer Punkt aus Nutzerberichten: Nicht alle Coins lassen sich derzeit uneingeschränkt auf eine externe Wallet übertragen. Wer volle Transferfreiheit für jeden Nischen-Token braucht, sollte das vorab prüfen.

Finst im Vergleich zu Bitvavo, Bitpanda und Kraken

Im direkten Vergleich spielt Finst seine Stärke bei den Kosten aus, während andere Börsen bei Funktionsbreite und Zahlungsoptionen vorne liegen. Die folgende Tabelle stellt die zentralen Kriterien gegenüber und dient als schnelle Entscheidungshilfe.

KriteriumFinstBitvavoBitpanda
Handelsgebühr0,15 % flatbis 0,25 %Spread ~1,49 %
RegulierungMiCA (AFM/NL)MiCAMiCA + BaFin
Coins340+400+650+ (inkl. Aktien/ETFs)
ZahlungsmethodenSEPA, iDEAL, Bancontact+ PayPal, Kreditkarte, Apple Paybreit
Sparplanja (ab 10 €)jaja
Stakingja, bis 12 % APYjaja
Deutscher Supporteingeschränkt, kein 24/7etabliertetabliert

Kurz zusammengefasst: Wer maximale Gebührentransparenz und die niedrigsten Kosten will, wählt Finst. Wer mehr Zahlungsoptionen, breiteren Support oder ein Multi-Asset-Angebot (auch Aktien und Edelmetalle) braucht, ist bei Bitvavo oder Bitpanda besser aufgehoben.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Sehr niedrige, klar ausgewiesene 0,15 %-Flat-Fee ohne Spread
  • Kostenlose SEPA-Ein- und -Auszahlungen
  • Vollständige MiCA-Lizenz, getrennte Verwahrung, Proof of Reserves
  • Flexibles Staking bis 12 % APY ohne Lock-up
  • Sparplan und Bundles für passives, breites Investieren
  • Schlanke, einsteigerfreundliche App

Nachteile

  • Wenige Zahlungsmethoden (kein PayPal, keine Kreditkarte)
  • Kein 24/7-Support
  • Keine Profi-Tools (Futures, Margin, komplexe Ordertypen)
  • Coin-Transfers auf externe Wallets teils eingeschränkt
  • Relativ junger Anbieter (seit 2023) mit kürzerem Track Record
  • Staking selbst nicht MiCA-reguliert

Fazit: Für wen lohnt sich Finst?

Finst ist eine überzeugende Wahl für Einsteiger und langfristig orientierte Anleger, die Kryptowährungen einfach, günstig und reguliert kaufen, besparen oder staken möchten – ohne sich mit komplexen Trading-Oberflächen zu beschäftigen. Die Kombination aus 0,15 %-Flat-Fee ohne Spread, kostenlosen SEPA-Transaktionen, MiCA-Lizenz und einer aufgeräumten App ergibt für diese Zielgruppe ein sehr stimmiges Gesamtpaket, das preislich kaum ein etablierter Wettbewerber unterbietet.

Die Grenzen sind ebenso klar: Wer PayPal- oder Kartenzahlung erwartet, aktiv mit Hebel und komplexen Ordertypen tradet, eine riesige Altcoin-Auswahl oder rund um die Uhr erreichbaren Support benötigt, wird bei spezialisierten oder breiter aufgestellten Börsen besser bedient. Auch der noch kurze Track Record seit 2023 ist ein Punkt, den sicherheitsorientierte Anleger einkalkulieren sollten. Für den Kern-Anwendungsfall „günstig und unkompliziert langfristig in Krypto investieren“ gehört Finst derzeit aber zu den stärksten Optionen in Europa.

Häufige Fragen zu Finst

Ist Finst seriös und reguliert?

Ja. Finst ist bei der niederländischen Finanzaufsicht AFM registriert und besitzt eine vollständige MiCA-Lizenz. Kryptowährungen werden getrennt über den Custody-Anbieter Fireblocks verwahrt, Euro-Guthaben liegen bei der Bunq Bank mit EU-Einlagensicherung. Zusätzlich veröffentlicht Finst Proof-of-Reserves-Nachweise.

Wie hoch sind die Gebühren bei Finst?

Finst berechnet eine feste Handelsgebühr von 0,15 % pro Trade, unabhängig vom Volumen und ohne versteckten Spread. SEPA-Ein- und -Auszahlungen sind kostenlos. Damit zählt Finst zu den günstigsten MiCA-lizenzierten Krypto-Börsen in Europa.

Kann ich bei Finst mit PayPal oder Kreditkarte einzahlen?

Nein. Finst unterstützt aktuell nur SEPA-Überweisung, SEPA-Instant, iDEAL und Bancontact. PayPal, Kreditkarte und Apple Pay werden nicht angeboten. Wer diese Zahlungsmethoden benötigt, sollte einen anderen Anbieter wählen.

Bietet Finst einen Sparplan und Staking an?

Ja. Über „Auto Invest“ sind automatisierte Sparpläne ab 10 Euro pro Ausführung möglich. Beim Staking sind laut Anbieter bis zu 12 % APY flexibel und ohne Lock-up möglich, mit wöchentlicher Auszahlung. Staking ist allerdings nicht MiCA-reguliert.

Wie viele Kryptowährungen gibt es bei Finst?

Finst bietet nach eigenen Angaben mehr als 340 Kryptowährungen zum Handel in Euro an, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP. Das reicht für die meisten Privatanleger aus, liegt aber unter dem Angebot altcoin-fokussierter Börsen.

Für wen ist Finst geeignet – und für wen nicht?

Finst eignet sich für Einsteiger und langfristige Anleger, die günstig und unkompliziert investieren wollen. Weniger geeignet ist die Plattform für aktive Trader, die Futures, Margin, viele Zahlungsmethoden oder 24/7-Support erwarten.

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Alex Merten

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens. Redaktionsrichtlinien

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