Wie performen Börsengänge wirklich? Dieser Tracker dokumentiert die Renditen der wichtigsten IPOs aus den USA und Deutschland – vom ersten Handelstag bis heute. Von der T-Aktie über Facebook, Alibaba und Rivian bis zur IPO-Klasse 2025 und dem SpaceX-Rekordbörsengang, der sechs Wochen nach dem Debüt unter den Ausgabepreis fiel. Mit dem, was die Kapitalmarktforschung über Zeichnungsgewinne und langfristige IPO-Renditen weiß.
Stand: 24. Juli 2026 · Renditen gerundet, US-Werte auf Dollar-Basis · Aktualisierung nach jedem größeren IPO
- SpaceX: Der größte IPO aller Zeiten – und was danach kam
- IPO-Klasse 2025: Vom Kurssprung zur Ernüchterung
- Die wichtigsten US-IPOs und ihre Renditen
- Deutsche IPOs: Von der T-Aktie bis Renk
- Rekorde: Die größten Kurssprünge am ersten Tag
- Was die Forschung über IPO-Renditen weiß
- Methodik, Quellen & Aktualisierung
- Häufige Fragen (FAQ)
- US-Börsengänge legen am ersten Handelstag im langjährigen Schnitt rund 18 Prozent zu („Underpricing“) – davon profitiert aber nur, wer eine Zuteilung zum Ausgabepreis bekommt.
- Der erste Handelstag sagt wenig über die langfristige Rendite: Facebook startete als Flop und vervielfachte sich; Figma sprang um 250 Prozent und fiel binnen Monaten unter den Ausgabepreis.
- SpaceX ist das jüngste Lehrstück: 75 Mrd. US-Dollar Emissionsvolumen, +19,2 Prozent am ersten Tag, +67 Prozent bis zum Allzeithoch am 16. Juni – und am 15. Juli erstmals unter dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar.
- Die Forschung zeigt: IPOs bleiben in den ersten drei bis fünf Jahren im Schnitt hinter dem Gesamtmarkt zurück – Ausnahmen wie Visa oder Meta sind genau das: Ausnahmen.
- Der IPO-Jahrgang 2025 zeigte ein klares Muster: Sektor schlägt Momentum – KI- und Krypto-IPOs hielten sich besser als Fintech- und Consumer-Debüts.
SpaceX: Der größte IPO aller Zeiten – und was danach kam
Am 12. Juni 2026 startete an der Nasdaq der Handel mit der SpaceX-Aktie (Ticker: SPCX) – der nach Emissionsvolumen größte Börsengang der Geschichte. Der Ausgabepreis lag bei 135 US-Dollar je Aktie; bei rund 555,6 Millionen platzierten Aktien ergab das ein Emissionsvolumen von etwa 75 Milliarden US-Dollar und eine Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Der bisherige Rekordhalter Saudi Aramco nahm 2019 rund 29 Milliarden US-Dollar ein – SpaceX übertraf das um mehr als das Zweieinhalbfache.
Der erste Handelstag verlief euphorisch: Eröffnung bei 150 US-Dollar, im Tagesverlauf ein Hoch bei 176,52 US-Dollar, Schlusskurs bei rund 161 US-Dollar – ein Plus von 19,2 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis und damit fast exakt der historische Underpricing-Durchschnitt. Mit über 500 Millionen gehandelten Aktien lag das Volumen nahe an Facebooks Debüt von 2012. Vier Handelstage später, am 16. Juni, markierte SPCX bei 225,64 US-Dollar ihr bisheriges Allzeithoch: rund 67 Prozent über dem Ausgabepreis.
Danach kippte das Bild. Sell-the-News nach der Nasdaq-100-Aufnahme, auslaufende Lock-up-Stufen für Altaktionäre und die Bewertungsdebatte drückten den Kurs in mehreren Wellen nach unten. Am 15. Juli 2026 rutschte die Aktie mit einem Tief von 132,15 US-Dollar erstmals unter den Ausgabepreis; gemessen am Allzeithoch entsprach das einem Minus von rund 40 Prozent. Zuletzt notierte SPCX im Bereich um 120 US-Dollar und damit rund zehn Prozent unter dem IPO-Preis – für Zeichner ein leichtes Minus, für Käufer des ersten Handelstags ein Verlust von rund einem Viertel.
Fundamental erklären drei Punkte den Rückschlag: ein Nettoverlust von knapp fünf Milliarden US-Dollar für 2025 – maßgeblich getrieben von der KI-Sparte nach der xAI-Integration – bei einem Umsatzwachstum von 33 Prozent auf fast 19 Milliarden US-Dollar; ein Kurs-Umsatz-Verhältnis, das selbst nach dem Kursrutsch jenseits des 80-Fachen liegt; und der schrittweise steigende Free Float durch die gestaffelten Sperrfristen. Analysten bleiben gespalten: Morgan Stanley startete die Coverage mit Overweight und einem Kursziel von 300 US-Dollar, Morningstar sieht den fairen Wert deutlich unter dem aktuellen Kurs. Alle Details zu Broker-Zugang, Zeichnung und Risiken stehen im Ratgeber SpaceX-Aktien kaufen.
Eine Randnotiz mit Krypto-Bezug: Laut S-1-Prospekt hält SpaceX 18.712 Bitcoin in der Unternehmensbilanz – mehr als Tesla. Damit ist mit dem Börsengang einer der größten Corporate-Bitcoin-Bestände in die öffentlichen Märkte gezogen; in unserer Bitcoin-Treasury-Liste wird SpaceX seit dem Listing als börsennotierter Halter geführt.
IPO-Klasse 2025: Vom Kurssprung zur Ernüchterung
Kein Jahrgang illustriert die Mechanik von IPO-Renditen besser als 2025. Die Börsengänge von Circle, CoreWeave und Figma lösten im Sommer regelrechte Euphorie aus: Circle legte vom Juni-IPO bis August fast 500 Prozent zu, CoreWeave rund 185 Prozent, Figma sprang in den ersten beiden Handelstagen um 250 Prozent. Ein halbes Jahr später war das Bild gedreht – Figma notierte nach dem ersten Quartalsbericht rund 75 Prozent unter dem Augusthoch und sogar unter dem Ausgabepreis von 33 US-Dollar, Klarna verlor gut ein Drittel vom IPO-Preis, Netskope rund ein Fünftel.
Das Muster dahinter ist aufschlussreich: Nicht der erste Handelstag entschied über die Bilanz, sondern der Sektor. KI- und Krypto-nahe Börsengänge (CoreWeave, Circle) hielten sich nach den Rücksetzern deutlich besser als Fintech- und Consumer-Debüts (Klarna, StubHub, Chime) – Sektor, Größe und Substanz waren prädiktiver als die Euphorie am ersten Tag. Der SpaceX-Verlauf 2026 bestätigt die Lektion in beide Richtungen: Ein solider Erstagsgewinn schützt nicht vor einer Neubewertung, sobald die erste Preisfindung abgeschlossen ist. Für die noch ausstehenden Mega-Listings von OpenAI und Anthropic ist das der relevante Referenzfall.
Die wichtigsten US-IPOs und ihre Renditen
Die Tabelle zeigt prägende US-Börsengänge der vergangenen zwei Jahrzehnte: Ausgabepreis, Rendite am ersten Handelstag und die Bilanz aus heutiger Sicht. Erster-Tag-Renditen beziehen sich auf den Schlusskurs gegenüber dem Ausgabepreis.
| Unternehmen | IPO | Ausgabepreis | 1. Handelstag | Bilanz (Stand Juli 2026) |
|---|---|---|---|---|
| SpaceX | Juni 2026 | 135 $ | +19,2 % | Größter IPO aller Zeiten; Hoch 225,64 $ (16.06.), seit 15.07. unter dem Ausgabepreis |
| Klarna | Sept. 2025 | 40 $ | +15 % | Zuletzt rund ein Drittel unter dem Ausgabepreis |
| Figma | Juli 2025 | 33 $ | +250 % | Nach Quartalszahlen unter den Ausgabepreis gefallen (−75 % vom Hoch) |
| Circle | Juni 2025 | 31 $ | ca. +168 % | Bis August fast +500 %, danach deutliche Korrektur |
| Chime | Juni 2025 | 27 $ | ca. +37 % | Seither deutlich unter den Ausgabepreis gefallen |
| CoreWeave | März 2025 | 40 $ | ca. ±0 % | Schwacher Start, danach zeitweise fast vervielfacht – KI-Gewinner des Jahrgangs |
| März 2024 | 34 $ | +48 % | Zeitweise mehr als vervielfacht, seither volatil | |
| Birkenstock | Okt. 2023 | 46 $ | −13 % | Fehlstart, später über den Ausgabepreis erholt |
| Arm | Sept. 2023 | 51 $ | ca. +25 % | Im KI-Boom zeitweise verdreifacht |
| Rivian | Nov. 2021 | 78 $ | +29 % | Später zeitweise rund 90 % unter dem Ausgabepreis – Lehrstück Hype-IPO am Zyklushoch |
| Coinbase* | April 2021 | 250 $ (Referenz) | +31 % | Bis 2022 rund −90 %, danach kräftige Erholung |
| Airbnb | Dez. 2020 | 68 $ | +113 % | Langfristig über dem Ausgabepreis, aber unter dem Tag-1-Schlusskurs |
| Snowflake | Sept. 2020 | 120 $ | +112 % | Größter Software-IPO seiner Zeit; lange unter dem Tag-1-Schlusskurs |
| Saudi Aramco | Dez. 2019 | 32 SAR | +10 % | Bis 2026 Rekord-IPO (ca. 29 Mrd. $) – von SpaceX abgelöst |
| Uber | Mai 2019 | 45 $ | ca. −8 % | Jahrelang unter Wasser, erst ab 2023 nachhaltig über dem Ausgabepreis |
| Snap | März 2017 | 17 $ | +44 % | Nach starkem Start jahrelang unter dem Ausgabepreis |
| Alibaba | Sept. 2014 | 68 $ | +38 % | Über ein Jahrzehnt später nur moderat über dem Tag-1-Schlusskurs |
| Facebook (Meta) | Mai 2012 | 38 $ | ca. +1 % | Erst −50 % binnen Monaten, langfristig vervielfacht – der Anti-Tag-1-Beweis |
| Visa | März 2008 | 44 $ | +28 % | Mitten in der Finanzkrise gestartet, langfristig vervielfacht |
Erster-Tag-Rendite = Schlusskurs des ersten Handelstags vs. Ausgabepreis, gerundet; mit „ca.“ markierte Werte sind Näherungen. Langfrist-Bilanzen sind bewusst qualitativ gefasst, da Stichtagskurse schnell veralten – Details und exakte Kurse liefert der jeweils aktuelle Börsenkurs. *Coinbase war ein Direct Listing ohne klassischen Ausgabepreis; angegeben ist der Referenzpreis. Splits und Dividenden sind nicht berücksichtigt.
Deutsche IPOs: Von der T-Aktie bis Renk
Die deutsche IPO-Geschichte ist untrennbar mit der T-Aktie verbunden – im Guten wie im Schlechten. Der Börsengang der Deutschen Telekom im November 1996 machte Hunderttausende Deutsche erstmals zu Aktionären und gilt bis heute als größte Aktien-Marketingkampagne des Landes. Das Trauma folgte mit der dritten Tranche im Juni 2000: ausgegeben zu 66,50 Euro auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase, stürzte die Aktie bis 2002 auf unter 10 Euro – ein Verlust von rund 85 Prozent, der das Verhältnis einer ganzen Anlegergeneration zur Börse geprägt hat. Auch ein Vierteljahrhundert später notiert die T-Aktie weit unter diesem Ausgabepreis.
| Unternehmen | IPO | Ausgabepreis | 1. Handelstag | Bilanz (Stand Juli 2026) |
|---|---|---|---|---|
| Douglas | März 2024 | 26 € | ca. −12 % | Fehlstart, seither nochmals deutlich gefallen |
| Renk | Feb. 2024 | 15 € | ca. +25 % | Im Rüstungsboom zeitweise vervielfacht – bester deutscher IPO der Dekade |
| Porsche AG | Sept. 2022 | 82,50 € | ca. ±0 % | 2023 zeitweise über 120 €, 2026 deutlich unter dem Ausgabepreis |
| Deutsche Post | Nov. 2000 | 21 € | ca. +12 % (erster Kurs) | Langfristig solide, inklusive Dividenden klar positiv |
| Telekom, 3. Tranche | Juni 2000 | 66,50 € | – | Bis 2002 ca. −85 % – das deutsche IPO-Trauma |
| Infineon | März 2000 | 35 € | ca. +100 % | Im Dotcom-Crash auf unter 1 € gefallen, langfristig erholt |
| Deutsche Telekom | Nov. 1996 | 14,57 € (28,50 DM) | ca. +19 % | Die „Volksaktie“ – Startpunkt der deutschen Aktienkultur der 90er |
Erster-Tag-Renditen gerundet und teils als Näherung („ca.“) angegeben; bei der Deutschen Post bezieht sich der Wert auf den ersten festgestellten Kurs. Die dritte Telekom-Tranche war eine Kapitalerhöhung mit Ausgabepreis, kein eigenständiger Börsengang – sie ist wegen ihrer historischen Bedeutung dennoch aufgeführt. Splits und Dividenden nicht berücksichtigt.
Bemerkenswert am jüngsten deutschen Jahrgang: Renk und Douglas gingen im Abstand von sechs Wochen an dieselbe Börse – und entwickelten sich in entgegengesetzte Richtungen. Der Unterschied lag nicht im Markt-Timing, sondern im Sektor und in der Equity Story: Rüstungsboom auf der einen Seite, schuldenbeladener Einzelhandel auf der anderen. Es ist dieselbe Lektion, die auch der US-Jahrgang 2025 lehrt.
Rekorde: Die größten Kurssprünge am ersten Tag
| Rang | Unternehmen | Jahr | 1. Handelstag | Und danach? |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Figma | 2025 | +250 % | Binnen sechs Monaten unter den Ausgabepreis |
| 2 | Circle | 2025 | ca. +168 % | Erst fast +500 %, dann scharfe Korrektur |
| 3 | Airbnb | 2020 | +113 % | Hält sich über dem Ausgabepreis, unter Tag-1-Schluss |
| 4 | Snowflake | 2020 | +112 % | Lange Durststrecke unter dem Tag-1-Schlusskurs |
| 5 | Infineon | 2000 | ca. +100 % | Im Dotcom-Crash zeitweise −97 % |
Auswahl großer, bekannter Börsengänge (keine Micro-Caps), Schlusskurs Tag 1 vs. Ausgabepreis. Das Muster ist über 25 Jahre stabil: Auf die größten Eröffnungs-Euphorien folgte fast immer eine lange Phase der Ernüchterung. SpaceX schaffte es mit +19,2 Prozent nicht in diese Liste – und fiel dennoch binnen fünf Wochen unter den Ausgabepreis.
Was die Forschung über IPO-Renditen weiß
Die Kapitalmarktforschung untersucht IPO-Renditen seit Jahrzehnten – am bekanntesten sind die Langzeitdaten von Jay Ritter (University of Florida), der US-Börsengänge seit 1980 systematisch auswertet. Drei Befunde sind über die Zyklen hinweg stabil. Erstens das Underpricing: US-IPOs schließen den ersten Handelstag im langjährigen Schnitt rund 18 bis 19 Prozent über dem Ausgabepreis – Emittenten lassen bewusst „Geld auf dem Tisch liegen“, um den Start abzusichern. In Blasenphasen explodiert dieser Wert: Auf dem Höhepunkt der Dotcom-Euphorie 1999/2000 lagen die durchschnittlichen Erstags-Gewinne zeitweise über 50 Prozent.
Zweitens die Verteilungsfrage: Vom Zeichnungsgewinn profitiert nur, wer eine Zuteilung zum Ausgabepreis erhält – und die geht überwiegend an institutionelle Investoren. Wer als Privatanleger am ersten Handelstag zum Eröffnungskurs kauft, kauft den Zeichnungsgewinn der anderen mit ein. SpaceX ist dafür ein aktuelles Beispiel: Zeichner starteten mit rund 19 Prozent Plus, Käufer zum Eröffnungskurs von 150 US-Dollar lagen fünf Wochen später zweistellig im Minus. Drittens die Langfrist-Bilanz: Über die ersten drei bis fünf Jahre nach dem Börsengang bleiben IPOs im Durchschnitt messbar hinter dem Gesamtmarkt und vergleichbaren etablierten Unternehmen zurück. Die großen Ausnahmen – Visa, Meta, zeitweise Arm – prägen die Erinnerung, nicht den Durchschnitt.
Ein vierter Faktor tritt bei großen Listings hinzu: die Mechanik von Sperrfristen und Indexaufnahmen. Bei SpaceX ließ sich beides im Zeitraffer beobachten – die Nasdaq-100-Aufnahme wurde zum Sell-the-News-Ereignis, die gestaffelten Lock-up-Stufen erhöhen das handelbare Angebot über Monate schrittweise. Für Anleger heißt das nicht, dass Börsengänge per se schlechte Investments sind – sondern dass der erste Handelstag das am wenigsten aussagekräftige Signal ist. Wer IPOs systematisch verfolgen will, findet die kommenden Termine in unserem IPO-Kalender; die Wege, schon vor oder zum Börsengang zu investieren, samt Chancen und Risiken, bündelt der Hub IPO-Aktien kaufen.
Methodik, Quellen & Aktualisierung
Erster-Tag-Renditen berechnen sich aus dem offiziellen Schlusskurs des ersten Handelstags gegenüber dem Ausgabepreis (bei Direct Listings: gegenüber dem Referenzpreis) und sind gerundet; wo nur Näherungen vorliegen, sind sie mit „ca.“ gekennzeichnet. Langfrist-Bilanzen sind bewusst qualitativ formuliert, da Stichtagskurse schnell veralten – maßgeblich ist der jeweils aktuelle Börsenkurs. Splits, Dividenden und Währungseffekte sind nicht eingerechnet; US-Renditen verstehen sich auf Dollar-Basis, deutsche auf Euro-Basis. Quellen sind Emissionsprospekte und Pflichtmitteilungen (SEC-Filings, Wertpapierprospekte), Börsendaten der Handelsplätze sowie die IPO-Langzeitstatistiken von Jay Ritter (University of Florida).
Der Tracker wird nach jedem größeren Börsengang ergänzt – die SpaceX-Daten wurden nach dem ersten Handelstag am 12. Juni 2026 eingetragen und im Juli um den Kursverlauf nach dem Allzeithoch aktualisiert; OpenAI und Anthropic folgen mit ihren Listings. Bestehende Einträge werden quartalsweise überprüft. Hinweise auf Fehler nimmt die Redaktion über die im Impressum genannten Kontaktdaten entgegen; Korrekturen werden transparent nachvollzogen.
Häufige Fragen (FAQ)
US-Börsengänge schließen den ersten Handelstag im langjährigen Durchschnitt rund 18 bis 19 Prozent über dem Ausgabepreis (Underpricing). Der Schnitt verdeckt aber eine enorme Spannweite – von +250 Prozent (Figma 2025) bis zu klaren Fehlstarts wie Uber (ca. −8 Prozent) oder Birkenstock (−13 Prozent). SpaceX lag 2026 mit +19,2 Prozent fast exakt im historischen Mittel.
Nach dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar eröffnete SPCX am 12. Juni 2026 bei 150 US-Dollar und schloss den ersten Handelstag bei rund 161 US-Dollar (+19,2 Prozent). Am 16. Juni folgte das Allzeithoch bei 225,64 US-Dollar. Danach setzte eine mehrwöchige Korrektur ein: Am 15. Juli fiel die Aktie erstmals unter den Ausgabepreis, im weiteren Verlauf bis in den Bereich um 120 US-Dollar – rund 40 bis 45 Prozent unter dem Hoch.
Der Zeichnungsgewinn entsteht zwischen Ausgabepreis und Eröffnungskurs – wer erst am ersten Handelstag kauft, zahlt diesen Aufschlag bereits mit. Die Forschung zeigt zudem, dass IPOs in den ersten drei bis fünf Jahren im Schnitt hinter dem Markt zurückbleiben. Eine pauschale Antwort gibt es nicht; die historischen Daten auf dieser Seite zeigen beide Ausgänge.
SpaceX, mit einem Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US-Dollar zum Handelsstart am 12. Juni 2026 – mehr als das Zweieinhalbfache des bisherigen Rekords von Saudi Aramco (rund 29 Milliarden US-Dollar, 2019). Die Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar war zugleich die höchste, die je ein Börsenneuling erreicht hat.
Gemessen an Volumen und Verbreitung: die dritte Tranche der T-Aktie im Juni 2000. Zu 66,50 Euro auf dem Dotcom-Höhepunkt ausgegeben, verlor sie bis 2002 rund 85 Prozent – und notiert auch ein Vierteljahrhundert später weit unter dem damaligen Ausgabepreis. Der Fall prägt die deutsche Aktienkultur bis heute.
Erstaunlich wenig. Facebook startete 2012 quasi unverändert, halbierte sich binnen Monaten – und gehört langfristig zu den erfolgreichsten IPOs überhaupt. Figma sprang 2025 um 250 Prozent und fiel innerhalb von sechs Monaten unter den Ausgabepreis, SpaceX legte 2026 solide 19 Prozent zu und war fünf Wochen später ebenfalls darunter. Sektor, Bewertung und Geschäftsmodell sind nach den Daten deutlich bessere Indikatoren als die Euphorie des ersten Tages.