Krak Card Erfahrungen – Test & Bewertung der Kraken Debitkarte

Krypto-Kreditkarten · Test & Erfahrungen

Mit der Krak Card bringt Kraken eine Mastercard-Debitkarte an den Start, die Krypto und Fiat im Alltag verbindet – gebührenfrei, mit Cashback in Euro oder Bitcoin und über 600 ausgebbaren Währungen. Wir haben die Karte und die zugehörige Krak App getestet und ordnen Funktionen, Kosten, Cashback-Stufen und die Verfügbarkeit in Deutschland ein.

0 €Karten-, FX- & Monatsgebühr
bis 2 %Cashback (guthabenabhängig)
600+Währungen ausgebbar

Krypto im Supermarkt ausgeben, ohne vorher manuell zu verkaufen – genau das verspricht die Krak Card. Sie gehört zu Krak, der eigenständigen Geld- und Bezahl-App von Kraken, einer der ältesten und größten Krypto-Börsen der Welt. In diesem Test- und Erfahrungsbericht klären wir, wie die Karte funktioniert, was sie kostet, wie das gestaffelte Cashback-Modell aussieht und für wen sich die Krak Card in Deutschland tatsächlich lohnt. Einen Überblick über konkurrierende Produkte findest du in unserem Krypto-Kreditkarten-Vergleich.

Was ist die Krak Card?

Die Krak Card ist eine Mastercard-Debitkarte, die direkt auf das Guthaben deines Krak-Everyday-Kontos zugreift. Bezahlt wird überall dort, wo Mastercard akzeptiert wird – online, im Geschäft und an Geldautomaten in über 190 Ländern. Anders als bei einem klassischen Bankkonto kannst du dabei nicht nur Euro ausgeben, sondern aus mehr als 600 Währungen schöpfen, darunter über 400 Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Solana.

Wichtig zur Einordnung gleich vorweg: Trotz der häufig genutzten Bezeichnung „Kraken Kreditkarte“ handelt es sich technisch um eine Debitkarte. Es wird also kein Kreditrahmen gewährt, sondern ausschließlich vorhandenes Guthaben ausgegeben. Die Karte gibt es virtuell – in wenigen Minuten aktiviert und direkt in Apple Pay oder Google Pay nutzbar – sowie physisch in den Farben Koralle oder Schwarz.

Eine Besonderheit: Reicht das Guthaben in deiner ersten gewählten Währung nicht aus, kombiniert die Karte automatisch weitere Assets. In der Krak App legst du dazu per Drag-and-Drop eine Ausgabereihenfolge fest und kannst einzelne Coins auch sperren – etwa, wenn du deine Bitcoin lieber halten als ausgeben möchtest.

Krak Card Cashback: So funktioniert das Stufenmodell

Das Cashback ist das zentrale Argument für die Krak Card – und unterscheidet sich deutlich von vielen Wettbewerbern. Du erhältst bis zu 2 % Rückvergütung auf deine Einkäufe, wahlweise ausgezahlt in Euro oder direkt in Bitcoin. Das Cashback landet automatisch nach Abwicklung der Transaktion auf deinem Guthaben; ein Abonnement oder eine separate Anmeldung ist nicht nötig.

Entscheidend ist die Höhe: Die Cashback-Rate richtet sich nach deinem durchschnittlichen Gesamtvermögen über die letzten 30 Tage, kombiniert aus Krak, Kraken und Kraken Pro. Wer bis zu 200 € hält, startet bei 0,5 %; mit wachsendem Guthaben steigt die Rate stufenweise an. Den vollen Satz von 2 % erreichen Nutzer mit einem Durchschnittsguthaben ab 50.000 €. Für diese Stufe schaltet Kraken zusätzlich die Metal Card frei – eine Edelstahlkarte mit Zugang zum maximalen Cashback.

Wert-Vorteil gegenüber Token-Cashback: Viele Krypto-Karten zahlen Cashback in hauseigenen Token aus, deren Wert stark schwanken kann. Die Krak Card schreibt direkt in Euro oder Bitcoin gut – das macht den realen Wert der Rückvergütung deutlich planbarer und vermeidet den Umweg über einen volatilen Reward-Token.

Cashback gibt es auf nahezu alle Karteneinkäufe. Ausgenommen sind Geldautomaten-Abhebungen, Erstattungen, reine Geldtransfers sowie Kleinstbeträge unter 0,49 €. Eine monatliche Obergrenze für die Höhe des Cashbacks gibt es aktuell nicht. Wer über die hauseigene Buchungsplattform Krak Concierge Reisen bucht, erhält zudem einen erhöhten Cashback-Satz auf Hotel- und Flugbuchungen. Wer Cashback in Bitcoin wählt, sollte beachten, dass diese Rückvergütung steuerlich relevant sein kann – Details dazu klärt unser Ratgeber zu Kryptowährungen und Steuern.

Krak Card Gebühren: Wo Kosten entstehen – und wo nicht

Beim Gebührenmodell überzeugt die Krak Card im Test mit einem klaren, fairen Aufbau. Kraken selbst erhebt weder eine Jahres- noch eine Monatsgebühr, keine Transaktionsgebühren und auch keinen Fremdwährungsaufschlag. Für Bargeldabhebungen verlangt Krak ebenfalls keine eigenen Gebühren – mögliche Kosten entstehen hier nur durch den jeweiligen Automatenbetreiber.

Der einzige relevante Kostenpunkt steckt im Detail: Wenn du Kryptowährungen ausgibst, müssen diese im Moment der Zahlung in deine Hauptwährung (im EWR also Euro) umgerechnet werden. Dabei fällt ein variabler Spread an, der im Schnitt bei rund 0,49 % liegt. Wer hingegen ein Euro-Guthaben als primäre Währung hält und damit bezahlt, vermeidet diesen Spread vollständig.

PostenKosten bei der Krak Card
Kartengebühr (Jahr/Monat)0 €
Transaktionsgebühr0 €
Fremdwährungsgebühr (FX)0 € seitens Krak (Mastercard-Kurs)
Bargeldabhebung0 € seitens Krak (ggf. Automatenbetreiber)
Krypto-Ausgabe (Umrechnung)variabler Spread, ca. 0,49 %
Fiat-Ausgabe (EUR)spreadfrei

Die Krak App im Test

Ein zentraler Punkt unserer Erfahrungen: Die Krak Card lässt sich nicht in der gewohnten Kraken-App verwalten, sondern ausschließlich über die separate Krak App. Wer bereits Kraken-Kunde ist, muss sich also an eine zweite Anwendung gewöhnen. Im Test überzeugte die App allerdings durch eine klare Struktur und eine unkomplizierte Bedienung.

Über die App steuerst du sämtliche Funktionen: Ausgabereihenfolge der Assets festlegen, Karte in Sekunden sperren und entsperren, Echtzeit-Benachrichtigungen bei jeder Zahlung erhalten und Cashback-Einnahmen im Prämien-Center einsehen. Geld lässt sich zudem per persönlichem Kraktag in über 160 Länder senden und empfangen – ganz ohne IBAN. Innerhalb der App können Nutzer ihr Guthaben über die Auto-Earn-Funktion zusätzlich verzinsen lassen. Der dort beworbene Satz von bis zu 3,6 % APY ist allerdings nicht im EWR – und damit auch nicht in Deutschland – verfügbar.

Verfügbarkeit, Regulierung und Sicherheit

Die Krak Card ist derzeit für verifizierte Privatnutzer im EWR und im Vereinigten Königreich erhältlich; weitere Länder sollen folgen. Voraussetzung ist ein vollständig verifiziertes Krak-Konto inklusive abgeschlossener KYC-Prüfung. Die Kartenbestellung und der Versand der physischen Karte sind kostenlos.

Beim Thema Regulierung ist die Struktur etwas verschachtelt: Kraken ist seit 2011 am Markt und bietet seine Dienste in Deutschland über die nach MiCA regulierte EU-Gesellschaft Payward Europe Solutions Limited an. Die Krak Card selbst wird im EWR von UAB Monavate ausgegeben, das von der litauischen Zentralbank für E-Geld-Geschäfte zugelassen ist. Ein wichtiger Hinweis: Das E-Geld-Guthaben auf dem Krak-Konto ist kein klassisches Bankkonto und unterliegt keiner Einlagensicherung. Kraken setzt stattdessen auf Safeguarding und veröffentlicht als einer der Vorreiter der Branche regelmäßig Proof-of-Reserves-Nachweise.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Pro

  • Keine Karten-, Monats-, Transaktions- oder FX-Gebühren
  • Cashback wahlweise in Euro oder Bitcoin – kein volatiler Reward-Token
  • Über 600 Währungen ausgebbar, darunter 400+ Kryptos
  • Virtuelle Karte sofort nutzbar, Apple & Google Pay
  • Etablierter Anbieter seit 2011, MiCA-reguliert, Proof of Reserves

Contra

  • Volle 2 % Cashback erst ab 50.000 € Durchschnittsguthaben
  • Verwaltung nur über separate Krak App, nicht in der Kraken-App
  • Variabler Spread (~0,49 %) bei Krypto-Ausgabe
  • 3,6 % APY / Vaults im EWR nicht verfügbar
  • Keine Einlagensicherung auf das E-Geld-Guthaben

Krak Card Erfahrungen: Unser Fazit

Unsere Erfahrungen mit der Krak Card fallen positiv aus. Die Karte überzeugt vor allem dann, wenn du Kryptowährungen unkompliziert im Alltag nutzen möchtest. Das gebührenfreie Grundmodell, die breite Asset-Auswahl und das stabile Cashback in Euro oder Bitcoin heben sie von vielen Wettbewerbern ab, die ihre Rückvergütung an schwankungsanfällige Token oder hohe Staking-Anforderungen koppeln.

Realistisch einordnen sollte man zwei Punkte: Der attraktive Satz von 2 % ist für die meisten Nutzer kaum erreichbar, und die Pflicht zur separaten Krak App ist gewöhnungsbedürftig. Im Standardfall bleibt das Cashback damit überschaubar. Für eine bestimmte Zielgruppe ist die Krak Card dennoch eine der interessantesten Karten am Markt: für Kraken-Nutzer und alle, die Wert auf einen regulierten, etablierten Anbieter mit transparentem, gebührenfreiem Modell und Fiat- oder BTC-Cashback legen. Wer dagegen das maximale Cashback ohne hohe Guthabenanforderung sucht oder die EWR-Vaults nutzen möchte, sollte Alternativen vergleichen.

Direkte Alternativen mit ähnlichem Ansatz haben wir in eigenen Tests beleuchtet: etwa die Bitpanda Card und die Trade-Republic-Karte als Anbieter mit starkem Deutschland-Bezug sowie die Nexo Card, die Crypto.com-Karte, die Bybit Card und die OKX Card. Einen strukturierten Überblick über alle Modelle bietet unser Vergleich der Krypto-Kreditkarten.

Häufige Fragen zur Krak Card

Ist die Krak Card eine Kreditkarte?

Nein. Trotz der verbreiteten Bezeichnung „Kraken Kreditkarte“ handelt es sich technisch um eine Mastercard-Debitkarte. Es wird kein Kredit gewährt, sondern ausschließlich vorhandenes Guthaben deines Krak-Everyday-Kontos ausgegeben.

Ist die Krak Card in Deutschland verfügbar?

Ja. Die Krak Card ist für verifizierte Privatnutzer im EWR, also auch in Deutschland, sowie im Vereinigten Königreich erhältlich. Voraussetzung ist ein Krak-Konto mit abgeschlossener KYC-Verifizierung. Die Vaults-Funktion mit bis zu 3,6 % APY ist im EWR allerdings nicht verfügbar.

Wie hoch ist das Cashback der Krak Card?

Das Cashback liegt zwischen 0,5 % und 2 % und hängt vom durchschnittlichen Gesamtvermögen der letzten 30 Tage bei Krak, Kraken und Kraken Pro ab. Bei bis zu 200 € startet es bei 0,5 %, den vollen Satz von 2 % erreichen Nutzer ab 50.000 €. Ausgezahlt wird wahlweise in Euro oder Bitcoin.

Welche Gebühren fallen bei der Krak Card an?

Kraken erhebt keine Karten-, Monats-, Transaktions- oder Fremdwährungsgebühren und auch keine eigenen Gebühren für Bargeldabhebungen. Lediglich bei der Umrechnung von Krypto in Euro fällt ein variabler Spread von durchschnittlich rund 0,49 % an. Zahlst du direkt aus einem Euro-Guthaben, entfällt dieser.

Kann ich mit der Krak Card Bitcoin ausgeben?

Ja. Du kannst über 400 Kryptowährungen ausgeben. In der Krak App legst du eine Ausgabereihenfolge fest; die gewählten Coins werden im Moment der Zahlung automatisch in deine Hauptwährung umgerechnet. Einzelne Assets lassen sich auch für die Ausgabe sperren, wenn du sie halten möchtest.

Raphael Lulay

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected] · Autorenprofil · Redaktionsrichtlinien