Krypto-Hack-Chronik: Die größten Hacks, Pleiten und Betrugsfälle seit 2011

Daten & Statistiken · Chronik

Die großen Krypto-Hacks, Pleiten und Betrugsfälle seit 2011 – chronologisch dokumentiert, mit Schadenssummen, Tätern, Urteilen und dem aktuellen Stand der Gläubiger-Rückzahlungen. Von Mt. Gox über FTX und Terra bis zum Bybit-Rekordraub und den Fällen des laufenden Jahres. Als dauerhafte Referenz angelegt und nach jedem größeren Vorfall ergänzt.

1,5 Mrd. $Bybit-Hack 2025 – der größte Krypto-Raub der Geschichte
3,4 Mrd. $durch Hacks gestohlen allein 2025 – das bislang schlimmste Jahr
ca. 6,75 Mrd. $kumulierte Beute nordkoreanischer Staatshacker
ca. 10 Mrd. $bereits an FTX-Gläubiger zurückgezahlt – Quoten bis 120 %

Stand: 11. Juni 2026 · Schadenssummen zum jeweiligen Tatzeitpunkt, gerundet · Aktualisierung nach jedem größeren Vorfall

⚡ Auf einen Blick: 15 Jahre Krypto-Hacks und Pleiten
  • Der Bybit-Hack vom Februar 2025 (rund 1,5 Milliarden US-Dollar) ist der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte – verübt von Nordkoreas Lazarus-Gruppe.
  • 2025 war das schlimmste Hack-Jahr aller Zeiten: rund 3,4 Milliarden US-Dollar gestohlen, wobei allein die drei größten Angriffe 69 Prozent der Verluste ausmachten.
  • Nordkoreanische Staatshacker haben kumuliert rund 6,75 Milliarden US-Dollar erbeutet – und dominieren das Geschehen auch 2026.
  • Die größten Verluste entstanden allerdings nicht durch Hacks, sondern durch Pleiten und Betrug: Der Terra-Kollaps vernichtete rund 40 Milliarden US-Dollar, bei FTX fehlten rund 8 Milliarden an Kundengeldern.
  • Es gibt auch die andere Seite: FTX-Gläubiger haben inzwischen rund 10 Milliarden US-Dollar zurückerhalten – je nach Forderungsklasse bis zu 120 Prozent des Nominalwerts, allerdings auf Basis der Kurse von 2022.

Die größten Krypto-Hacks aller Zeiten

Seit dem ersten großen Einbruch bei Mt. Gox hat sich die Anatomie von Krypto-Hacks mehrfach gewandelt: von gestohlenen Börsen-Wallets (2011 bis 2018) über die Bridge-Exploits der DeFi-Ära (2021/2022) bis zu den heutigen Angriffen, die kaum noch Code knacken, sondern Menschen – über kompromittierte Zugänge, Social Engineering und manipulierte Signier-Prozesse. Die Tabelle führt die größten dokumentierten Diebstähle, bewertet zum jeweiligen Tatzeitpunkt:

ZielZeitpunktSchaden (zum Tatzeitpunkt)Täter / MethodeStatus
Bybit (Börse)Feb. 2025ca. 1,5 Mrd. $Lazarus (Nordkorea); manipulierter Signier-ProzessGrößter Krypto-Raub aller Zeiten; Beute größtenteils gewaschen
Ronin Network (Axie Infinity)März 2022ca. 625 Mio. $Lazarus; kompromittierte Validator-SchlüsselTeil der Beute durch US-Behörden eingefroren
Poly Network (DeFi)Aug. 2021ca. 611 Mio. $Einzeltäter; Smart-Contract-ExploitKurios: Beute fast vollständig zurückgegeben
Binance (BNB Bridge)Okt. 2022ca. 570 Mio. $Bridge-ExploitGroßteil durch Chain-Stopp eingefroren
Coincheck (Börse, Japan)Jan. 2018ca. 534 Mio. $Hot-Wallet-Kompromittierung (NEM)Kunden von Coincheck entschädigt
FTX (während des Kollapses)Nov. 2022ca. 477 Mio. $Unautorisierte Abflüsse in der InsolvenznachtTeilweise zurückverfolgt
Wormhole (Bridge)Feb. 2022ca. 326 Mio. $Signatur-ExploitVerlust vom Investor Jump Crypto gedeckt
DMM Bitcoin (Börse, Japan)Mai 2024ca. 305 Mio. $LazarusBörse stellte Betrieb ein
Kelp DAO (DeFi)2026ca. 292 Mio. $LayerZero-SchwachstelleGrößter DeFi-Hack des laufenden Jahres
KuCoin (Börse)Sept. 2020ca. 281 Mio. $Lazarus; gestohlene Private KeysGroßteil zurückgeholt, Kunden entschädigt
WazirX (Börse, Indien)Juli 2024ca. 235 Mio. $Lazarus; Multisig-KompromittierungGläubigerverfahren läuft
Cetus (DeFi, Sui)Mai 2025ca. 223 Mio. $Smart-Contract-ExploitTeil der Beute eingefroren
Euler Finance (DeFi)März 2023ca. 197 Mio. $Flashloan-ExploitBeute größtenteils zurückgegeben
Nomad (Bridge)Aug. 2022ca. 190 Mio. $Bug, ausgenutzt von hunderten AdressenNur kleiner Teil zurückgegeben
Balancer (DeFi)Nov. 2025ca. 128 Mio. $Protokoll-ExploitUntersuchung läuft
Bitfinex (Börse)Aug. 2016119.756 BTC (damals ca. 72 Mio. $)Wallet-Kompromittierung2022 aufgeklärt: Rekord-Beschlagnahmung von 3,6 Mrd. $
The DAO (Ethereum)Juni 20163,6 Mio. ETH (damals ca. 60 Mio. $)Smart-Contract-ExploitFührte zum Ethereum-Hard-Fork (Entstehung von ETC)
Mt. Gox (Börse, Japan)2011–2014ca. 850.000 BTC (damals ca. 460 Mio. $)Jahrelange Wallet-KompromittierungInsolvenz 2014; Rückzahlungen seit 2024

Schadenssummen zum Kurszeitpunkt des Vorfalls, gerundet; in heutigen Kursen lägen viele Beträge um ein Vielfaches höher (die 850.000 Mt.-Gox-BTC entsprächen heute einem zweistelligen Milliardenbetrag). Auswahl: dokumentierte Diebstähle ab ca. 100 Mio. US-Dollar plus historisch prägende Fälle. Quellen: Chainalysis, TRM Labs, Gerichtsdokumente, Unternehmensmitteilungen.

Bybit 2025: Der Rekordraub im Detail

Der Angriff auf Bybit im Februar 2025 markiert eine Zäsur – nicht nur wegen der Summe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Ether, sondern wegen der Methode. Die Angreifer knackten keinen Smart Contract und keine Blockchain: Sie kompromittierten den Signier-Prozess einer Routineüberweisung aus der Cold Wallet, sodass die Verantwortlichen eine manipulierte Transaktion freigaben, die legitim aussah. Chainalysis ordnet den Fall technisch als Kompromittierung privater Schlüssel ein – und als Beleg für die fundamentale Schwachstelle zentralisierter Plattformen: Solche Vorfälle sind selten, aber wegen der konzentrierten Volumina katastrophal. Allein der Bybit-Hack stand für 88 Prozent aller Krypto-Verluste des ersten Quartals 2025.

Bemerkenswert war auch die Reaktion: Bybit blieb zahlungsfähig, bediente alle Auszahlungen und schloss die Lücke binnen Tagen über Brückenfinanzierungen – ein Kontrast zu den Pleiten von 2022, bei denen fehlende Reserven die Insolvenz auslösten. Die Beute schreibt das FBI der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe zu; ein Großteil gilt trotz internationaler Nachverfolgung als gewaschen.

Chronik der großen Pleiten & Betrugsfälle

Gemessen am Schaden für Anleger waren nicht Hacker das größte Risiko der Krypto-Geschichte, sondern Geschäftsmodelle: Schneeballsysteme, veruntreute Kundengelder und Konstruktionen, die nur in steigenden Märkten funktionierten. Der Kollaps des Terra-Ökosystems im Mai 2022 vernichtete allein rund 40 Milliarden US-Dollar und riss in einer Kettenreaktion Three Arrows Capital, Celsius und Voyager mit – und bereitete den Boden für den FTX-Zusammenbruch im November desselben Jahres.

FallKollapsSchaden / ForderungenArtStand heute
FTX (Börse)Nov. 2022ca. 8 Mrd. $ Lücke bei KundengeldernVeruntreuungSBF: 25 Jahre Haft; Rückzahlungen laufen (s. unten)
Terra / Luna (UST)Mai 2022ca. 40 Mrd. $ vernichtetKollaps eines algorithmischen StablecoinsDo Kwon ausgeliefert, schuldig bekannt
Celsius (Lending)Juli 2022ca. 4,7 Mrd. $ KundenforderungenInsolvenz / BetrugGründer Mashinsky: 12 Jahre Haft (2025)
Three Arrows CapitalJuni 2022ca. 3,5 Mrd. $ ForderungenHedgefonds-KollapsLiquidation läuft; Gründer mit Auflagen belegt
Voyager DigitalJuli 2022ca. 1,3 Mrd. $Insolvenz (Terra/3AC-Folge)Teilrückzahlungen erfolgt
BlockFi (Lending)Nov. 2022ca. 1 Mrd. $ ForderungenInsolvenz (FTX-Folge)Verfahren weitgehend abgeschlossen
Mt. Gox (Börse)Feb. 2014ca. 850.000 BTCHack + InsolvenzRückzahlungen seit Juli 2024 (s. unten)
OneCoin2014–2017mind. 4 Mrd. $ (Schätzungen deutlich höher)Schneeballsystem ohne echte BlockchainGründerin Ignatova flüchtig (FBI Most Wanted); Mitgründer: 20 Jahre Haft
PlusToken2019ca. 2–3 Mrd. $Schneeballsystem (China/Asien)Drahtzieher verurteilt; ca. 194.000 BTC vom chinesischen Staat eingezogen
BitconnectJan. 2018ca. 2,4 Mrd. $SchneeballsystemGründer Kumbhani flüchtig
QuadrigaCX (Börse, Kanada)2019ca. 215 Mio. CADInsolvenz nach Tod des CEO; faktisch SchneeballsystemNur geringe Quote für Gläubiger
Nuri (Krypto-Bank, Berlin)Aug. 2022Kundengelder blieben geschütztInsolvenz des GeschäftsbetriebsPositiv-Beispiel: getrennte Verwahrung verhinderte Verluste

Schadenssummen gerundet und teils Schätzungen – bei Schneeballsystemen liegen Einzahlungen, Buchwerte und realer Schaden naturgemäß auseinander. Bei Terra bezieht sich der Wert auf die vernichtete Marktkapitalisierung von LUNA und UST, nicht auf einen Diebstahl.

Was wurde aus dem Geld? Urteile & Rückzahlungen

Die wenigsten wissen: Mehrere der größten Pleiten enden für Gläubiger glimpflicher als erwartet – mit einem entscheidenden Haken. Der FTX Recovery Trust zahlt seit Februar 2025 in Runden aus; nach der vierten Runde vom 31. März 2026 (rund 2,2 Milliarden US-Dollar) summieren sich die Rückzahlungen auf etwa 10 Milliarden US-Dollar, eine fünfte Runde ist für Ende Mai 2026 angekündigt. Kleinanleger der „Convenience Class“ erhalten kumuliert 120 Prozent ihrer Forderungen, internationale Kundenansprüche liegen bei 96 Prozent, mehrere Klassen haben 100 Prozent erreicht – bei Insolvenzeröffnung 2022 galten 10 bis 20 Cent je Dollar als realistisch. Der Haken: Alle Quoten basieren auf den Kursen vom November 2022. Wer damals Bitcoin bei rund 17.000 US-Dollar auf FTX hielt, bekommt diesen Dollarwert ersetzt – nicht die Kursgewinne der Folgejahre.

Ähnlich bei Mt. Gox: Die Insolvenz wurde in eine japanische Zivilsanierung überführt, und weil die verbliebenen rund 140.000 BTC im Wert explodierten, übersteigt die Masse inzwischen die nominellen Forderungen – die seit Juli 2024 laufenden Auszahlungen machten Gläubiger nach über zehn Jahren Wartezeit teils wohlhabender als vor dem Hack. Strafrechtlich ist die Bilanz gemischt: Sam Bankman-Fried (FTX) erhielt 2024 25 Jahre Haft, Celsius-Gründer Alex Mashinsky 2025 zwölf Jahre, OneCoin-Mitgründer Karl Sebastian Greenwood 20 Jahre; Do Kwon (Terra) wurde nach Auslieferung in die USA schuldig gesprochen. Die Bitfinex-Beute von 2016 wurde 2022 mit rund 94.000 BTC sichergestellt – mit 3,6 Milliarden US-Dollar die größte Finanz-Beschlagnahmung der US-Geschichte. Flüchtig bleiben dagegen OneCoin-Gründerin Ruja Ignatova und Bitconnect-Gründer Satish Kumbhani.

Nordkorea: Der staatliche Großtäter

Kein Akteur prägt die Hack-Statistik so wie Nordkorea. Die dem Regime zugerechneten Gruppen – allen voran Lazarus – haben nach Chainalysis-Daten allein 2025 mindestens 2,02 Milliarden US-Dollar gestohlen (plus 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und standen für rund drei Viertel aller Angriffe auf Krypto-Dienste; kumuliert beläuft sich die Beute auf etwa 6,75 Milliarden US-Dollar. Auch 2026 setzt sich das Muster fort: Nach TRM-Labs-Daten entfielen in den ersten vier Monaten 77 Prozent der gesamten Hack-Beute auf nordkoreanische Akteure. UN-Berichte und westliche Geheimdienste gehen davon aus, dass die Erlöse das Raketen- und Atomwaffenprogramm mitfinanzieren – Krypto-Hacks sind damit längst kein reines Kriminalitäts-, sondern ein geopolitisches Thema.

Auffällig ist die Professionalisierung der Methoden: Statt Code-Exploits dominieren inzwischen Social Engineering, eingeschleuste IT-Fachkräfte mit falscher Identität und kompromittierte Zulieferer – der Bybit-Fall lief über die Infrastruktur eines Wallet-Dienstleisters. Chainalysis bilanziert für 2025 entsprechend: Das schlimmste Hack-Jahr der Geschichte war kein Smart-Contract-Problem, sondern ein Menschen-Problem.

Die Fälle mit Deutschland-Bezug

Der größte Krypto-Betrugsfall mit deutschem Bezug ist OneCoin: Das Schneeballsystem um die in Deutschland aufgewachsene „Kryptoqueen“ Ruja Ignatova sammelte weltweit Milliarden ein – für eine angebliche Kryptowährung, hinter der nie eine echte Blockchain stand. Die BaFin ging bereits 2017 gegen die deutschen Konten des Systems vor, die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelte früh. Ignatova verschwand 2017 und steht seit 2022 auf der Most-Wanted-Liste des FBI; ihr Verbleib ist ungeklärt. Der Fall gilt als Lehrstück dafür, dass die größten „Krypto“-Betrugsfälle oft gar keine Kryptowährungen waren, sondern klassische Schneeballsysteme mit Krypto-Etikett.

Ein Gegenbeispiel mit Berliner Adresse: Die Krypto-Bank Nuri (ehemals Bitwala) meldete im August 2022 Insolvenz an – doch weil Kundengelder und Krypto-Bestände getrennt bei regulierten Partnern verwahrt wurden, verloren die rund 500.000 Kunden kein Geld und konnten ihre Bestände vollständig abziehen. Der Kontrast zu FTX und Celsius, wo Kundengelder im Unternehmensvermögen aufgingen, zeigt: Entscheidend ist nicht, ob ein Anbieter scheitert, sondern wie er verwahrt. Worauf bei der Wahl einer Plattform zu achten ist, erklärt unser Vergleich der besten Krypto-Börsen; laufend aktualisierte Warnungen zu aktiven Betrugsmaschen sammelt unser Hub Bitcoin-Betrugswarnungen.

Muster & Lehren aus 15 Jahren

Drei Muster ziehen sich durch die Chronik. Erstens: Die Angriffsfläche wandert. 2011 bis 2018 waren es die Hot Wallets der Börsen, 2021/2022 die Bridges der DeFi-Welt (Ronin, Wormhole, Nomad – allein 2022 wurden branchenweit Rekordsummen erbeutet), seit 2024 sind es Menschen und Prozesse: kompromittierte Signaturen, Social Engineering, falsche Mitarbeiter. Parallel verlagern sich Angriffe auf Privatpersonen – 2025 stammten 44 Prozent der gestohlenen Summen aus privaten Wallets, und Betrugsmaschen (17 Milliarden US-Dollar Schaden 2025, getrieben von KI-gestützten Imitationen) übertreffen die Hacks inzwischen deutlich.

Zweitens: Die größten Verluste entstanden nie durch Technik, sondern durch Vertrauen – in Geschäftsmodelle (Terra, Celsius), in Personen (FTX, QuadrigaCX) oder in Versprechen (OneCoin, Bitconnect). Drittens: Verwahrung entscheidet. In jeder großen Pleite verloren jene am meisten, deren Bestände im Unternehmensvermögen des Anbieters lagen. Was daraus praktisch folgt – von der Trennung zwischen Hot Wallet und Cold Wallet über die Wahl einer sicheren Wallet bis zu den Grundregeln gegen Phishing und Social Engineering – haben wir in den Krypto-Sicherheits-Tipps zusammengefasst.

Hinweis: Diese Chronik dient der allgemeinen Information und Dokumentation. Sie stellt keine Anlageberatung dar und erhebt trotz sorgfältiger Recherche keinen Anspruch auf Vollständigkeit – gerade bei Betrugsfällen weichen Schadensschätzungen je nach Quelle erheblich voneinander ab.

Methodik, Quellen & Aktualisierung

Aufgenommen werden dokumentierte Diebstähle ab einer Größenordnung von rund 100 Millionen US-Dollar sowie historisch prägende Fälle darunter; bei Pleiten und Betrugsfällen sind Forderungssummen bzw. vernichtete Werte maßgeblich. Schadenssummen werden zum Kurszeitpunkt des Vorfalls angegeben und gerundet – das ist die einzige Bewertungsbasis, die Fälle über 15 Jahre vergleichbar macht. Quellen sind die Jahresberichte von Chainalysis und TRM Labs, Gerichtsdokumente und Urteile, Insolvenzverwalter-Mitteilungen (u. a. FTX Recovery Trust) sowie Pflichtmitteilungen der betroffenen Unternehmen. Zuschreibungen an staatliche Akteure folgen den Einschätzungen von FBI, Chainalysis und TRM Labs und sind als solche gekennzeichnet.

Die Chronik wird nach jedem größeren Vorfall ergänzt und quartalsweise vollständig überprüft; der Stand der Gläubigerverfahren (FTX, Mt. Gox, WazirX) wird bei jeder Auszahlungsrunde aktualisiert. Hinweise auf Fehler oder fehlende Fälle nimmt die Redaktion über die im Impressum genannten Kontaktdaten entgegen – Korrekturen werden transparent nachvollzogen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was war der größte Krypto-Hack aller Zeiten?

Der Angriff auf die Börse Bybit im Februar 2025 mit einem Schaden von rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Ether – verübt von der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe über einen manipulierten Signier-Prozess. Er allein stand für 88 Prozent aller Krypto-Verluste des ersten Quartals 2025.

Wie viel wird jährlich durch Krypto-Hacks gestohlen?

2025 war mit rund 3,4 Milliarden US-Dollar das bislang schlimmste Jahr (Chainalysis); davon entfielen etwa 2,7 Milliarden auf Börsen und DeFi-Protokolle und rund 700 Millionen auf private Wallets. Hinzu kamen rund 17 Milliarden US-Dollar Schaden durch Betrugsmaschen und Scams – die inzwischen größere Bedrohung.

Wer steckt hinter den größten Krypto-Hacks?

Mit großem Abstand Nordkorea: Die dem Regime zugerechneten Gruppen um Lazarus erbeuteten allein 2025 mindestens 2,02 Milliarden US-Dollar und kumuliert rund 6,75 Milliarden. Westliche Behörden gehen davon aus, dass die Erlöse das Waffenprogramm des Landes mitfinanzieren.

Bekommen Geschädigte ihr Geld zurück?

Teilweise – und manchmal mehr als erwartet. FTX-Gläubiger haben rund 10 Milliarden US-Dollar zurückerhalten, je nach Klasse 96 bis 120 Prozent der Forderungen, allerdings auf Basis der Kurse vom November 2022. Mt.-Gox-Gläubiger werden seit 2024 nach über zehn Jahren ausgezahlt. Bei Schneeballsystemen wie OneCoin oder Bitconnect ist das Geld dagegen überwiegend verloren.

Was war der größte Krypto-Betrug mit Deutschland-Bezug?

OneCoin: Das Schneeballsystem um die in Deutschland aufgewachsene Ruja Ignatova sammelte weltweit mindestens vier Milliarden US-Dollar ein – für eine Kryptowährung ohne echte Blockchain. Ignatova ist seit 2017 verschwunden und steht auf der Most-Wanted-Liste des FBI.

Wie schütze ich mich vor Hacks und Betrug?

Die Chronik zeigt zwei Konstanten: Großverluste trafen vor allem Bestände, die im Unternehmensvermögen von Anbietern lagen, und Betrugsmaschen zielen zunehmend auf Privatpersonen statt auf Technik. Eigenverwahrung größerer Bestände (Cold Wallet), regulierte Anbieter mit getrennter Verwahrung und gesunde Skepsis gegenüber Renditeversprechen sind die wirksamsten Schutzmaßnahmen.

✍️ Raphael Lulay

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]