Der Kryptomarkt hat am 16. März Leerverkäufer hart erwischt. Innerhalb von 24 Stunden wurden Short-Positionen im Wert von 176,5 Millionen US-Dollar zwangsweise liquidiert, wie Daten von Coinglass zeigen. Long-Positionen: gerade einmal 26,3 Millionen Dollar. Das Verhältnis von knapp 7:1 zeigt, wie einseitig positioniert der Markt war.
Ethereum: Die höchsten Short-Liquidationen des Tages
Nicht Bitcoin, sondern Ethereum steht an der Spitze. Auf ETH entfallen Short-Liquidationen von 123,1 Millionen Dollar – der höchste Wert unter allen Kryptowährungen. Der Ethereum-Kurs steigt um 7,5 Prozent, der stärkste Anstieg unter den großen Coins. Wer auf fallende ETH-Kurse gesetzt hatte, wurde aus dem Markt gespült.
Bitcoin: 108 Millionen Dollar Short-Liquidationen
Bitcoin legt 3,2 Prozent zu und notiert bei 73.771 Dollar. Short-Positionen im Wert von 108,3 Millionen Dollar werden zwangsweise geschlossen. Long-Trader verlieren vergleichsweise wenig: nur 17 Millionen Dollar.
Solana klettert um 5,96 Prozent. Short-Liquidationen: 18,1 Millionen Dollar. XRP steigt 5,3 Prozent, 5,4 Millionen Dollar an Short-Positionen werden zwangsweise geschlossen. Auch Cardano (ADA) fällt mit einem Plus von 9,84 Prozent auf – der größte prozentuale Tagesgewinner unter den Top-Coins.
Was steckt dahinter?
Ein Short-Squeeze entsteht, wenn viele Trader gleichzeitig auf fallende Kurse setzen – und der Markt stattdessen steigt. Die Börsen schließen die verlierenden Positionen automatisch. Das erzeugt zusätzlichen Kaufdruck, der den Kurs weiter nach oben treibt. Ein sich selbst verstärkender Mechanismus.
Bitcoin sprang innerhalb von nur 30 Minuten um rund 1.800 Dollar auf ein 40-Tage-Hoch von 74.300 Dollar – und überraschte damit viele Marktteilnehmer. Ein Einzelereignis sticht dabei besonders hervor: Krypto-Veteran Erik Voorhees kaufte laut Onchain-Daten von Lookonchain 23.393 Ethereum im Wert von rund 49 Millionen Dollar – ein Großeinkauf, der den ETH-Kurs zusätzlich befeuerte und maßgeblich zu den rekordhohen ETH-Short-Liquidationen beitrug.
Hinzu kommt ein günstigeres Makroumfeld. Der Ölpreis fiel von zeitweise über 120 Dollar auf rund 101 Dollar zurück, nachdem sich die Spannungen rund um den Iran entspannten. Das entlastete Risikoassets weltweit. Gleichzeitig signalisieren die US-Inflationsdaten für Februar – CPI bei 2,4 Prozent – dass die Federal Reserve am 18. März eine gemäßigtere Haltung einnehmen könnte. Märkte preisen inzwischen ein bis zwei Zinssenkungen bis Q3 2026 ein. Für Bitcoin, dessen Korrelation mit dem Nasdaq-100 derzeit bei rund 85 Prozent liegt, sind das bullische Vorzeichen.
Die Daten vom 16. März zeigen: Der Markt war massiv short positioniert. Wer dagegen gesetzt hat, gewann. Wer auf den weiteren Absturz wartete, verlor.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
