Altcoins ziehen so viel Spothandel auf sich wie seit einem Jahr nicht mehr. Laut Daten des On-Chain-Analysehauses Glassnode vom 28. September 2026 lag das gesamte Spot-Handelsvolumen im Sieben-Tage-Schnitt knapp beim Vierfachen des Bitcoin-Spotvolumens. Das ist der höchste Wert seit September 2025.
Glassnode weist darauf hin, dass eine derart erhöhte Risikobereitschaft in der Vergangenheit häufig mit lokalen Hochpunkten beim Bitcoin-Kurs zusammenfiel.
Altcoin News: Knapp drei Viertel des Spothandels entfallen auf Altcoins
Die Kennzahl setzt das gesamte Spotvolumen ins Verhältnis zum Bitcoin-Volumen. Ein Wert von knapp 4 bedeutet: Auf jeden Dollar Bitcoin-Umsatz entfallen knapp drei Dollar Umsatz in anderen Kryptowährungen. Altcoins stehen damit für knapp drei Viertel des gesamten Spothandels.
Der langjährige Median der Reihe liegt im Glassnode-Chart bei etwa dem Dreifachen. Der aktuelle Wert ist also erhöht, aber kein Rekord: Im Sommer 2025 lag die Kennzahl zeitweise rund beim Fünffachen.
Bitcoin Prognose: Ist das Altcoin-Volumen ein Top-Signal?
Glassnode spricht ausdrücklich von lokalen Hochs. Gemeint ist ein kurzfristiger Hochpunkt mit anschließender Korrektur, kein Ende des Marktzyklus. Allein kann die Kennzahl eine Trendwende nicht vorhersagen.
Die Historie fällt gemischt aus. Erhöhte Werte gab es im Frühjahr 2024 und im Spätsommer 2025. Beide Male folgten Korrekturen, teils jedoch erst nach weiteren Kursanstiegen. Ende 2023 stieg die Kennzahl ebenfalls deutlich über den Median, Bitcoin legte danach trotzdem weiter zu.

Ein Unterschied zu früheren Spekulationsphasen: Nach Glassnode-Angaben ist das Open Interest bei Altcoin-Perpetuals über 30 Tage kaum gewachsen. Die Bewegung wird demnach eher vom Spotmarkt als von Hebelpositionen getragen. Das senkt das Risiko kaskadierender Liquidationen, schützt aber nicht vor Abverkäufen.
Bitcoin News: ETF-Zuflüsse treffen auf Gewinnmitnahmen
Bitcoin notierte am Montag, 28. September, bei rund 84.000 US-Dollar, nachdem der Kurs am Mittwoch zuvor rund 87.000 US-Dollar erreicht hatte. Auf Wochensicht stand ein Plus von etwa 4 Prozent.
Getragen wurde die Woche von den US-Spot-ETFs. Sie verbuchten Nettozuflüsse von rund 2,7 Milliarden US-Dollar, den höchsten Wochenwert seit fast einem Jahr. Perpetual-Trader verkauften dagegen netto aggressiv, und der Rücksetzer am Montag löste Long-Liquidationen aus.
Die Profitabilität ist hoch: Rund 74 Prozent des Bitcoin-Angebots liegen im Gewinn. Realisierte Gewinne und unrealisierte Gewinne kurzfristiger Halter liegen deutlich über ihren üblichen Bandbreiten. Eine weitere Glassnode-Analyse vom 30. September verortet zudem eine Verkaufswand im Orderbuch zwischen 85.000 und 85.500 US-Dollar.
Einordnung: Rotation ist noch kein Crash-Signal
Die Verlagerung in Altcoins zeigt vor allem eines: Die Risikobereitschaft steigt, während Bitcoin unter einer Widerstandszone konsolidiert. Ob daraus ein lokales Top wird, hängt weniger an der Volumen-Kennzahl als an zwei Faktoren: einem Anstieg der Altcoin-Hebel und verstärkten Gewinnmitnahmen bei Bitcoin. Solange ETF-Zuflüsse und frisches Kapital den Verkaufsdruck aufnehmen, bleibt das Signal eine Warnung, kein Beweis.
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Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
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