Der Wall-Street-Broker Bernstein hat am Dienstag erklärt, Bitcoin habe seinen Tiefpunkt erreicht. Coindesk berichtete zuerst. Chefanalyst Gautam Chhugani schrieb in einer Kundenmitteilung: Bitcoin sei jetzt auf dem Weg nach oben. Das Kursziel von 150.000 US-Dollar bis Jahresende bleibt unverändert.
Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 71.000 Dollar. Gegenüber dem Allzeithoch aus dem Spätherbst 2025 entspricht das einem Rückgang von bis zu 45 Prozent.
Kein Systemversagen – nur ein Stimmungseinbruch
Bernstein stuft den aktuellen Rücksetzer nicht als strukturelle Krise ein. Die Analysten sehen keine Parallele zu früheren Bärenmärkten. 2022 kollabierte FTX, Terra-Luna implodierte, Three Arrows Capital ging unter. Diesmal sei nichts davon eingetreten.
Der Kursrückgang spiegele eine Vertrauenskrise wider – keinen Zusammenbruch des Netzwerks oder der institutionellen Infrastruktur. ETF-Zuflüsse, Unternehmensbilanzen mit Bitcoin-Positionen und regulierte Handelszugänge blieben intakt.
Bitcoin übertrifft Gold seit Ausbruch des Iran-Konflikts
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar habe Bitcoin Gold um 25 Prozent übertroffen. Bernstein wertet das als Beleg dafür, dass Bitcoin in geopolitischen Krisenzeiten als portables, zensurresistentes Asset wahrgenommen wird.
Gleichzeitig ordnen die Analysten Bitcoin weiterhin als liquiditätssensitives Risikoasset ein – nicht als ausgereiften sicheren Hafen. Sobald die Zinsen sinken oder die globale Liquidität steige, könnten ETF-Strukturen und Unternehmensfinanzierungskanäle erhebliche Kapitalzuflüsse absorbieren.
Strategy hält 3,6 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots
Bullish bewertet Bernstein auch das Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strategy (MSTR). Dessen Bilanz sei „widerstandsfähig, liquide und stressgeprüft“. Strategy hält nach aktuellen Angaben rund 3,6 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots – im Gegenwert von etwa 53,5 Milliarden US-Dollar. Im laufenden Jahr sammelte das Unternehmen 7,3 Milliarden US-Dollar ein, um seine Position auszubauen.
Bernstein vergibt für Strategy ein Outperform-Rating mit Kursziel 450 US-Dollar.
Bitcoin Prognose: 200.000 US-Dollar für 2027
Das mittelfristige Szenario von Bernstein reicht über 2026 hinaus. Der Zyklushöchststand wird für 2027 bei 200.000 Dollar erwartet. Als langfristiges Ziel nennt die Firma bis 2033 einen Preis von einer Million US-Dollar je Bitcoin.
Bernstein verwaltet ein Vermögen von rund 867 Milliarden US-Dollar. Die Einschätzungen der Analysten gelten als Marktindikator, nicht als Anlageberatung.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
