Bitcoin hat am Freitagabend seinen Intraday-Höchststand von 73.838 Dollar nicht halten können und notiert aktuell bei 71.564 US-Dollar. Das entspricht einem stündlichen Minus von rund 1,5 Prozent. Auf Sieben-Tage-Sicht steht die Leitwährung noch 4,4 Prozent im Plus, wie Daten von Coingecko zeigen. Das Tages-Hoch war zugleich der höchste Bitcoin-Kurs seit rund einem Monat.
Das Handelsvolumen stieg innerhalb von 24 Stunden auf rund 60 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von knapp 32 Prozent gegenüber dem Vortag. Hohe Volumina nach schnellen Kursanstiegen gelten als typisches Signal für Gewinnmitnahmen.
Makro-Impuls von US-Finanzminister Bessent löste Rally aus
Ausgangspunkt der mehrtägigen Aufwärtsbewegung waren Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent vom Donnerstagabend. Bessent erklärte, die US-Regierung arbeite aktiv daran, den Ölpreis zu senken. Steigende Energiekosten belasten Konsum und Wachstum – das betonte auch Olu Sonola, Chefökonom für die USA bei Fitch Ratings. Die Märkte interpretierten Bessents Aussagen als positives Signal für Risikoassets. Bitcoin und andere Kryptowährungen legten daraufhin deutlich zu.
Die aktuelle Korrektur zeigt jedoch: Die Risikobereitschaft bleibt fragil. Gewinne werden nach schnellen Anstiegen rasch realisiert.
Ethereum zeigt relative Stärke
Ethereum notiert bei rund 2.119 US-Dollar und liegt auf 24-Stunden-Sicht 2,4 Prozent im Plus. Auch ETH verliert auf Stundenbasis rund 1,8 Prozent – entwickelt sich damit aber besser als Bitcoin. Die relative Stärke von Ethereum deutet darauf hin, dass Investoren weiterhin selektiv Risiko eingehen. Die kurzfristige Schwäche beider Assets spricht dafür, dass sich Marktteilnehmer vor dem Wochenende defensiver positionieren.
Der gesamte Kryptomarkt liegt auf Tagesbasis noch 1,6 Prozent im Plus.
Marktbreite sendet Warnsignal
Auf Stundenbasis notierte zuletzt eine überwältigende Mehrheit aller Kryptowährungen leicht im Minus. Einzelne Ausnahmen wie der Token STABLE mit einem Plus von rund 2,5 Prozent fallen kaum ins Gewicht.
Diese Divergenz – steigende Large Caps in den vergangenen Tagen bei gleichzeitig schwacher Marktbreite – gilt als Frühindikator für nachlassende Kaufbereitschaft. In solchen Phasen konzentrieren sich Investoren auf liquide Assets, kleinere Coins verlieren Momentum.
Bitcoin-ETFs: Vierter Tag in Folge mit Zuflüssen
Am Donnerstag, 12. März 2026, verzeichneten Bitcoin-Spot-ETFs Nettozuflüsse von rund 53,8 Millionen US-Dollar. Es war der vierte positive Handelstag in Folge. Anhaltende ETF-Zuflüsse signalisieren strukturelle Nachfrage durch institutionelle Investoren und können kurzfristige Korrekturen abfedern – vollständig absorbieren können sie Gewinnmitnahmen nach starken Anstiegen jedoch nicht, wie sich aktuell zeigt.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Seit 2018 berichtet er über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
