Börsennotierte Bitcoin-Mining-Unternehmen haben im ersten Quartal 2026 mehr als 32.000 Bitcoin verkauft. Das geht aus einer Analyse von TheEnergyMag hervor, die auf Daten der größten börsennotierten Miner basiert. Damit wurde nicht nur das Gesamtjahr 2025 bereits in drei Monaten übertroffen – der Wert übersteigt auch den bisherigen Rekord aus dem zweiten Quartal 2022, als der Terra-Luna-Kollaps rund 20.000 BTC auf den Markt drückte.
Zu den größten Verkäufern zählen MARA, Riot, CleanSpark, Core Scientific und Bitdeer. Laut der Analyse befinden sich viele Unternehmen im sogenannten „Survival Mode“: Der Hashprice – der erwartete Ertrag pro Recheneinheit – liegt aktuell bei rund 33 US-Dollar pro Petahash pro Sekunde und Tag und damit nahe historischer Tiefs. Für Betreiber älterer Anlagen oder mit hohen Stromkosten sind die Margen damit häufig negativ. Etwa 20 Prozent der gesamten Mining-Branche arbeiten derzeit nicht kostendeckend.
Bemerkenswert ist, dass der Bitcoin-Kurs diesem massiven Verkaufsdruck bislang standhält. Am heutigen Freitagnachmittag notiert Bitcoin bei 75.703 US-Dollar, ein Plus von 1,4 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Noch vor gut einem Jahr akkumulierten dieselben Unternehmen aggressiv: Ende 2024 hatten börsennotierte Miner ihre Bestände um netto 17.593 BTC aufgestockt und gemeinsame Reserven von über 100.000 BTC aufgebaut.
Bitcoin-Mining-Krise
Die Branche spaltet sich zunehmend. Während ein Teil der Unternehmen Bitcoin zur Liquiditätssicherung verkaufen muss, verfolgen andere die gegenteilige Strategie. American Bitcoin (ABTC), ein Ableger von Hut 8, hat seit Anfang 2025 mehr als 7.000 BTC angehäuft und weitet seine Rechenkapazität weiter aus. ABTC-Präsident Matt Prusak erklärte gegenüber TheEnergyMag: „Wir haben derzeit nicht die Absicht zu verkaufen. Wir akkumulieren.“ Das Unternehmen profitiert von Produktionskosten von rund 55.000 US-Dollar pro Bitcoin – einem der niedrigsten Werte im börsennotierten Sektor.
Hintergrund des Drucks ist laut der Analyse die aggressive Hashrate-Expansion nach dem chinesischen Mining-Verbot 2021. Die Netzwerkschwierigkeit liegt heute rund zehnmal höher als damals, die Block-Belohnung wurde 2024 halbiert. Wer damals in Kapazität investiert hat, kämpft heute mit den Folgekosten.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
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