Börsennotierte Bitcoin-Miner stecken in der Klemme: Die durchschnittlichen Produktionskosten für einen Bitcoin lagen im vierten Quartal 2025 bei rund 79.995 US-Dollar – der aktuelle Marktpreis liegt bei etwa 66.900 Dollar. Das ergibt einen Verlust von rund 13.000 Dollar pro Coin. Das zeigt der aktuelle Q1-2026-Report von CoinShares.
Die Antwort der Branche ist ein beschleunigter Schwenk in Richtung Künstliche Intelligenz. Über 70 Milliarden Dollar in KI- und HPC-Verträgen haben börsennotierte Miner inzwischen unterzeichnet. CoreWeave und Core Scientific schlossen einen Deal über 10,2 Milliarden Dollar ab, TeraWulf hält Verträge über 12,8 Milliarden Dollar, Hut 8 unterzeichnete einen 15-Jahres-Mietvertrag für KI-Infrastruktur im Wert von 7 Milliarden Dollar.
Finanziert wird der Umbau durch Schulden – und durch Bitcoin-Verkäufe. Core Scientific liquidierte bereits rund 1.900 BTC für etwa 175 Millionen Dollar. Bitdeer leerte seine BTC-Reserven vollständig. Riot Platforms verkaufte 1.818 BTC für 162 Millionen Dollar. Insgesamt haben börsennotierte Miner ihre Bitcoin-Bestände vom Höchststand um mehr als 15.000 BTC reduziert.
Warten auf Erholung
CoinShares-Chefanalyst James Butterfill erwartet, dass bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent der Einnahmen börsennotierter Miner aus dem KI-Geschäft stammen könnten – gegenüber rund 30 Prozent heute.
Die entscheidende Variable bleibt der Bitcoin-Kurs: Erholt er sich auf 100.000 Dollar, dürften die Mining-Margen zurückkehren. Bleibt der Preis unter 80.000 Dollar, dürfte sich der Strukturwandel weiter beschleunigen – und das klassische Bitcoin-Mining als Kerngeschäft börsennotierten Minern zunehmend verschwinden.
Für den Bitcoin-Markt ist der Trend kurzfristig relevant: Verkaufen große Miner systematisch ihre Bestände, erhöht das den Verkaufsdruck auf die Kryptowährung. Die Netzwerksicherheit selbst ist dagegen kaum gefährdet.
