Bitcoin sendet ein bemerkenswertes Signal: Trotz massiver Abflüsse aus den US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs klettert der Bitcoin-Kurs heute auf 74.429 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesplus von 4,8 Prozent und einem Wochenplus von 8,1 Prozent – und wirft eine zentrale Frage auf: Wer kauft hier eigentlich?
ETF-Abflüsse: Fidelity und GBTC unter Druck
Am gestrigen Montag, dem 13. April 2026, verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs laut Daten von Farside Investors netto 291 Millionen US-Dollar an Abflüssen. Den größten Anteil daran hatte der FBTC von Fidelity mit 229,2 Millionen US-Dollar, gefolgt von GBTC mit 38,2 Millionen und BITB mit 62,9 Millionen US-Dollar. Einzig IBIT von BlackRock sowie EZBC und HODL verzeichneten moderate Zuflüsse und stemmten sich damit gegen den allgemeinen Trend.
Der Abflusstag reiht sich in ein volatiles Bild der vergangenen Wochen ein: Noch am 9. und 10. April flossen 358 bzw. 257 Millionen US-Dollar in die ETFs – bevor die Stimmung am Montag wieder kippte. Die institutionelle Nachfrage bleibt damit uneinheitlich.
Handelsvolumen verdoppelt sich
Ungeachtet der ETF-Abflüsse explodierte das Bitcoin-Handelsvolumen: Laut CoinGecko wurden in den vergangenen 24 Stunden rund 54,6 Milliarden US-Dollar umgesetzt – eine Steigerung von über 100 Prozent gegenüber dem Vortag. Das deutet darauf hin, dass andere Marktteilnehmer – etwa Retail-Investoren oder außerbörsliche Käufer – den institutionellen Verkaufsdruck mehr als kompensiert haben.
Stimmung dreht sich schlagartig
Die Marktstimmung befindet sich im Wandel. Der Bitcoin Fear-and-Greed-Index von Alternative.me notiert heute bei 21 – nach nur 12 am Vortag. Auch wenn der Index damit noch immer im Bereich „extreme Angst“ liegt, ist der Tagessprung von 9 Punkten ungewöhnlich groß und signalisiert eine spürbare Erholung des Marktvertrauens.
In der täglichen CoinGecko-Umfrage zur Bitcoin Prognose bewerten heute 85 Prozent der Teilnehmer die kurzfristige Kursentwicklung als bullish – ein klares Zeichen, dass die Community den aktuellen Kursanstieg als nachhaltig einschätzt.
Bitcoin Wetten auf Polymarket: Optimismus explodiert binnen 24 Stunden
Besonders auffällig ist die Entwicklung auf der Prognoseplattform Polymarket. Bei einem Wettvolumen von knapp 2 Millionen US-Dollar glauben inzwischen 32 Prozent der Teilnehmer, dass der Bitcoin-Kurs im April die 80.000-Dollar-Marke übersteigen und dort schließen wird. Noch am gestrigen 13. April lag diese Quote bei lediglich 12 Prozent. Eine Verdreifachung des Optimismus innerhalb eines einzigen Tages – das ist selbst für den Kryptomarkt außergewöhnlich.
Bitcoin als stärkste Asset-Klasse seit Kriegsbeginn
Im größeren Kontext entwickelt sich Bitcoin seit Beginn des Nahostkonflikts am 28. Februar zur stärksten Asset-Klasse überhaupt. Mit einer Rendite von über 13 Prozent übertrifft Bitcoin den Nasdaq, der im gleichen Zeitraum knapp 3 Prozent zulegte, deutlich. Gold und Silber, die zwischenzeitlich mehr als 20 beziehungsweise 30 Prozent verloren hatten, haben sich seitdem nur teilweise erholt. Beim aktuellen Bitcoin-Kurs bleibt der digitale Vermögenswert der klare Gewinner unter den großen Asset-Klassen – und das ausgerechnet in einem makroökonomischen Umfeld, das eigentlich für Unsicherheit bekannt ist.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Seit 2018 berichtet er über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
