FOMO-App: 90 Prozent der untersuchten Solana-Wallets liegen im Minus

Raphael Lulay

19.10.2026, 08:29 Uhr

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Eine neue On-Chain-Auswertung von Bitquery zeigt: Neun von zehn untersuchten FOMO-Wallets lagen nach App-Gebühren im Minus. Die Plattform vereinnahmte im betrachteten Zeitraum rund 40 Millionen Dollar Gebühren auf Solana.

Erfolgreichen Tradern folgen und deren Käufe mit wenigen Handgriffen nachvollziehen: Damit wirbt die Krypto-App namens FOMO. Eine am 17. Oktober überprüfte Bitquery-Analyse liefert nun einen ernüchternden Blick auf die Ergebnisse.

Untersucht wurden 829.539 Wallets, die zwischen dem 13. Januar und dem 7. Oktober 2026 über FOMO auf Solana Token kauften. Rund 90 Prozent lagen nach Gebühren im Minus. Der Medianverlust betrug 25 Dollar.

Social Trading macht den Einstieg einfach

FOMO stellt den sozialen Austausch ins Zentrum seines Angebots. Auf der eigenen Website präsentiert der Anbieter Ranglisten, einen Feed und Benachrichtigungen über Käufe anderer Trader. Im App Store wirbt er damit, die Aktivitäten von Freunden und erfolgreichen Händlern in Echtzeit sichtbar zu machen.

Das erleichtert die Suche nach handelbaren Token. Ob ein angezeigter Kauf zum eigenen Budget, Zeithorizont oder Risiko passt, bleibt jedoch eine andere Frage. Ein fremder Trade ersetzt keine eigene Einschätzung. Wer später einsteigt, erhält zudem nicht automatisch denselben Kaufpreis.

Gebühren verkleinern die Gruppe der Gewinner

Laut Bitquery lagen vor App-Gebühren etwa 15 Prozent der untersuchten Wallets im Plus, danach noch rund zehn Prozent. FOMO vereinnahmte im Untersuchungszeitraum etwa 40 Millionen Dollar an erfassten Solana-Gebühren.

Damit zeigt sich ein Interessensunterschied, wie er grundsätzlich bei Handelsplattformen besteht: Der Anbieter erzielt Einnahmen durch Transaktionen. Für den Anleger zählt dagegen, was nach sämtlichen Kosten übrig bleibt. Häufiges Handeln kann für beide Seiten sehr unterschiedliche Ergebnisse haben.

Die Verluste allein den Gebühren zuzuschreiben, wäre dennoch falsch. Schon vor deren Abzug war die große Mehrheit der ausgewerteten Wallets nicht profitabel.

Was die Verlustquote tatsächlich aussagt

Die Analyse berücksichtigt Verkaufserlöse und bewertete Restbestände. Sie misst somit auch unrealisierte Verluste. Zudem sind Wallets keine eindeutig gezählten Personen; ein Nutzer kann mehrere führen. Andere von FOMO unterstützte Netzwerke sind nicht erfasst.

Aus unserer Sicht sollte die Untersuchung deshalb vor allem die Erwartung an Social Trading zurechtrücken. Eine übersichtliche App kann den Handel vereinfachen. Sie beantwortet aber nicht die entscheidende Frage, ob ein Token seinen Preis wert ist.

Die sichtbaren Erfolgsgeschichten anderer Händler sind dafür ein schwacher Maßstab. Aussagekräftiger für die eigene Strategie ist die vollständige Bilanz: einschließlich Fehlkäufen, offenen Positionen und Gebühren.