Krypto-Sentiment dreht: Fear-and-Greed-Index steigt auf 18 – Bitcoin über 70.000 Dollar

Raphael Lulay

12.03.2026, 14:02 Uhr

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Der Krypto Fear-and-Greed-Index ist am Mittwoch, 12. März 2026, auf 18 Punkte gestiegen – nach 15 Punkten am Vortag und einem Monatsdurchschnitt von nur 9 Punkten. Bitcoin notiert wieder über 70.000 Dollar. Das Bild bleibt fragil, zeigt aber erste Normalisierungstendenzen.

Fear-and-Greed-Index: Erster signifikanter Anstieg seit Wochen

Der Krypto Fear-and-Greed-Index von alternative.me signalisiert mit 18 Punkten weiterhin „extreme Furcht“ – doch die Dynamik hat sich verändert. Noch vor wenigen Wochen lag der Monatsdurchschnitt bei lediglich 9 Punkten, dem tiefsten Niveau seit Monaten. Der aktuelle Anstieg deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer beginnen, wieder selektiv Risiko aufzubauen.

Historisch betrachtet fallen solche Stimmungsverbesserungen häufig mit ersten Stabilisierungstendenzen bei den Leitwährungen zusammen. Dass Bitcoin nun wieder oberhalb der Marke von 70.000 Dollar notiert, passt in dieses Muster.

Bitcoin über 70.000 US-Dollar – Ethereum legt 2,2 % zu

Bitcoin notiert am Mittwochnachmittag bei 70.471 Dollar und gewinnt innerhalb von 24 Stunden 1,8 Prozent, so Daten von Coingecko. Der Altcoin Ethereum steigt im selben Zeitraum um 2,2 Prozent auf 2.066 Dollar. Der Gesamtmarkt legt rund 1,2 Prozent zu.

Beide Assets fungieren als Gradmesser für die Risikoneigung im Kryptosektor. Das Plus von knapp zwei Prozent ist kein starker Trendimpuls – es deutet jedoch auf eine zunehmende Bereitschaft hin, Rücksetzer zu kaufen.

Bemerkenswert ist dabei die relative Stabilität des Marktes trotz anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. Während Konfliktsignale zwischen Iran, den USA und Israel traditionell die Risikobereitschaft an den Kapitalmärkten belasten, zeigt sich der Kryptomarkt zuletzt widerstandsfähiger als klassische Risikoassets.

Krypto vs. Aktien: Warum die Divergenz auffällt

Der CNN Fear & Greed Index für US-Aktien liegt aktuell bei 23 Punkten – im Monatsdurchschnitt stand er noch bei 38 Punkten. Die Divergenz zum Krypto-Sentiment ist damit deutlich sichtbar.

Das deutet darauf hin, dass Anleger Kryptowährungen derzeit teilweise als alternative Risikoposition oder taktische Diversifikation betrachten – eine ungewöhnliche Konstellation, die in der Vergangenheit selten zu beobachten war.

Marktbreite: Punktuelle Kapitalrotation statt breite Rallye

Mit einem Plus von rund 1,2 Prozent für die gesamte Marktkapitalisierung zeigt sich eine breite, wenn auch moderate Aufwärtsbewegung. Innerhalb der Top 100 nach Marktkapitalisierung sticht Pi Network mit einem Kursanstieg von 10,2 Prozent in den vergangenen 24 Stunden hervor (Quelle: CoinGecko).

Solche Bewegungen in kleineren oder spekulativeren Assets sprechen für eine graduell steigende Risikoneigung. Es handelt sich jedoch nicht um eine breit angelegte Rallye, sondern um punktuelle Kapitalrotationen in Projekte mit kurzfristigem Momentum. Eine klare Trendbeschleunigung lässt sich daraus bislang nicht ableiten.

Bitcoin-ETFs: Drei Tage in Folge Nettozuflüsse

Ein wichtiger Stabilisierungsfaktor sind Kapitalzuflüsse in börsengehandelte Bitcoin-Fonds. Laut Daten von Farside Investors verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs zuletzt drei Handelstage in Folge mit deutlichen Nettozuflüssen. Besonders Produkte von BlackRock und Fidelity zogen wieder Kapital an.

Bereits Anfang März kam es mehrfach zu Tagen mit Zuflüssen im Gesamtvolumen von 200 bis 450 Millionen Dollar. Nach zwischenzeitlichen Abflüssen in der ersten Märzwoche deutet die erneute institutionelle Nachfrage auf ein stabileres Fundament hin.

Dass die ETF-Nachfrage parallel zu einem steigenden Fear-and-Greed-Index zunimmt, passt zum Bild einer vorsichtigen Stimmungsnormalisierung. Das Umfeld bleibt dennoch volatil – einzelne Tage waren zuletzt noch von Nettoabflüssen geprägt.