Meta bereitet Stablecoin-Rückkehr mit externem Partner vor

Raphael Lulay

25.02.2026, 09:21 Uhr

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Meta treibt offenbar einen neuen Vorstoß im Stablecoin-Markt voran. Der Konzern um CEO Mark Zuckerberg will in der zweiten Jahreshälfte Zahlungen auf Basis eines an den US-Dollar gekoppelten Digitaltokens in seine Plattformen integrieren. Das berichtet CoinDesk unter Berufung auf mehrere mit den Plänen vertraute Personen.

Demnach hat Meta eine formelle Produktanfrage an externe Dienstleister verschickt. Ziel ist es, einen Partner einzubinden, der die technische und regulatorische Abwicklung von Stablecoin-Transaktionen übernimmt. Zusätzlich ist die Einführung einer eigenen Wallet-Lösung vorgesehen. Als möglicher Kandidat für eine Pilotphase wird laut Bericht der Zahlungsdienstleister Stripe gehandelt, der im vergangenen Jahr das Stablecoin-Unternehmen Bridge übernommen hatte. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.

Strategischer Kurswechsel nach dem Diem-Aus

Der neue Ansatz unterscheidet sich grundlegend vom früheren Libra-Projekt, das später unter dem Namen Diem firmierte. 2019 hatte Meta versucht, eine eigene globale Digitalwährung zu etablieren. Massive politische und regulatorische Widerstände in den USA führten jedoch dazu, dass das Vorhaben 2022 endgültig eingestellt wurde.

Dieses Mal setzt Meta offenbar bewusst auf Distanz. Statt selbst als Emittent aufzutreten, soll ein externer Anbieter die Stablecoin-Infrastruktur bereitstellen. Damit würde der Konzern regulatorische Risiken auslagern und zugleich schneller skalieren können. Das deutet auf eine strategische Lehre aus dem gescheiterten Alleingang hin.

Neue Zahlungsfantasie für das Plattform-Ökosystem

Mit mehr als drei Milliarden Nutzern über Facebook, Instagram und WhatsApp verfügt Meta über eine enorme Reichweite. Die Integration von Stablecoin-Zahlungen könnte interne Bezahlprozesse vereinfachen, Transaktionskosten senken und grenzüberschreitende Transfers effizienter machen. Besonders im Bereich Social Commerce und digitaler Dienstleistungen würde sich damit eine neue Monetarisierungsoption eröffnen.

Hinzu kommt der Wettbewerbsaspekt: Mehrere große Plattformen arbeiten daran, Zahlungsfunktionen enger in ihre Ökosysteme einzubetten. Eine funktionierende Stablecoin-Lösung könnte Meta strategisch unabhängiger von klassischen Bankstrukturen machen und die Kontrolle über Zahlungsströme stärken.

Regulatorisches Umfeld günstiger – aber nicht abgeschlossen

Im Vergleich zu 2019 gilt das regulatorische Klima in den USA heute als strukturierter. Neue Gesetzesinitiativen schaffen erstmals einen klareren Rahmen für Stablecoin-Emittenten. Allerdings befinden sich viele Detailregelungen noch im Aufbau. Ob Meta tatsächlich im geplanten Zeitfenster starten kann, dürfte daher auch von der weiteren Ausgestaltung dieser Vorgaben abhängen.

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