Morgan Stanley hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen zweiten überarbeiteten S-1-Antrag für den geplanten Morgan Stanley Bitcoin Trust eingereicht. Das geht aus dem aktuellen SEC-Filing hervor. Das Produkt soll unter dem Ticker MSBT an der NYSE Arca notieren – sofern die Aufsichtsbehörde grünes Licht gibt.
Zweite Überarbeitung: Was im aktuellen Filing steht
Der überarbeitete Antrag konkretisiert mehrere operative Details des Fonds. Die Basket-Größe liegt bei 10.000 Anteilen. Der initiale Seed-Basket umfasst 50.000 Anteile und soll rund eine Million US-Dollar einbringen. Am 9. März 2026 erwarb Morgan Stanley bereits zwei Anteile zu Prüfzwecken – ein Schritt, der typischerweise kurz vor einer Notierung erfolgt.
Für die Infrastruktur setzt Morgan Stanley auf bewährte Partner: BNY Mellon übernimmt Cash-Verwahrung, Administration und Transferagentenfunktionen. Coinbase agiert als Prime Broker und verwahrt die Bitcoin im Cold Storage. Eine Verwaltungsgebühr ist im aktuellen Filing noch nicht genannt.
Erste große US-Bank mit eigenem Spot-Bitcoin-ETF?
Morgan Stanley hatte den ersten S-1-Antrag am 6. Januar 2026 eingereicht – zusammen mit Plänen für einen separaten Solana-Trust. Die Ersteinreichung erfolgte über Morgan Stanley Investment Management, eine Tochtergesellschaft der Bank.
Wird der MSBT genehmigt, wäre Morgan Stanley die erste große US-Geschäftsbank, die einen eigenen Spot-Bitcoin-ETF emittiert. Bisherige Produkte stammen ausschließlich von Vermögensverwaltern wie BlackRock, Fidelity, Invesco oder VanEck. Morgan Stanley verwaltet rund 1,9 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen und betreibt eines der größten Beraternetzwerke der Wall Street.
Seit 2024 dürfen Morgan-Stanley-Berater ihren Kunden bereits bestehende Bitcoin-ETFs – etwa von BlackRock – empfehlen. Mit einem eigenen Produkt würde die Bank künftig die Verwaltungsgebühren direkt vereinnahmen statt an Drittanbieter abzuführen.
SEC prüft mehr als 100 Krypto-Anträge
Die aktuelle Einreichung signalisiert laut Branchenbeobachtern, dass der Prüfprozess aktiv läuft. Überarbeitungen dieser Art enthalten typischerweise Feedback der Aufsichtsbehörde und deuten auf konstruktive Gespräche hin. Die SEC prüft derzeit mehr als 100 ausstehende Krypto-Anträge.
Einschätzung von boersen-parkett.de
Die zweite Überarbeitung des S-1-Antrags in weniger als drei Monaten ist kein Routinevorgang – sie zeigt, dass Morgan Stanley den Prozess mit Nachdruck vorantreibt. Die Festlegung auf Ticker, Börse, Custodians und Seed-Kapital sind die letzten Schritte vor einer möglichen Zulassung. Was den MSBT von bestehenden ETFs unterscheidet, ist die Vertriebsmacht: Kein anderer Emittent verfügt über ein vergleichbares Beraternetzwerk mit direktem Zugang zu wohlhabenden Privatkunden. Sollte die SEC zustimmen, dürfte das Produkt schnell erhebliche Mittelzuflüsse anziehen – und den Druck auf andere Großbanken erhöhen, nachzuziehen.
Strategy-CEO Phong Le zufolge könnte der Schritt weitreichende Folgen für die Bitcoin-Prognose haben: Alleine eine Allokation von 2 Prozent aus dem Morgan-Stanley-Beraternetzwerk könne bis zu 160 Milliarden US-Dollar in Bitcoin treiben – das wäre das Dreifache der Größe von BlackRocks IBIT-ETF.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Seit 2018 berichtet er über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
