Die US-Börsenaufsicht SEC und die CFTC haben am Dienstag, den 17. März 2026, in einer gemeinsamen Auslegungsentscheidung erstmals verbindlich geklärt, welche Krypto-Assets als Wertpapiere gelten – und welche nicht. Das Ergebnis ist eindeutig: Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP, Dogecoin und zwölf weitere digitale Assets sind demnach „Digital Commodities“ – Rohstoffe, keine Wertpapiere.
Fünf Kategorien, klare Trennlinien
Die Behörden unterscheiden künftig fünf Klassen: Digital Commodities, Digital Collectibles (etwa NFTs und Meme Coins), Digital Tools (z. B. Zugangstoken), Stablecoins sowie Digital Securities. Nur letztere unterliegen dem US-Wertpapierrecht.
Explizit als Digital Commodities eingestuft wurden: Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Solana (SOL), XRP, Cardano (ADA), Avalanche (AVAX), Chainlink (LINK), Litecoin (LTC), Dogecoin (DOGE), Polkadot (DOT), Stellar (XLM), Shiba Inu (SHIB), Hedera (HBAR) und Tezos (XTZ).
Mining und Staking: keine Wertpapiertransaktion
Ebenfalls geregelt: Wer Bitcoin schürft oder Ether stakt, nimmt an keiner Wertpapiertransaktion teil – weder als Einzelperson noch über Mining-Pools oder Liquid-Staking-Anbieter. Eine Registrierungspflicht bei der SEC besteht für diese Aktivitäten nicht.
Meme Coins und NFTs außerhalb des Wertpapierrechts
Meme Coins gelten laut dem Dokument als Collectibles ohne Investmentcharakter – ihr Wert basiert auf Nachfrage und kultureller Relevanz, nicht auf den Managementleistungen Dritter. Damit fallen auch diese Assets aus dem Anwendungsbereich des Securities Act heraus.
Die Entscheidung ist Ergebnis des unter SEC-Chairman Paul Atkins gestarteten „Project Crypto“, das seit Januar 2026 als gemeinsame Initiative von SEC und CFTC läuft. Sie ersetzt das umstrittene 2019er Framework und beendet die jahrelange Praxis der Regulierung durch Strafverfolgung. Die Auslegung gilt ab Veröffentlichung im Federal Register.
Einschätzung von boersen-parkett.de
Was viele Jahre lang als politisches Wunschdenken der Krypto-Branche galt, ist jetzt schwarz auf weiß: Die wichtigsten digitalen Assets sind Rohstoffe – kein anderes Wort trifft es besser. Unserer Meinung nach ist das der eigentliche Wendepunkt, nicht die ETF-Zulassungen von 2024. Denn wer rechtlich ein Rohstoff ist, kann langfristig in institutionellen Portfolios, Bankbilanzen und Regulierungsrahmen weltweit anders behandelt werden. Europa und Deutschland werden sich dieser Logik kaum entziehen können.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Seit 2018 berichtet er über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
