Strategy verkauft STRC-Aktien und stockt Bitcoin-Bestand weiter auf

Alex Merten

10.03.2026, 14:31 Uhr

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Strategy hat seine Bitcoin-Strategie offenbar erneut ausgeweitet. Am Montag verzeichnete die Vorzugsaktie STRC den bislang größten Handelstag seit ihrer Einführung im Juli 2025. Marktbeobachter leiten aus den Handelsdaten ab, dass das Unternehmen zusätzliche Bitcoin gekauft haben könnte, wie Coindesk berichtete.

Die Schätzung liegt bei rund 1.420 BTC. Sie basiert auf einer Analyse der STRC-Umsätze und der daraus abgeleiteten At-the-Market-Verkäufe. Eine separate Pflichtmeldung speziell zu diesem möglichen Montagskauf lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch nicht vor.

Der starke Handelstag fällt deutlich aus dem üblichen Rahmen. Das Volumen bei STRC lag laut Marktdaten bei rund 300 Millionen US-Dollar. Der Durchschnitt der vergangenen 30 Tage lag dagegen bei etwa 124 Millionen Dollar.

Für Strategy ist das relevant, weil genau diese Verkäufe eine zentrale Rolle bei der Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe spielen.

Kapitalmarkt bleibt zentral für die Bitcoin-Strategie

Das US-Unternehmen nutzt seit Jahren Kapitalmarktinstrumente, um zusätzliche Mittel aufzunehmen und anschließend in Bitcoin zu investieren. Neben dem Verkauf klassischer Aktien setzt Strategy zunehmend auf strukturierte Finanzierungsinstrumente wie STRC.

Die Vorzugsaktie wurde im Juli 2025 eingeführt und richtet sich vor allem an Investoren, die regelmäßige Ausschüttungen suchen. Strategy zahlt monatliche Dividenden und passt die Rendite regelmäßig an, um den Kurs möglichst nahe am Nennwert von 100 Dollar zu stabilisieren.

Zuletzt hatte das Unternehmen die Dividendenrendite auf 11,5 Prozent angehoben. Für Anleger entsteht dadurch ein hochverzinsliches Instrument, während Strategy gleichzeitig Kapital für seine Bitcoin-Akkumulation generiert.

Der Rekordhandel am Montag deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Papier weiterhin hoch ist.

Milliardenkauf aus der Vorwoche offiziell bestätigt

Unabhängig von der aktuellen Marktschätzung hat Strategy erst wenige Tage zuvor einen deutlich größeren Bitcoin-Kauf bestätigt. In einer Pflichtmeldung an die US-Börsenaufsicht meldete das Unternehmen den Erwerb von 17.994 Bitcoin im Zeitraum vom 2. bis 8. März 2026.

Der Gesamtwert dieser Transaktion lag bei rund 1,28 Milliarden US-Dollar. Finanziert wurde der Kauf überwiegend über At-the-Market-Verkäufe von Class-A-Stammaktien sowie zu einem kleineren Teil über STRC-Verkäufe.

Nach dieser Transaktion erhöhte sich der gesamte Bitcoin-Bestand des Unternehmens auf 738.731 BTC, wie Daten von bitcointreasuries.net zeigen.

Die Grafik zeigt die Anzahl der BTCs im Besitz von Strategy sowie den US-Dollar-Wert dieser. Quelle: bitcointreasuries.net

Ein Blick auf die jüngsten Daten zeigt die Dimension dieser Strategie. Der gesamte Kapitaleinsatz für Bitcoin liegt inzwischen bei rund 56 Milliarden US-Dollar. Der durchschnittliche Einstandspreis beträgt etwa 75.860 Dollar pro Bitcoin.

Strategy bleibt größter börsennotierter Bitcoin-Halter

Mit seinen Beständen bleibt Strategy der mit Abstand größte börsennotierte Bitcoin-Investor weltweit. Andere Unternehmen mit Bitcoin in der Bilanz liegen deutlich hinter dem Bestand des US-Konzerns.

Selbst große Mining-Unternehmen oder Technologie-Konzerne halten nur einen Bruchteil der Menge, die Strategy inzwischen aufgebaut hat. Die Strategie des Unternehmens basiert darauf, Kapital aus dem Aktienmarkt in Bitcoin umzuschichten und die eigene Bilanz langfristig um die Kryptowährung herum auszurichten.

Für Investoren hat sich die Aktie dadurch zunehmend zu einer indirekten Möglichkeit entwickelt, an der Entwicklung des Bitcoin-Preises teilzuhaben.

Anpassung der Verkaufsregeln für Wertpapiere

Parallel zu den jüngsten Kapitalmaßnahmen hat Strategy auch seine Vertriebsvereinbarung für Wertpapierverkäufe angepasst. In der gleichen Pflichtmeldung teilte das Unternehmen mit, dass mehrere Vertriebsagenten künftig dieselbe Wertpapierklasse am selben Tag platzieren dürfen, wenn Verkäufe außerhalb der regulären Handelszeiten stattfinden.

Das betrifft insbesondere den vorbörslichen Handel sowie Transaktionen nach Börsenschluss. Die Änderung soll Strategy mehr Flexibilität bei Kapitalmaßnahmen geben.

Gerade für ein Unternehmen, das regelmäßig neue Mittel für Bitcoin-Käufe aufnehmen möchte, kann eine solche Anpassung die Geschwindigkeit zukünftiger Platzierungen erhöhen.

Markt beobachtet weitere Bitcoin-Käufe

Fest steht, dass Strategy seine Bitcoin-Akkumulation weiterhin über den Kapitalmarkt finanziert. Solange Investoren die entsprechenden Wertpapiere nachfragen, bleibt das Unternehmen einer der aktivsten institutionellen Käufer der Kryptowährung. Dies sorgt unter Krypto-Anlegern einerseits für Begeisterung. Andererseits bewerten manche diese Dominanz von Strategy auch kritisch.

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