Strive startet tägliche Bitcoin-Dividende: SATA zahlt jeden Geschäftstag Cash

Raphael Lulay

22.06.2026, 08:00 Uhr

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Die Bitcoin-Treasury-Firma Strive zahlt seit dem 16. Juni 2026 als erstes börsennotiertes US-Wertpapier eine Dividende an jedem Geschäftstag aus. Wer die Vorzugsaktie SATA hält, erhält die Ausschüttung nicht mehr monatlich, sondern an rund 250 Handelstagen pro Jahr. Die annualisierte Dividendenrate liegt bei 13,00 Prozent auf den Nennwert von 100 US-Dollar, was etwa 0,0542 US-Dollar pro Aktie und Geschäftstag entspricht. Durch den täglichen Zinseszinseffekt steigt die effektive Jahresrendite auf 13,88 Prozent.

Strive-Chef Matthew Cole bezeichnete das Modell als „Zero-to-One-Innovation“ und positioniert das Unternehmen als „The Daily Dividend Company“. Die tägliche Zahlung eliminiert den klassischen Ex-Dividenden-Tag und die damit verbundenen Volumen- und Kursschwankungen, die bislang nach jeder monatlichen Ausschüttung auftraten. Anleger, die SATA an einem beliebigen Geschäftstag kaufen, sind bereits am Folgetag dividendenberechtigt.

Bitcoin-Treasury mit 19.105 BTC und schuldenfreier Bilanz

Hinter der Konstruktion steht eine der am schnellsten wachsenden Bitcoin-Treasuries unter börsennotierten Firmen. Nach dem jüngsten Zukauf von 73 BTC hält Strive insgesamt 19.105 Bitcoin im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar und rangiert damit auf Rang sieben der börsennotierten Bitcoin-Halter. Das Unternehmen finanziert seine Käufe vollständig über At-the-Market-Programme auf die Aktien ASST und SATA, betont eine schuldenfreie Bilanz ohne Margin-Anforderungen und führt nach eigenen Angaben einen Cash-Puffer, der die SATA-Zahlungen rechnerisch rund 20 Jahre lang decken soll.

Am ersten Dividendentag kaufte Strive 117 weitere Bitcoin. Das SATA-Handelsvolumen erreichte am Record Date rund 77 Millionen US-Dollar, der Kurs notierte mit 100,01 US-Dollar knapp über dem angepeilten Nennwert. Die Zielspanne für die Vorzugsaktie liegt bei 99 bis 101 US-Dollar, um die Kursvolatilität gering zu halten. Wer auf Kursgewinne statt auf Ausschüttungen setzt, kann hingegen die Stammaktie ASST in Betracht ziehen, die auf Jahressicht deutlich korrigiert hat und unter anderem über Trade Republic handelbar ist.

Kontrast zu Strategy und offene Risiken

Der Start der täglichen Dividende fällt in eine Phase, in der Konkurrent Strategy erstmals seit vier Jahren Bitcoin verkaufte, um eigene Dividendenverpflichtungen zu bedienen. Dieser Gegensatz in der Bilanzdisziplin ist Teil des Narrativs, mit dem Strive um einkommensorientierte Anleger wirbt. Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen: Im ersten Quartal verbuchte Strive einen GAAP-Nettoverlust von 265,9 Millionen US-Dollar, der zu rund 96 Prozent auf den Rückgang des Bitcoin-Kurses zurückgeht. Hinzu kommt eine spürbare Verwässerung durch die fortlaufende Ausgabe neuer Aktien.

Für deutsche Anleger ist SATA bislang nur eingeschränkt über das Brokeruniversum verfügbar. Sollte die Nachfrage steigen, könnte das Papier mittelfristig auch in Europa breiter handelbar werden, zumal bereits erste börsengehandelte Produkte auf vergleichbare Bitcoin-nahe Vorzugsaktien existieren.

Eigene Meinung

Das tägliche Dividendenmodell ist vor allem eine Marketing- und Produktinnovation, die ein reales Bedürfnis adressiert: regelmäßiges Einkommen ohne die volle Bitcoin-Volatilität. Für einkommensorientierte Anleger, die ein indirektes Bitcoin-Exposure mit planbarem Cashflow suchen, kann SATA daher interessant sein. Wichtig ist jedoch die nüchterne Einordnung: Die hohe Rendite ist an die Bilanzstabilität von Strive und letztlich an den Bitcoin-Kurs gekoppelt, und ein längerer Krypto-Bärenmarkt könnte den Puffer schneller aufzehren als die 20-Jahres-Rechnung suggeriert. Hinzu kommt für deutsche Anleger ein praktischer Punkt: Tägliche Ausschüttungen bedeuten rund 250 steuerlich relevante Vorgänge pro Jahr statt weniger Termine, was den Dokumentationsaufwand erhöht. Wer Sicherheit über Rendite stellt, sollte das Modell daher kritisch prüfen; wer das Risiko-Rendite-Profil versteht und akzeptiert, findet hier ein neuartiges, aber keineswegs risikofreies Instrument.

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