Stuttgarterin verliert mehr als eine Million Euro – Krypto-Betrugsmasche zieht immer größere Kreise

Alex Merten

15.05.2026, 15:01 Uhr

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Eine 61-jährige Frau aus Stuttgart ist um mehr als eine Million Euro betrogen worden. Wie die Polizei mitteilte, hatte sich die Geschädigte zunächst online nach Investitionsmöglichkeiten erkundigt und war dabei auf eine betrügerische Trading-Plattform gestoßen. Nach ihrer Registrierung meldeten sich unbekannte Täter, gaben sich als Börsenmakler aus und stellten hohe Gewinne in Aussicht.

Zwischen August 2025 und Mai 2026 tätigte die Frau immer wieder vermeintliche Geldanlagen und Krypto-Transaktionen – über einen Zeitraum von rund neun Monaten. Erst dann fiel der Betrug auf. Die Ermittlungen laufen, die Täter sind bislang unbekannt.

Stuttgart steht exemplarisch für eine wachsende Betrugswelle

Der Stuttgarter Fall ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters, das sich 2025 und 2026 in hoher Frequenz wiederholt. Im März 2026 verlor eine Frau aus dem Landkreis Rostock mindestens 70.000 Euro an einen Fake-Broker. Bereits im Herbst 2025 brachten Trickbetrüger einen 56-jährigen Münchner über eine Dating-App und eine vermeintliche Kryptobörse um ebenfalls mehr als eine Million Euro. Das Bundeskriminalamt weist seit Jahren auf den steigenden Trend hin.

Was die Fälle eint, ist die Struktur. Die Opfer werden nicht durch dumpfe Spam-Mails geködert, sondern über professionell wirkende Trading-Plattformen, Werbeanzeigen auf seriösen Portalen oder gefälschte Promi-Empfehlungen. Wer sich registriert, hinterlässt eine Telefonnummer – und wird kurz darauf von angeblichen Beratern oder Brokern angerufen. Diese erste Phase wirkt seriös. Oft genügen 250 Euro als Einstiegsinvestition, ein Betrag, der niedrig genug erscheint, um die Hemmschwelle zu senken.

Die Eskalationsspirale: vom 250-Euro-Einstieg zum Millionenschaden

Das Perfide an der Masche ist nicht die erste Überweisung, sondern was danach passiert. Auf der Fake-Plattform sehen die Opfer in den ersten Tagen scheinbare Gewinne – manipulierte Zahlen in einem nachgebauten Trading-Dashboard. Diese Pseudo-Erfolge sind das eigentliche psychologische Werkzeug. Sie erzeugen Vertrauen, Euphorie und den Wunsch, größer einzusteigen. Genau hier beginnt der Druck der Täter: Es würden sich „einmalige Marktchancen“ ergeben, höhere Einzahlungen seien nötig, um den nächsten Hebel zu nutzen.

Wer auszahlen will, stößt auf neue Hürden. Plötzlich werden „Steuern“, „Gebühren“ oder „Compliance-Zahlungen“ verlangt, die zunächst überwiesen werden müssten, bevor Gewinne freigegeben werden können. Bis zum Verdacht – oder bis das letzte Geld ausgegeben ist – vergehen oft Monate. Im Stuttgarter Fall waren es neun. Der Münchner Fall lief ähnlich, bevor die fehlende Auszahlung der scheinbaren Gewinne den Verdacht endgültig auslöste.

Wer sich vor solchen Maschen schützen will, sollte unregulierte Trading-Plattformen und unaufgeforderte Anrufe vermeintlicher Broker grundsätzlich meiden. Eine ausführliche Übersicht zu aktuellen Betrugsmustern, Warnsignalen und seriösen Alternativen bietet die Bitcoin-Betrug-Warnung von Boersen-Parkett.

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