Coinbase wird offizieller USDC-Treasury-Deployer auf Hyperliquid – Hyperliquid-eigener Stablecoin USDH wird abgewickelt

Alex Merten

15.05.2026, 10:24 Uhr

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Coinbase hat in einem Blogpost vom 14. Mai 2026 angekündigt, künftig als offizieller Treasury-Deployer von USDC auf Hyperliquid zu fungieren. Damit rückt die größte US-Kryptobörse direkt in den Stablecoin-Kern einer der am schnellsten wachsenden On-Chain-Handelsplattformen vor. Parallel dazu wird der Hyperliquid-native Stablecoin USDH, erst im vergangenen Jahr von Native Markets eingeführt, schrittweise abgewickelt. Native Markets hat Coinbase die Rechte zum Erwerb der USDH-Markenwerte eingeräumt.

Die Einordnung ist deutlich: Auf Hyperliquid liegen aktuell rund 5 Milliarden US-Dollar in USDC, eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Dieses Volumen wandert nun unter ein Modell, in dem Coinbase als Treasury-Deployer den überwiegenden Teil der aus den USDC-Reserven generierten Zinserträge an das Hyperliquid-Protokoll zurückführt. Die Mittel fließen unter anderem in den sogenannten Assistance Fund, der HYPE-Rückkäufe und das Ökosystem-Wachstum stützt

Hintergrund: Hyperliquid-Validatoren hatten 2025 Native Markets ausgewählt, um mit USDH einen protokoll-eigenen Stablecoin unter dem sogenannten Aligned-Quote-Asset-Modell (AQA) zu starten. Ziel war es, die Zinserträge aus den Stablecoin-Reserven, die zuvor an externe Emittenten wie Circle und Coinbase abflossen, im Hyperliquid-Ökosystem zu halten. Nach Schätzungen aus dem Krypto-Markt belief sich dieser jährliche Reserve-Yield auf rund 110 Millionen US-Dollar – ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Hebel.

Mit dem jetzt verkündeten Schritt wird dieses Modell faktisch von außen übernommen. Coinbase steigt nicht in Konkurrenz zu USDH ein, sondern absorbiert die Konstruktion: Die ökonomische Logik des Yield-Sharings bleibt erhalten, der Stablecoin selbst wird jedoch durch USDC ersetzt. Native Markets bleibt als eigenständige Einheit bestehen und will sich künftig anderen Ökosystem-Initiativen widmen. Bestehende USDH-Märkte laufen während der Migrationsphase weiter, Nutzer können USDH gebührenfrei in USDC tauschen oder gegen Fiat einlösen.

Parallel zur Coinbase-Ankündigung übernimmt Circle die technische Deployer-Rolle für USDC auf Hyperliquid und verantwortet damit das Minting, die Redemption sowie das Cross-Chain Transfer Protocol (CCTP). Beide Unternehmen, Coinbase und Circle, haben zugesagt, HYPE-Token zu staken, um das aktualisierte AQAv2-Framework zu aktivieren. Circle plant, zusätzlich 500.000 HYPE zu staken und in Richtung einer Validatoren-Rolle auf Hyperliquid zu rücken.

Strategisch bedeutet der Schritt eine doppelte Verschiebung. Erstens festigt USDC seine Position als faktisches Settlement-Asset im wachsenden On-Chain-Derivatemarkt – Hyperliquid hat sich in den vergangenen Monaten als eine der dominanten Perpetuals-Handelsplattformen etabliert. Zweitens markiert die Übernahme der USDH-Marke und die Integration des AQA-Modells durch Coinbase einen Wendepunkt im Wettbewerb zwischen nativen DeFi-Stablecoins und institutionellen Emittenten. Das Experiment, Reserveerträge protokoll-intern zu halten, endet nach knapp einem Jahr – nicht durch Marktversagen, sondern durch Vereinnahmung des Modells durch den dominanten USDC-Anbieter.

Für Trader auf Hyperliquid heißt das in der Praxis: ein einheitliches Quote-Asset über die wichtigsten Märkte hinweg, tiefere Liquidität in USDC-denominierten Paaren und direkter Zugang zu den Fiat-On- und Off-Ramps von Coinbase. Für die übergeordnete Marktstruktur stellt sich die grundsätzlichere Frage, ob künftige Versuche anderer Protokolle, eigene Stablecoins als wirtschaftlichen Anker zu etablieren, ein ähnliches Schicksal nehmen – oder ob Hyperliquid den Präzedenzfall liefert, dass Yield-Sharing nur in Kooperation mit den großen Emittenten skaliert.

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