Die Serie an DeFi-Exploits reißt nicht ab. Mit Volo Protocol hat es am Dienstag das nächste dezentrale Finanzprotokoll erwischt – rund 3,5 Millionen Dollar verschwanden aus drei Vaults, die in Wrapped Bitcoin (WBTC), dem tokenisierten Gold XAUm sowie dem Stablecoin USDC denominiert waren. Das Entwicklerteam setzte daraufhin sämtliche Vaults auf Pause, stimmte sich mit der Sui Foundation ab und versicherte, dass die übrigen rund 28 Millionen Dollar an Nutzergeldern unberührt blieben.
Volo läuft auf der Sui-Blockchain und funktioniert nach einem in DeFi gängigen Prinzip: Anleger legen Krypto-Assets in Vaults ein, das Protokoll setzt diese Einlagen über automatisierte Strategien ein, um Rendite zu erwirtschaften. Die drei betroffenen Vaults gehörten zu den meistgenutzten Produkten der Plattform.
Ein weiterer Hack erschüttert DeFi-Szene
Für die Branche kommt der Vorfall zur Unzeit. Erst am Wochenende hatten Angreifer beim Liquid-Restaking-Protokoll KelpDAO über dessen LayerZero-Bridge 116.500 rsETH erbeutet – umgerechnet rund 292 Millionen Dollar und damit der bislang größte DeFi-Hack des Jahres 2026. Ermittler mehrerer Security-Firmen führen die Spur zur nordkoreanischen Lazarus-Gruppe, die auch hinter dem 285-Millionen-Dollar-Exploit bei Drift Protocol Anfang April vermutet wird. LayerZero begründete den Kelp-Vorfall mit einer 1-von-1-Verifier-Konfiguration, vor der man zuvor gewarnt habe.
Die Schockwellen des Kelp-Hacks reichten bis zu Aave. Der Lending-Riese steht laut eigenem Incident Report vor Bad Debt von bis zu 230 Millionen Dollar, weil Angreifer gestohlene rsETH-Token als Sicherheit einsetzten, um sich Wrapped Ether zu leihen. Die auf Aave hinterlegten Gelder schrumpften binnen Stunden um rund 6,6 Milliarden Dollar, auch SparkLend und Fluid mussten ihre rsETH-Märkte einfrieren.
Laut DefiLlama summieren sich die Schäden aus DeFi-Hacks inzwischen auf etwa 7,78 Milliarden Dollar, Bridge-Exploits schlagen mit weiteren 2,90 Milliarden zu Buche. Zusammen rund 10 Milliarden Dollar – ein Betrag, der in etwa der Marktkapitalisierung einer Top-15-Kryptowährung entspricht. Krypto Betrug bleibt damit nach wie vor ein relevanter Faktor.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
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