On-Chain-Daten von Arkham Intelligence zeigen: Cameron und Tyler Winklevoss haben über ihre Investmentgesellschaft Winklevoss Capital rund 1.750 BTC im Wert von etwa 130 Millionen US-Dollar zu den Hot Wallets ihrer eigenen Krypto-Börse Gemini bewegt. Was dahintersteckt, ist noch unklar.
Die Transfers erfolgten in mehreren Transaktionen ab dem 4. März, als Bitcoin noch im Bereich von 67.000 bis 68.000 Dollar gehandelt wurde. Arkham bezeichnete die Bewegungen als „vermutlich zum Verkauf“ bestimmt“ – ein Kommentar, der für Aufsehen sorgt.
Bestätigt ist das jedoch nicht. Weder Cameron noch Tyler Winklevoss haben sich bislang öffentlich zum Zweck der Transfers geäußert. Kommentatoren auf Arkhams Post brachten als alternative Erklärungen OTC-Transfers, Custody-Rebalancing oder die Bereitstellung von Exchange-Liquidität ins Spiel.
Enormes Gesamtportfolio bleibt bestehen
Eines macht Arkham ebenfalls deutlich: Die Zwillinge halten nach den Transfers weiterhin rund 764 Millionen Dollar in Bitcoin – ihr kumulierter Gewinn auf ihre BTC-Position beläuft sich auf geschätzte 1,8 Milliarden Dollar.
Die Brüder erwarben ihr erstes Bitcoin im April 2013 – damals kauften sie für 11 Millionen Dollar BTC zu je 120 Dollar, finanziert durch den Erlös aus dem 65-Millionen-Dollar-Vergleich mit Mark Zuckerberg im Facebook-Rechtsstreit. Aus diesen frühen Käufen ist eine der bekanntesten Bitcoin-Positionen der Welt geworden.

Gemini im Umbruch
Gemini hatte im Februar einen turbulenten Monat hinter sich: Die Börse trennte sich von drei Führungskräften, baute ein Viertel der Belegschaft ab und zog sich aus dem europäischen und australischen Markt zurück. Als strategischen Fokus nannte Gemini damals Prediction Markets sowie KI-gestützte Effizienzgewinne.
Interessant im breiteren Kontext: Gleichzeitig mit den Winklevoss-Transfers gab es in den vergangenen 24 Stunden auch verstärkte Wallet-Bewegungen anderer institutioneller Akteure – unter anderem transferierte Bhutan 175 BTC im Wert von rund 11,85 Millionen Dollar.
Kein bestätigter Verkauf
Die transparente Natur der Blockchain ermöglicht es On-Chain-Analysten wie Arkham, solche Whale-Bewegungen in Echtzeit zu verfolgen – ein Merkmal, das Krypto-Märkte fundamental von traditionellen Finanzmärkten unterscheidet. Arkhams Gesamtbestand für Gemini blieb mit rund 59.872 BTC stabil – ein Hinweis darauf, dass noch kein bestätigter On-Chain-Verkauf stattgefunden hat.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Seit 2018 berichtet er über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
