Profit Builder Betrug – Dringende Warnung

Zuletzt aktualisiert: 9. September 2026 · Autor: Alex Merten

Betrugswarnung · Krypto-Sicherheit

Die BaFin warnt seit dem 28. Juli 2023 namentlich vor der Website the-profitbuild.com des Anbieters „Profit Builder“. Wer bereits eingezahlt hat, findet die wichtigsten Sofortmaßnahmen weiter unten.

Seriös oder Betrug? Die kurze Antwort

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat am 28. Juli 2023 öffentlich vor der Website the-profitbuild.com gewarnt und ermittelt gegen deren Betreiber, der unter dem Namen „Profit Builder“ auftritt. Der Verdacht: Über die Seite werden ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen angeboten (BaFin-Verbrauchermitteilung, 28.07.2023).

Wichtig zur Einordnung: Eine BaFin-Warnung wegen fehlender Erlaubnis ist ein starkes Warnsignal, aber kein rechtskräftiges Betrugsurteil. Sie gilt zudem der konkret genannten Domain – nicht automatisch jedem beliebigen Angebot, das sich „Profit Builder“ nennt. Fehlende Unternehmensangaben, fehlende Aufsicht und der von der BaFin dokumentierte Verdacht sind aber Gründe, hier keine Einzahlung vorzunehmen.

Prüfstand: Domain, Betreiber, Warnung

Von der BaFin benannte Website
the-profitbuild.com
Betreiber
Tritt als „Profit Builder“ auf; laut BaFin kein vollständiger Unternehmensname, keine Rechtsform, kein Geschäftssitz angegeben
Zuständige Behörde
BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), Deutschland
Warnung veröffentlicht
28. Juli 2023, Rechtsgrundlage § 37 Abs. 4 Satz 1 Kreditwesengesetz (KWG)
Prüfung dieses Artikels
9. September 2026 (BaFin-Originalmeldung erneut geprüft)
Offene Punkte
Betreiberidentität nicht öffentlich bekannt; keine unabhängig verifizierten Einzel-Nutzerberichte zu einer bestimmten Domain auffindbar

Weitere „Profit Builder“-Domains kursieren im Netz (etwa auf Drittanbieter-Bewertungsseiten genannte Adressen wie profitbuilder-app.com oder profit-builder.org). Diese sind nicht Gegenstand der BaFin-Meldung und lassen sich einem Betreiber nicht sicher zuordnen. Ähnliche Namen bedeuten nicht automatisch dieselben Betreiber – prüfe im Zweifel immer die exakte Adresse, auf der du gelandet bist.

Bereits Geld eingezahlt? Warte nicht ab. Die wichtigsten ersten Schritte – Zahlung stoppen, Zahlungsdienstleister kontaktieren, Beweise sichern – findest du im Abschnitt Sofortmaßnahmen.

Was die BaFin-Warnung belegt – und was nicht

Die BaFin schreibt in ihrer Mitteilung, dass sie vor the-profitbuild.com warnt und den Verdacht hat, dass der Betreiber ohne Erlaubnis Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen erbringt. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass auf der Website kein vollständiger Unternehmensname, keine Rechtsform und kein Geschäftssitz angegeben sind.

Damit ist zweierlei belegt: Es gibt eine namentliche behördliche Warnung, und der Anbieter agiert – nach Erkenntnissen der Aufsicht – ohne die in Deutschland nötige Erlaubnis. Nicht belegt ist damit dagegen, dass eine bestimmte Software Gewinne nur simuliert, dass Auszahlungen generell verweigert werden oder dass Prominente den Anbieter beworben haben. Solche Muster kommen bei unerlaubten Trading-Angeboten häufig vor, doch die BaFin-Warnung selbst dokumentiert sie für diesen Fall nicht.

Ebenfalls wichtig: Eine Warnmeldung ist kein Zulassungsregister. Dass ein Anbieter nicht in der BaFin-Unternehmensdatenbank steht, beweist für sich genommen keinen Betrug – aber es bedeutet auch keine Zulassung. Bei einer aktiven Warnung wie hier ist die Botschaft eindeutig genug.

Wie Profit Builder auftritt

Angebote unter dem Namen „Profit Builder“ präsentieren sich als automatisierte Krypto-Handelsplattform: Ein Algorithmus soll den Markt analysieren und selbstständig handeln, beworben werden ein niedriger Einstieg (häufig 250 Euro Mindesteinzahlung) und ein Zugang auch für Einsteiger ohne Handelserfahrung. Solche Versprechen sind Werbeaussagen der Betreiber, keine geprüften Leistungsmerkmale.

Genau diese Kombination – hohe, mühelose Renditeversprechen plus fehlende Unternehmensangaben – ist das Muster, vor dem BaFin, Bundeskriminalamt und Landeskriminalämter bei Geldanlagen im Internet generell warnen. Wie dieses Muster typischerweise abläuft, erklären wir ausführlich im Überblick zum Ablauf der Online-Trading-Betrugsmasche.

Was zu den Erfahrungen bekannt ist

Belastbare, unabhängig überprüfbare Nutzerberichte zu einer konkreten „Profit Builder“-Domain haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Auffällig ist dagegen die Zahl an Bewertungsseiten, die den Anbieter positiv darstellen und dabei direkt zur Registrierung verlinken. Solche Affiliate-nahen „Tests“ sind kein verlässlicher Beleg für Seriosität – positive wie negative Onlinebewertungen lassen sich in diesem Umfeld leicht steuern.

Für die Bewertung zählt daher der harte Befund: eine namentliche, weiterhin einsehbare BaFin-Warnung zu the-profitbuild.com und ein Anbieter, der seine Identität nicht offenlegt. Beides spricht klar gegen eine Einzahlung.

Bereits eingezahlt? Sofortmaßnahmen

Wenn du bereits Geld an ein „Profit Builder“-Angebot überwiesen hast, zählt vor allem Schnelligkeit. Sinnvolle Reihenfolge:

1. Keine weiteren Zahlungen leisten

Zahle nichts nach – auch nicht, wenn dir angebliche Berater versprechen, dass du damit frühere Beträge oder „Gewinne“ freischaltest. Nachforderungen für Gebühren, Steuern oder Verifizierungen sind ein typisches Merkmal, das Geld weiter abzuschöpfen.

2. Sofort den Zahlungsdienstleister kontaktieren

Informiere umgehend deine Bank bzw. dein Kreditkartenunternehmen über verifizierte Kontaktdaten (Nummer von der echten Bankkarte oder Website, nicht aus einer Nachricht der Plattform). Der mögliche Weg hängt vom Zahlungsweg ab: Bei Kreditkartenzahlungen kann je nach Fall eine Rückbuchung (Chargeback) infrage kommen; bei einer Lastschrift eine Rückgabe; bei einer bereits ausgeführten Überweisung sind die Möglichkeiten begrenzt – trotzdem sofort melden, denn manchmal lässt sich eine Zahlung noch aufhalten. Eine korrekt ausgeführte Überweisung an eine echte Börse, von der aus du danach selbst weiter transferiert hast, ist in der Regel nicht rückbuchbar.

3. Beweise sichern

Sichere alles, was den Vorgang dokumentiert: die genaue Domain, Zeitpunkte, Zahlungsempfänger und Zahlungsbelege, bei Krypto-Transfers Transaktions-Hash, Netzwerk und Wallet-Adresse, dazu Chatverläufe und E-Mails. Gib dabei niemals deine Seed Phrase oder private Schlüssel heraus – auch nicht an angebliche Ermittler oder „Rückhol-Dienste“.

4. Strafanzeige erstatten

Erstatte Anzeige bei der Polizei – vor Ort oder über die Onlinewache der Polizei deines Bundeslandes. Anlagebetrug ist strafbar, und Anzeigen helfen, Ermittlungen zu bündeln.

5. BaFin und Verbraucherzentrale einbinden

Melde den Fall der BaFin (Rubrik Finanzbetrug erkennen). Die Verbraucherzentralen bieten eine erste Orientierung zum weiteren Vorgehen. Sei vorsichtig bei „Fondsrückführungs-“ oder Recovery-Diensten, die gegen Vorkasse eine Rückholung garantieren – das ist häufig eine zweite Betrugswelle gegen dieselben Opfer.

Solche Angebote vorab erkennen

Die folgenden Prüfschritte helfen, unerlaubte Trading-Angebote vor einer Einzahlung zu erkennen:

PrüfpunktWorauf achten
BehördenstatusExakte Domain in den BaFin-Warnungen und in der Unternehmensdatenbank prüfen. Eine aktive Warnung ist ein Ausschlussgrund.
AnbieteridentitätVollständiges Impressum mit Firmenname, Rechtsform, Sitz und Aufsicht? Fehlt das, Abstand halten.
Renditeversprechen„Garantierte“ Gewinne oder feste hohe Erfolgsquoten gibt es bei seriösen Anbietern nicht.
KontaktdruckWiederholte Anrufe angeblicher Berater und künstliche Dringlichkeit sind ein Warnzeichen.
AuszahlungNeue Gebühren, „Steuern“ oder Verifizierungen als Bedingung für Auszahlungen sind ein klassisches Muster.
BewertungenPositive „Tests“ mit direktem Anmeldelink kritisch sehen – oft Affiliate-getrieben.

Einen breiteren Überblick über aktuelle Fälle und Schutzmaßnahmen findest du in unserem Hub zu Bitcoin-Betrug und Krypto-Sicherheit.

Fazit

Für die von der BaFin benannte Website the-profitbuild.com ist die Lage eindeutig genug: aktive behördliche Warnung, Verdacht auf unerlaubte Finanzdienstleistungen und ein Betreiber, der seine Identität nicht offenlegt. In dieser Konstellation ist eine Einzahlung nicht vertretbar. Zugleich gilt: Die Warnung ist ein Verdacht der Aufsicht, kein Gerichtsurteil, und sie bezieht sich auf die konkrete Domain – nicht pauschal auf jeden gleichnamigen Dienst. Wer investieren möchte, sollte ausschließlich Anbieter mit nachprüfbarer Zulassung und vollständiger Anbieterkennzeichnung wählen.

Häufige Fragen

Gibt es eine BaFin-Warnung zu Profit Builder?

Ja. Die BaFin warnt seit dem 28. Juli 2023 namentlich vor der Website the-profitbuild.com des Anbieters „Profit Builder“ und ermittelt wegen des Verdachts, dass dort ohne Erlaubnis Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen angeboten werden. Die Warnung gilt der konkret genannten Domain.

Ist eine BaFin-Warnung dasselbe wie ein Betrugsurteil?

Nein. Eine BaFin-Warnung dokumentiert den Verdacht unerlaubter Geschäfte und das Fehlen einer erforderlichen Erlaubnis. Das ist ein starkes Warnsignal, aber kein rechtskräftiges Gerichtsurteil über Betrug.

Kann ich mein Geld von Profit Builder zurückbekommen?

Das hängt vom Zahlungsweg ab und ist nicht garantiert. Bei Kreditkartenzahlungen kann je nach Fall ein Chargeback möglich sein, bei einer Lastschrift eine Rückgabe. Eine bereits ausgeführte Überweisung lässt sich oft nicht mehr zurückholen. Kontaktiere in jedem Fall sofort deine Bank über verifizierte Kontaktdaten und erstatte Anzeige.

Woran erkenne ich, ob ich auf der von der BaFin benannten Seite bin?

Die BaFin-Warnung nennt konkret the-profitbuild.com. Im Netz kursieren weitere, ähnlich benannte Adressen, die nicht Gegenstand der BaFin-Meldung sind und sich keinem Betreiber sicher zuordnen lassen. Prüfe daher immer die exakte Domain, auf der du gelandet bist, statt dich am Namen zu orientieren.

Sind positive Profit-Builder-Erfahrungen im Netz vertrauenswürdig?

Vorsicht ist angebracht. Viele positive Bewertungen stammen von Seiten, die direkt zur Registrierung verlinken und damit ein wirtschaftliches Interesse haben. Unabhängig verifizierte Nutzerberichte zu einer konkreten Domain sind kaum auffindbar.

Wo kann ich ein Profit-Builder-Angebot melden?

Du kannst den Fall der BaFin über den Bereich Finanzbetrug erkennen melden, Strafanzeige bei der Polizei erstatten und dich an die Verbraucherzentrale deines Bundeslandes wenden.

Alex Merten Autor / Redakteur · boersen-parkett.de

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.

Autorenprofil · Redaktionsrichtlinien

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Rechts- oder Anlageberatung dar. Behördliche Warnungen dokumentieren einen Verdacht bzw. das Fehlen einer Erlaubnis und sind kein Gerichtsurteil. Bei finanziellem Schaden durch Betrug empfiehlt sich rechtliche Beratung, etwa durch eine auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei.
‹etoro› Krypto, Aktien & ETFs in einem Depot
Krypto-Börsen-Empfehlung der Redaktion · EU-MiCA-lizenziert · 40 Mio.+ Nutzer

Kostenlos starten →

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.