Backpack Erfahrungen: Regulierung, Gebühren und Test der Krypto-Börse

Trading-Plattformen im Test

Backpack ist eine aus dem FTX-Umfeld hervorgegangene Krypto-Börse mit Fokus auf Solana, Self-Custody-Wallet und Perpetual Futures. Für Anleger in Deutschland ist der Regulierungsstatus zweigeteilt – und genau daran entscheidet sich, was hier überhaupt legal nutzbar ist.

2022gegründet (Coral / Armani Ferrante)
~50handelbare Coins (Spot)
MiFID IIEU-Derivate über Backpack EU (CySEC)
Kein CASPkeine MiCAR-Zulassung für Spot/Verwahrung
Backpack Erfahrungen – das Wichtigste in Kürze Backpack ist eine junge, technisch ambitionierte Krypto-Plattform, deren Regulierungsstatus für EU-Anleger zweigeteilt ist: Die globale Börse (Backpack Global, VARA-Lizenz Dubai) besitzt keine MiCAR-Zulassung und bedient EU-Privatkunden im Spot-/Verwahrungsgeschäft nicht regulär. Die europäische Tochter Backpack EU ist über die zyprische CySEC nach MiFID II lizenziert und bietet regulierte Perpetual Futures – ein Derivate-Produkt, kein MiCAR-CASP-Angebot. Wer in Deutschland unkompliziert Coins kaufen und verwahren will, ist bei einem MiCAR-lizenzierten Anbieter wie eToro oder OKX klarer aufgestellt.

Ist Backpack in Deutschland reguliert? MiCAR- und MiFID-Status

Der Regulierungsstatus von Backpack lässt sich nicht mit einem einzigen Satz beantworten – und das ist der wichtigste Punkt für deutsche Anleger. Es existieren zwei getrennte Entitäten mit unterschiedlichem Rechtsrahmen.

Backpack Global ist die eigentliche, weltweit bekannte Handelsplattform. Sie ist in Singapur ansässig und operiert unter einer VARA-Lizenz (Virtual Assets Regulatory Authority) aus Dubai. Diese Lizenz ist keine EU-Zulassung: Backpack Global besitzt keine MiCAR-CASP-Authorisierung und ist nicht im ESMA-Register der lizenzierten Krypto-Dienstleister geführt. Der Spot-Handel und die Verwahrung über Backpack Global stehen Privatkunden in weiten Teilen der EU – darunter Deutschland – nicht regulär offen.

Backpack EU ist eine separate Gesellschaft: die Trek Labs Europe Ltd mit Sitz in Zypern, hervorgegangen aus der Übernahme von FTX EU. Sie ist von der zyprischen Wertpapieraufsicht CySEC unter der MiFID-II-Richtlinie lizenziert (CIF-Lizenz 273/15) und bietet seit September 2025 regulierte Perpetual Futures im Europäischen Wirtschaftsraum an. Wichtig zur Einordnung: MiFID II ist der Rahmen für Finanzinstrumente/Derivate – nicht identisch mit einer MiCAR-CASP-Zulassung für Spot-Handel und Krypto-Verwahrung. Krypto-Derivate wie Perpetuals fallen unter MiFID II, während der klassische Coin-Kauf und die Verwahrung unter MiCAR geregelt sind.

EntitätRechtsrahmenAngebotFür Anleger in DE
Backpack Global (Singapur)VARA (Dubai), kein MiCARSpot, Futures, Wallet, LendingSpot/Verwahrung nicht regulär verfügbar
Backpack EU / Trek Labs Europe (Zypern)CySEC, MiFID II (Derivate)Perpetual Futures (bis 10x Hebel)Regulierte Derivate, kein Spot-/Verwahr-CASP

Einordnung zum Regulierungsstatus: Backpack ist damit ein Sonderfall – teilreguliert für Derivate (MiFID II), aber ohne MiCAR-CASP-Zulassung für Spot-Handel und Verwahrung. Wer schlicht Kryptowährungen kaufen, halten und verwahren möchte, findet bei einem vollständig MiCAR-lizenzierten Anbieter den klareren, EU-weit einheitlich geschützten Rahmen. Für dieses Standard-Szenario verweisen wir weiter unten auf regulierte Alternativen.

Für den typischen deutschen Privatanleger, der Coins kaufen und langfristig halten will, ist eine MiCAR-lizenzierte Plattform die naheliegendere Wahl. Eine solche regulierte Alternative:

Regulierte Alternative: Krypto & Trading bei eToro Seit 2007 am Markt, MiCAR-lizenziert und selbst an der Nasdaq notiert – über 200 Coins plus Copy- und KI-Trading.
Zu eToro →

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.

Regulierte Alternative: OKX MiCAR-lizenzierte Krypto-Plattform mit breitem Handelsangebot – Konto in wenigen Minuten eröffnen.
Zu OKX →

Wer steckt hinter Backpack? FTX-Verbindung & Historie

Backpack wurde 2022 von Armani Ferrante gegründet, einem Solana-Entwickler und früheren FTX-Mitarbeiter. Das Trägerunternehmen Coral sammelte 2022 rund 20 Millionen US-Dollar ein – unter anderem von FTX Ventures und Jump Crypto. Beim Zusammenbruch von FTX Ende 2022 verlor Backpack nach eigenen Angaben rund 14,5 Millionen US-Dollar seiner Firmenmittel, baute die Plattform aber weiter aus.

Die FTX-Historie prägt die Ausrichtung bis heute. 2025 übernahm Backpack die europäische FTX-Einheit (FTX EU) für kolportierte 32,7 Millionen US-Dollar und übernahm damit auch die Verantwortung, ehemalige FTX-EU-Kunden auszuzahlen – ein Prozess, der 2025 startete. Als Reaktion auf die Intransparenz, die FTX zum Verhängnis wurde, veröffentlicht Backpack tägliche Proof-of-Reserves-Nachweise. Für Anleger bleibt dennoch relevant: Es handelt sich um eine junge Plattform mit kurzer Track-Record-Historie, deren Wurzeln direkt im größten Betrugsfall der Krypto-Geschichte liegen.

Wie hoch sind die Gebühren bei Backpack?

Die Handelsgebühren bei Backpack richten sich nach dem 30-Tage-Handelsvolumen (Tier-Modell) – je höher das Volumen, desto niedriger die Gebühr. Die Standardsätze der Einstiegsstufe fallen im Branchenvergleich niedrig aus, insbesondere für Futures.

HandelsartMaker-Gebühr (Standard)Taker-Gebühr (Standard)Besonderheit
Spot-Handel0,08 %0,10 %USDT/USDC-Paar: 0 % Gebühr
Perpetual Futures0,02 %0,05 %Tiers senken Sätze weiter
Einzahlung (Krypto)keine EinzahlungsgebührFiat/SEPA je nach Region eingeschränkt
Auszahlungvariiert je nach Coin/NetzwerkNetzwerkkosten

Zur Einordnung: Die genannten Gebühren beziehen sich auf das Angebot von Backpack; die Sätze werden stündlich anhand von Handelsvolumen, BP-Stake und ggf. Mad-Lads-NFT-Bestand neu berechnet. Backpack behält sich ausdrücklich vor, die Gebühren in künftigen Phasen anzupassen. Prüfe die aktuellen Konditionen daher immer direkt auf der Anbieter-Website.

Handelsangebot, Verwahrung und App

Backpack kombiniert eine zentralisierte Börse mit einer Self-Custody-Wallet auf Solana-Basis – das ist das Alleinstellungsmerkmal. Das Coin-Angebot ist mit rund 50 handelbaren Kryptowährungen im Spot-Bereich vergleichsweise überschaubar; die bekanntesten Coins sind abgedeckt, die Tiefe ist geringer als bei großen Universalbörsen.

Produkte im Überblick

Handel
  • Spot-Handel (~50 Coins)
  • Perpetual Futures (bis 50x global / bis 10x in der EU)
  • TradingView-Integration, API für Algo-Trader
  • Kein Margin-Handel, kein Copy-/DCA-Trading
Verwahrung & Extras
  • Self-Custody Backpack Wallet (Solana)
  • Lending & Borrowing (SOL, USDC, BTC, ETH)
  • Cold Storage für den Großteil der Kundengelder, 2FA
  • Tägliche Proof-of-Reserves

Sicherheitsseitig sind bislang keine Hacks bekannt; Backpack betreibt ein Bug-Bounty-Programm mit überdurchschnittlichen Prämien. Kritisch anzumerken ist, dass eine Einlagensicherung im klassischen Sinn fehlt – bei Krypto-Börsen generell die Regel, nicht die Ausnahme. Die App richtet sich eher an aktive, technisch versierte Trader als an Einsteiger, die einen simplen Kaufprozess suchen.

Backpack vs. regulierte Alternativen

Die folgende Matrix stellt Backpack den beiden MiCAR-lizenzierten Alternativen eToro und OKX anhand einheitlicher Kriterien gegenüber. Das MiCAR-Kriterium ist bewusst als erste Zeile geführt, weil es für Anleger in Deutschland die wichtigste Weiche ist.

KriteriumBackpackeToroOKX
MiCAR-CASP-Lizenz (EU)Nein (nur MiFID II für Derivate über Backpack EU)Ja (CySEC)Ja (MFSA, Malta)
Spot-Kauf für DE-AnlegerNicht regulär verfügbarJaJa
Coin-Auswahl~50200+sehr breit
Perpetual FuturesJa (Kernprodukt)Nein (CFDs)Ja
Zielgruppeaktive Krypto-/Derivate-TraderEinsteiger, Social-/Copy-Traderfortgeschrittene Trader
BesonderheitSelf-Custody-Wallet, Solana-FokusCopy-/KI-Trading, Nasdaq-notiertgroßes Ökosystem, MiCAR-reguliert

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile
  • Sehr niedrige Futures-Gebühren
  • Self-Custody-Wallet direkt integriert (Solana)
  • Tägliche Proof-of-Reserves, bislang keine Hacks
  • Backpack EU als MiFID-II-regulierter Derivate-Zugang
  • Starke API, für Algo-Trader interessant
Nachteile
  • Keine MiCAR-CASP-Zulassung – Spot/Verwahrung für DE-Privatkunden nicht regulär offen
  • Kein voller EU-Anlegerschutz im Spot-Geschäft
  • Junge Plattform mit FTX-Wurzeln, kurze Historie
  • Begrenzte Coin-Auswahl (~50)
  • Kein Copy-Trading, kein DCA, kein Margin-Handel; wenig einsteigerfreundlich

Eigenverwahrung & Steuern für Trader

Wer Coins von einer Börse in die eigene Kontrolle nehmen will, sollte über ein Hardware-Wallet nachdenken – die sicherste Form der Verwahrung, unabhängig vom Regulierungsstatus einer Plattform. Eine unkomplizierte Einstiegslösung ist etwa Tangem →. Details dazu in unserem Tangem Wallet Erfahrungsbericht sowie im Hardware-Wallet-Vergleich.

Steuerlich gilt: Wer aktiv auf mehreren Plattformen und im Futures-Bereich handelt, erzeugt schnell eine große Zahl steuerpflichtiger Vorgänge. Gerade für Trader lohnt ein Steuer-Tool zur sauberen Erfassung und Dokumentation aller Trades – etwa CoinTracking →. Wie Krypto-Gewinne grundsätzlich zu versteuern sind, erklären wir im Hub Kryptowährungen und Steuern.

Fazit: Für wen eignet sich Backpack?

Backpack ist eine technisch spannende Plattform mit klarem Profil: Sie richtet sich an aktive, Solana-affine Trader, die günstige Perpetual Futures und eine integrierte Self-Custody-Wallet schätzen. Über Backpack EU steht in der EU sogar ein MiFID-II-regulierter Derivate-Zugang bereit – das ist mehr Regulierung, als viele rein offshore agierende Anbieter bieten.

Für den typischen deutschen Privatanleger, der einfach Kryptowährungen kaufen, halten und sicher verwahren möchte, ist Backpack dagegen die falsche Adresse: Der Spot- und Verwahrungsbereich läuft über die nicht MiCAR-lizenzierte Backpack Global und ist für EU-Privatkunden nicht regulär verfügbar. Wer maximale Rechtssicherheit und den einheitlichen EU-Anlegerschutz will, ist bei einem voll MiCAR-lizenzierten Anbieter wie eToro oder OKX besser aufgehoben. Kurz: Backpack kann für spezialisierte Derivate-Trader eine Option sein – für den Standard-Einstieg in Krypto in Deutschland sind die regulierten Alternativen die klarere Wahl.

Häufige Fragen zu Backpack (FAQ)

Ist Backpack in Deutschland reguliert?

Nur teilweise. Backpack Global (Singapur, VARA-Lizenz Dubai) besitzt keine MiCAR-Zulassung und bedient EU-Privatkunden im Spot-Bereich nicht regulär. Backpack EU ist über die zyprische CySEC nach MiFID II für Krypto-Derivate lizenziert – das ist eine Derivate-, keine MiCAR-CASP-Zulassung.

Ist Backpack seriös?

Backpack betreibt tägliche Proof-of-Reserves, ein Bug-Bounty-Programm und hat ehemalige FTX-EU-Kunden ausgezahlt; bislang sind keine Hacks bekannt. Es handelt sich aber um eine junge Plattform mit FTX-Wurzeln und kurzer Historie. Für EU-Anleger fehlt im Spot-Bereich der MiCAR-Schutz.

Kann ich als Deutscher bei Backpack Bitcoin kaufen?

Der reguläre Spot-Kauf über Backpack Global steht Privatkunden in Deutschland nicht offen, da keine MiCAR-Zulassung vorliegt. Backpack EU bietet Derivate (Perpetual Futures), nicht den klassischen Coin-Kauf zur Eigenverwahrung. Für den Spot-Kauf sind MiCAR-lizenzierte Anbieter die passende Wahl.

Welche regulierte Alternative zu Backpack gibt es?

MiCAR-lizenzierte Alternativen sind unter anderem eToro (CySEC) und OKX (MFSA, Malta). Beide bedienen deutsche Privatanleger im Spot-Handel legal und unterliegen dem einheitlichen EU-Anlegerschutz – ein Vorteil gegenüber dem nicht MiCAR-lizenzierten Backpack-Spot-Angebot.

Wie hoch sind die Gebühren bei Backpack?

Im Spot-Handel liegen die Standardsätze bei 0,08 % (Maker) und 0,10 % (Taker), bei Perpetual Futures bei 0,02 % (Maker) und 0,05 % (Taker). Das USDT/USDC-Paar ist gebührenfrei. Die Sätze sinken mit steigendem 30-Tage-Volumen und können vom Anbieter angepasst werden.

Was ist der Unterschied zwischen Backpack Global und Backpack EU?

Backpack Global ist die weltweite Börse mit Spot, Futures und Wallet unter VARA-Lizenz, ohne MiCAR. Backpack EU (Trek Labs Europe, Zypern) ist eine separate, CySEC/MiFID-II-lizenzierte Einheit, die im EEA regulierte Perpetual Futures anbietet – hervorgegangen aus der Übernahme von FTX EU.

Alex Merten

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens. Redaktionsrichtlinien

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Regulierte Alternativen

Dieser Anbieter ist nach unserem aktuellen Kenntnisstand derzeit nicht Bestandteil unseres MiCA-basierten Krypto-Börsen-Vergleichs.

Hinweis für Anleger aus Deutschland und der Europäischen Union: Anleger mit Wohnsitz in Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedstaat sollten die regulatorische Einordnung eines Anbieters vor der Nutzung berücksichtigen. Im Krypto-Börsen-Vergleich findest du ausschließlich Plattformen mit gültiger CASP-Zulassung (MiCA).

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Risikohinweis

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.