BingX Erfahrungen im Test: Gebühren, Copy Trading & MiCA-Status

Trading-Plattformen im Test · Regulierungs-Check

BingX ist eine seit 2018 aktive Krypto-Trading-Plattform mit Sitz in Singapur, bekannt für günstige Gebühren, Copy Trading und Perpetual Futures mit hohem Hebel. Entscheidend für Anleger im Europäischen Wirtschaftsraum ist jedoch der Regulierungsstatus – und der ist der eigentliche Kern dieses Tests.

2018gegründet, Sitz Singapur
1.000+handelbare Kryptowährungen
0,10 %Spot-Gebühr (Maker = Taker)
keineMiCA-/CASP-Lizenz
BingX Erfahrungen auf einen Blick

BingX ist eine funktionsreiche Trading-Plattform mit niedrigen Gebühren (Spot 0,10 %, Futures ab 0,02 %), über 1.000 Coins, Copy Trading und Perpetual Futures. Der zentrale Punkt für EU-Anleger: BingX besitzt keine MiCA-Lizenz und steht nicht im offiziellen ESMA-Register der zugelassenen Krypto-Dienstleister (Stand aktuell). Die Betreiber-Entität BingX EU hat einen CASP-Antrag bei der österreichischen Aufsichtsbehörde FMA gestellt, dieser ist jedoch noch nicht genehmigt.

Wer maximalen EU-Anlegerschutz will, ist bei einer MiCA-lizenzierten Alternative besser aufgehoben. Regulierte Optionen wie eToro oder OKX ordnen wir weiter unten sachlich ein.

Was ist BingX?

BingX ist eine Krypto-Trading-Plattform, die 2018 gegründet wurde und ihren Hauptsitz in Singapur hat. Nach eigenen Angaben und übereinstimmenden Marktdaten zählt die Börse inzwischen über 20 Millionen Nutzer weltweit und gehört gemessen am Handelsvolumen zu den größeren Anbietern im Markt. Das Angebot kombiniert klassischen Spot-Handel mit über 1.000 Kryptowährungen, Perpetual Futures, Copy Trading und automatisierten Grid-Bots in einer Oberfläche.

Positioniert ist BingX vor allem als Plattform für aktive Trader, Daytrader und Social-Trading-Interessierte – weniger als Einstiegsbörse für sicherheitsorientierte Sparplan-Anleger. Genau deshalb ist die Frage nach dem Regulierungsstatus hier so wichtig.

Ist BingX in Deutschland reguliert und seriös?

Nein, BingX besitzt derzeit keine MiCA-Lizenz. Die Plattform erscheint nicht im offiziellen ESMA-Register der nach der EU-Verordnung MiCAR zugelassenen Krypto-Dienstleister (CASP). Das ist der entscheidende Punkt für jeden Anleger im Europäischen Wirtschaftsraum.

Der Hintergrund: Die MiCAR-Verordnung ist seit dem 30. Dezember 2024 vollständig anwendbar und schafft einen EU-weit einheitlichen Rechtsrahmen. Um EU-Kunden legal zu bedienen, braucht ein Anbieter eine sogenannte CASP-Zulassung (Crypto-Asset Service Provider), die im ESMA-Register gelistet wird. Nach dem Ende der nationalen Übergangsfristen dürfen Anbieter ohne gültige CASP-Lizenz keine neuen EU-Kunden mehr onboarden. In Deutschland lief die Frist über das Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) bereits früher aus.

BingX geht dabei – anders als manche Wettbewerber – transparent mit dem eigenen Status um. Die europäische Betreiber-Entität BingX EU hat öffentlich mitgeteilt, einen CASP-Antrag bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) gestellt zu haben; der Antrag wurde als weit fortgeschritten, aber ausdrücklich noch nicht genehmigt beschrieben. Ein Antrag ist jedoch keine Lizenz: Erst mit erteilter Zulassung und Eintrag im ESMA-Register wäre BingX MiCA-reguliert. Unabhängige Tests zeigten zudem, dass BingX seit dem Ende der Übergangsfrist eine strikte Registrierungsbeschränkung für EU-IP-Adressen einführte – bei einem Test war eine Neuregistrierung aus dem EU-Raum nicht möglich.

Einordnung: „Reguliert“ heißt nicht automatisch „MiCA-lizenziert“. BingX verfügt zwar über Registrierungen bzw. Lizenzen in Drittstaaten (z. B. Australien über AUSTRAC) und eine EU-Registrierung, aber diese ersetzen keine erteilte MiCA-CASP-Zulassung. Solange BingX nicht im ESMA-Register steht, ist der EU-Anlegerschutz geringer als bei einer MiCA-lizenzierten Börse. Wer darauf Wert legt, sollte eine regulierte Alternative prüfen – siehe unten.

Zur Seriosität im engeren Sinn: Nutzerberichte zu Ein- und Auszahlungen sind überwiegend unauffällig, die Plattform arbeitet mit gängigen Sicherheitsmechanismen (2FA, Cold Storage, Proof of Reserves). Nach einem Hot-Wallet-Hack im Jahr 2024 (Schaden rund 52 Millionen US-Dollar) wurden betroffene Nutzer nach Angaben der Börse vollständig aus den Reserven entschädigt. Das Kernthema bleibt aber der fehlende MiCA-Status, nicht die technische Vertrauenswürdigkeit im Alltag.

Regulierte Alternativen zu BingX

Wer den EU-regulierten Anlegerschutz nicht aufgeben möchte, findet bei MiCA-lizenzierten Anbietern eine Handlungsalternative. Zwei davon ordnen wir hier sachlich ein – beide sind im Krypto-Kontext reguliert einzustufen.

Regulierte Alternative: Krypto & Trading bei eToro Seit 2007 am Markt, MiCAR-lizenziert und selbst an der Nasdaq notiert – mit 200+ Coins sowie Copy- und KI-Trading.
Zu eToro →

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.

Regulierte Alternative: OKX MiCAR-lizenzierte Krypto-Plattform mit breitem Handelsangebot – Konto in wenigen Minuten eröffnen.
Zu OKX →

Einen Überblick über weitere geeignete Anbieter bietet unser Ratgeber zur besten Krypto-Börse.

Wie hoch sind die Gebühren bei BingX?

Die Gebühren gehören zu den Stärken von BingX. Im Spot-Handel berechnet die Börse einheitlich 0,10 % für Maker und Taker – das liegt im günstigen Bereich des Marktes. Im Futures-Handel sind die Kosten mit 0,02 % (Maker) und 0,05 % (Taker) noch niedriger. Vieltrader senken die Gebühren über ein gestaffeltes VIP-Programm weiter.

GebührenartMakerTakerAnmerkung
Spot-Handel0,10 %0,10 %einheitlich, sinkt im VIP-Programm
Perpetual Futures0,02 %0,05 %zzgl. Funding-Rate je nach Marktlage
SEPA-Einzahlungkostenlosinkl. SEPA-Instant
Krypto-Einzahlungkostenlosggf. Netzwerkgebühren
„Quick Buy“ (Sofortkauf)variabler Spreaddeutlich teurer als Orderbuch-Kauf
Krypto-Auszahlungnetzwerkabhängigz. B. ERC-20-USDT teuer, TRC-20 günstiger

Ein Praxis-Hinweis: Wer über die Sofortkauf-Funktion „Quick Buy“ kauft, zahlt statt der 0,10 % Orderbuch-Gebühr einen deutlich höheren, variablen Spread. Für kostenbewusste Nutzer lohnt sich der Kauf über das Spot-Orderbuch. Auch bei Auszahlungen gilt: Das gewählte Netzwerk beeinflusst die Kosten erheblich.

Handelsangebot und Funktionen

BingX bündelt mehrere Handelsformen in einer Plattform. Der Funktionsumfang ist breit und richtet sich klar an aktive Nutzer.

Spot-Handel

Klassischer Kauf und Verkauf von über 1.000 Kryptowährungen – von Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP bis hin zu zahlreichen Altcoins und Memecoins.

Perpetual Futures & Hebel

Perpetual Futures auf BTC, ETH und hunderte Altcoins, mit Cross- und Isolated-Margin. Da BingX nicht den ESMA-Vorgaben unterliegt, sind hier deutlich höhere Hebel möglich als bei EU-regulierten Anbietern – teils bis 125x. Das erhöht die Chancen, aber vor allem das Risiko: Schon kleine Kursbewegungen können zur vollständigen Liquidation einer Position führen.

Copy Trading & Grid-Bots

Beim Copy Trading kopieren Nutzer die Strategien erfahrener Trader in Echtzeit; die Auswahl erfolgt über Kennzahlen wie Rendite, Drawdown und Gewinnrate. Grid-Bots automatisieren Käufe und Verkäufe in definierten Preisspannen und eignen sich für Seitwärtsmärkte.

Sicherheit und Verwahrung

BingX setzt auf gängige Sicherheitsmechanismen: Zwei-Faktor-Authentifizierung, Cold Storage für einen Großteil der Bestände und veröffentlichte Proof-of-Reserves. Nach dem Hot-Wallet-Hack 2024 (rund 52 Mio. US-Dollar) wurden betroffene Nutzer laut Börse vollständig aus den Reserven entschädigt und die Sicherheitsarchitektur nachgeschärft.

Wichtig bleibt die grundsätzliche Unterscheidung: Solange Coins auf einer Börse liegen, kontrolliert die Börse die Schlüssel („not your keys, not your coins“). Wer Bestände langfristig in Eigenverwahrung nehmen will – gerade bei einer nicht MiCA-lizenzierten Plattform sinnvoll –, sollte ein Hardware-Wallet nutzen.

Für die sichere Eigenverwahrung nach dem Abzug von einer Börse eignet sich ein Hardware-Wallet wie Tangem: Zu Tangem → – Details im Tangem Erfahrungsbericht.

BingX vs. regulierte Alternativen im Überblick

Der direkte Vergleich zeigt, wo BingX punktet – und wo der regulatorische Nachteil liegt. Der Regulierungsstatus ist bewusst als eigene Zeile ausgewiesen, weil er für EU-Anleger das wichtigste Kriterium ist.

KriteriumBingXeToroOKX
MiCA-/CASP-Lizenznein (Antrag läuft)jaja
Im ESMA-Registerneinjaja
Spot-Gebühr0,10 %variabel (inkl. Spread)ab ~0,10 %
Hebel-Tradingbis 125xreguliert begrenztreguliert begrenzt
Copy Tradingjaja (Kernfunktion)teilweise
Zielgruppeaktive TraderEinsteiger & Copy-TraderTrader & Fortgeschrittene

Fazit der Tabelle: BingX ist bei Gebühren und Hebel-Optionen stark, verliert aber beim entscheidenden EU-Kriterium – der MiCA-Lizenz. Der hohe Hebel ist zugleich Chance und erhebliches Risiko.

Steuern beim Trading auf mehreren Plattformen

Wer aktiv tradet – besonders über mehrere Börsen und mit Futures –, erzeugt schnell eine große Zahl steuerpflichtiger Vorgänge. Jede Order, jeder Tausch und jede Realisierung kann steuerlich relevant sein. Grundlagen dazu bietet unser Ratgeber zu Kryptowährungen und Steuern.

Gerade für Trader relevant: Ein Steuer-Tool wie CoinTracking erfasst und dokumentiert Transaktionen automatisch über viele Plattformen hinweg: Zu CoinTracking →

Vor- und Nachteile von BingX

Vorteile
  • Sehr niedrige Handelsgebühren (Spot 0,10 %, Futures ab 0,02 %)
  • Große Auswahl mit über 1.000 Kryptowährungen
  • Starke Funktionen: Copy Trading, Grid-Bots, Perpetual Futures
  • Kostenlose SEPA-Ein- und -Auszahlung
  • Transparenter Umgang mit dem eigenen Regulierungsstatus
Nachteile
  • Keine MiCA-Lizenz, nicht im ESMA-Register – geringerer EU-Anlegerschutz
  • Neuregistrierung aus dem EU-Raum eingeschränkt
  • Sehr hohe Hebel bergen erhebliches Verlustrisiko
  • „Quick Buy“ mit deutlich höheren Spreads
  • Für Einsteiger komplexer als regulierte Einstiegsbörsen

Fazit: Für wen eignet sich BingX?

BingX ist eine funktionsstarke, günstige Trading-Plattform, die vor allem erfahrene und aktive Trader anspricht, die Copy Trading, Grid-Bots und Perpetual Futures nutzen wollen. Bei Gebühren und Handelsangebot gehört sie zu den wettbewerbsfähigsten Anbietern.

Der entscheidende Vorbehalt für Privatanleger im Europäischen Wirtschaftsraum bleibt der fehlende MiCA-Status: BingX steht nicht im ESMA-Register, der CASP-Antrag ist gestellt, aber nicht genehmigt. Wer maximale Sicherheit und EU-regulierten Anlegerschutz priorisiert – das gilt besonders für Einsteiger und sicherheitsorientierte Anleger –, ist bei einer MiCA-lizenzierten Börse besser aufgehoben; regulierte Alternativen sind etwa eToro oder OKX. Wer BingX bewusst wegen der Trading-Funktionen nutzt, sollte den Regulierungsstatus im Blick behalten und Bestände bei Bedarf in Eigenverwahrung nehmen. In einfachen Worten: viel Funktion, günstig – aber ohne den EU-Schutzschirm, den regulierte Anbieter bieten.

Häufige Fragen zu BingX

Ist BingX in Deutschland reguliert?

Nein. BingX besitzt derzeit keine MiCA-Lizenz und steht nicht im offiziellen ESMA-Register der zugelassenen Krypto-Dienstleister. Die Entität BingX EU hat einen CASP-Antrag bei der österreichischen FMA gestellt, dieser ist aber noch nicht genehmigt. Damit ist der EU-Anlegerschutz geringer als bei MiCA-lizenzierten Börsen.

Ist BingX seriös?

Im Alltag berichten Nutzer überwiegend von reibungslosen Ein- und Auszahlungen, die Plattform nutzt gängige Sicherheitsstandards wie 2FA, Cold Storage und Proof of Reserves. Nach dem Hack 2024 wurden Betroffene laut BingX entschädigt. Der zentrale Vorbehalt ist nicht die technische Vertrauenswürdigkeit, sondern der fehlende MiCA-Status.

Wie hoch sind die Gebühren bei BingX?

Im Spot-Handel fällt einheitlich 0,10 % für Maker und Taker an, bei Perpetual Futures 0,02 % (Maker) und 0,05 % (Taker). SEPA- und Krypto-Einzahlungen sind kostenlos. Die Sofortkauf-Funktion „Quick Buy“ ist über höhere Spreads deutlich teurer als der Kauf über das Orderbuch.

Welche Alternative zu BingX ist reguliert?

MiCA-lizenzierte Anbieter wie eToro oder OKX sind im EU-Raum reguliert und im ESMA-Register gelistet. Sie bieten damit den vollen EU-Anlegerschutz. Für Einsteiger und sicherheitsorientierte Anleger sind solche regulierten Börsen in der Regel die bessere Wahl.

Kann ich BingX in der EU noch nutzen?

Seit dem Ende der MiCAR-Übergangsfrist dürfen Anbieter ohne CASP-Lizenz keine neuen EU-Kunden mehr aufnehmen. BingX hat entsprechend eine strikte Registrierungsbeschränkung für EU-IP-Adressen eingeführt. Erst mit einer erteilten MiCA-Lizenz wäre ein regulärer EU-Betrieb wieder möglich.

Welchen Hebel bietet BingX?

Da BingX nicht den ESMA-Vorgaben unterliegt, sind deutlich höhere Hebel möglich als bei EU-regulierten Anbietern – teils bis 125x im Futures- und Margin-Bereich. Das erhöht die Gewinnchancen, aber vor allem das Verlustrisiko: Schon kleine Kursbewegungen können eine Position vollständig liquidieren.

Alex Merten

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens. Redaktionsrichtlinien

MiCA · Regulierung · Alternativen

Regulierte Alternativen

Dieser Anbieter ist nach unserem aktuellen Kenntnisstand derzeit nicht Bestandteil unseres MiCA-basierten Krypto-Börsen-Vergleichs.

Hinweis für Anleger aus Deutschland und der Europäischen Union: Anleger mit Wohnsitz in Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedstaat sollten die regulatorische Einordnung eines Anbieters vor der Nutzung berücksichtigen. Im Krypto-Börsen-Vergleich findest du ausschließlich Plattformen mit gültiger CASP-Zulassung (MiCA).

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Regulierte Alternativen: Unsere MiCA-lizenzierten Empfehlungen
Risikohinweis

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.