BitMart ist eine international bekannte Krypto-Börse mit sehr großem Coin-Angebot – steht für Anleger aus Deutschland aber vor allem wegen ihres Regulierungsstatus im Fokus. Dieser datenbasierte Test ordnet Gebühren, Handelsangebot, Verwahrung, Sicherheitshistorie und die entscheidende Frage der MiCAR-Lizenz nüchtern ein.
BitMart ist eine Krypto-Börse mit sehr breitem Coin-Angebot (1.400+), Spot-, Futures- (bis 100x Hebel), Margin- und Staking-Produkten. Nach aktuellem Stand besitzt BitMart keine MiCAR-/CASP-Lizenz und ist nicht im offiziellen ESMA-Register EU-zugelassener Anbieter geführt – das ist für Privatanleger aus Deutschland der zentrale Punkt, da seit dem 1. Juli 2026 nur MiCAR-lizenzierte Anbieter EU-Kunden legal bedienen dürfen. Wer regulierten EU-Anlegerschutz will, ist bei einer lizenzierten Alternative wie eToro oder OKX besser aufgehoben.
Ist BitMart reguliert und in Deutschland erlaubt?
Nach aktuellem Stand besitzt BitMart keine MiCAR-Lizenz (CASP-Zulassung) und ist nicht im offiziellen ESMA-Register der in der EU zugelassenen Krypto-Dienstleister geführt. Damit fehlt BitMart genau jene EU-weite Erlaubnis, die seit dem 1. Juli 2026 Voraussetzung ist, um Privatanleger innerhalb der Europäischen Union legal zu bedienen. Betreibergesellschaft ist bachi.tech mit Sitz auf den Cayman Islands – also außerhalb des EU-Regulierungsrahmens.
Zur Einordnung: Die europäische Krypto-Regulierung MiCAR (Markets in Crypto-Assets) schafft eine einheitliche Lizenz (CASP), die von einer nationalen Aufsicht erteilt und dann EU-weit passportiert wird. Anbieter ohne diese Zulassung dürfen nach Ablauf der Übergangsfrist keine neuen EU-Kunden mehr rechtmäßig aufnehmen. Ob und wie BitMart einzelne EU-Nutzer künftig behandelt, kann sich ändern – maßgeblich und verbindlich ist immer der aktuelle Eintrag (bzw. dessen Fehlen) im ESMA-Register. Wie die Regeln im Detail funktionieren, erklären wir im MiCAR-Ratgeber.
Ein weiterer sachlicher Punkt zur Historie: 2022 leitete die US-Handelsbehörde FTC eine Untersuchung zum Sicherheitsvorfall bei BitMart ein – nach Angaben der Behörde ihr erster Krypto-Fall dieser Art. Für die Beurteilung des Regulierungsstatus in der EU ist das nachrangig, es gehört aber zur vollständigen Einordnung.
Regulierte Alternativen zu BitMart
Wer maximale Sicherheit und EU-regulierten Anlegerschutz möchte, ist bei einem MiCAR-lizenzierten Anbieter grundsätzlich besser aufgehoben als bei einer unregulierten Börse. Zwei etablierte, EU-regulierte Alternativen:
Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.
Beide Anbieter sind – anders als BitMart – unter MiCAR in der EU zugelassen. Ein direkter Vergleich der jeweiligen Konditionen findet sich für eToro im ausführlichen eToro-Test.
Handelsangebot und Produkte
BitMart deckt ein sehr breites Produktspektrum ab und richtet sich damit primär an aktivere Trader. Zum Angebot zählen Spot-Handel, Futures mit Hebel (nach Anbieterangaben bis zu 100x), Margin-Handel sowie Staking- und Lending-Produkte. Das Coin-Angebot ist mit rund 1.400 bis über 1.500 handelbaren Kryptowährungen eines der größten am Markt – darunter viele früh gelistete, kleinere Altcoins.
Gerade dieses große Angebot an neu gelisteten Token ist zweischneidig: Es bietet Zugang zu Nischen-Assets, bringt aber erhöhte Volatilität und Projektrisiken mit sich. Für Einsteiger ist das weniger geeignet; für erfahrene Trader kann die Bandbreite ein Argument sein.
| Kriterium | BitMart (Stand aktuell) |
|---|---|
| Anbieter / Sitz | bachi.tech, Cayman Islands |
| MiCAR-/CASP-Lizenz | Nicht vorhanden, nicht im ESMA-Register |
| Handelbare Coins | ca. 1.400–1.500+ |
| Produkte | Spot, Futures (bis 100x), Margin, Staking, Lending, Copy-Trading |
| Fiat-Ein-/Auszahlung | Über Drittanbieter (Karte VISA/Mastercard), tendenziell höhere Gebühren |
| Krypto-Einzahlung | Gebührenfrei (nur Netzwerkgebühren) |
| Native Token | BMX (Rabatt auf Handelsgebühren) |
Wie hoch sind die Gebühren bei BitMart?
Die Handelsgebühren bei BitMart bewegen sich im Spot-Bereich je nach Quelle und Asset-Klasse in einer Spanne von etwa 0,1 % bis 0,25 % pro Order (Maker/Taker), wobei BitMart Assets in Klassen einteilt und höhere Handelsvolumina sowie das Halten des Eigen-Tokens BMX Rabatte (bis rund 25 %) bringen. Im Futures-Handel liegen die Sätze niedriger, üblicherweise um 0,02 % (Maker) und 0,06 % (Taker). Krypto-Einzahlungen sind gebührenfrei; bei Auszahlungen fallen dynamische, netzwerkabhängige Gebühren an. Fiat-Ein- und -auszahlungen laufen über Drittanbieter und können vergleichsweise teuer sein.
Wichtig zur Einordnung: Die kursierenden Angaben zur Spot-Basisgebühr sind uneinheitlich (teils 0,1 %, teils 0,25 %), da BitMart nach Asset-Klasse und Volumen differenziert. Die jeweils gültigen Sätze sollten Trader vor dem Handel direkt auf der offiziellen Gebührenseite prüfen.
| Gebührenart | BitMart | Anmerkung |
|---|---|---|
| Spot Maker/Taker | ca. 0,1 %–0,25 % | je nach Asset-Klasse & Volumen; BMX-Rabatt möglich |
| Futures Maker | ca. 0,02 % | volumenabhängige Staffel |
| Futures Taker | ca. 0,06 % | volumenabhängige Staffel |
| Krypto-Einzahlung | 0 % (nur Netzwerk) | Ausnahme einzelner Token |
| Krypto-Auszahlung | dynamisch | z. B. BTC ca. 0,0005 BTC, netzwerkabhängig |
| Fiat via Drittanbieter | vergleichsweise hoch | abhängig vom Zahlungspartner |
Sicherheit und Historie: der Hack von 2021
Der prägendste Sicherheitsvorfall in der Geschichte von BitMart ereignete sich am 4. Dezember 2021: Angreifer erbeuteten über einen kompromittierten Private Key rund 196 Millionen US-Dollar aus zwei Hot Wallets (Ethereum und Binance Smart Chain). Die gestohlenen Token wurden laut Analysefirmen über den DEX-Aggregator 1inch getauscht und anschließend über den Mixer Tornado Cash verschleiert. BitMart-CEO Sheldon Xia sagte zu, betroffene Nutzer aus Eigenmitteln zu entschädigen; nach Angaben des Unternehmens wurden die betroffenen Assets erstattet bzw. wiederhergestellt.
Sachlich einzuordnen ist beides: Der Vorfall zeigt eine reale Schwachstelle in der damaligen Hot-Wallet-Struktur – gleichzeitig hat BitMart die Nutzer entschädigt und laut Berichten den Anteil der offline (Cold Storage) verwahrten Bestände danach erhöht. Ein solcher Vorfall bleibt aber ein relevantes Risikosignal, insbesondere in Kombination mit dem fehlenden EU-Regulierungsrahmen, der bei lizenzierten Anbietern zusätzliche Auflagen zur Kundengeldsicherung vorsieht.
Verwahrung – Coins selbst sichern
Der Hack von 2021 illustriert eine Grundregel des Krypto-Handels: Guthaben auf einer Börse liegt im Verwahrmodell des Anbieters, nicht in der eigenen Kontrolle. Wer Coins längerfristig hält, kann sie nach dem Kauf in Eigenverwahrung nehmen – am sichersten über ein Hardware-Wallet, das die privaten Schlüssel offline hält.
Eine bewährte Option ist etwa Tangem → als Cold-Storage-Lösung. Details und eine Einordnung liefert unser Tangem-Erfahrungsbericht; einen breiteren Überblick bietet der Hardware-Wallet-Vergleich.
Steuern beim Trading
Wer auf einer oder mehreren Börsen aktiv handelt, erzeugt viele steuerlich relevante Vorgänge – jeder Tausch, Verkauf oder Staking-Ertrag kann steuerpflichtig sein. Gerade bei hohem Handelsvolumen wird die saubere Erfassung schnell unübersichtlich. Ein Steuer-Tool wie CoinTracking → hilft, Transaktionen zu importieren, Gewinne/Verluste zu berechnen und den Steuerreport zu erstellen. Die deutschen Grundlagen dazu erklärt unser Hub Krypto & Steuern.
Vor- und Nachteile im Überblick
- Sehr großes Coin-Angebot (1.400+), inkl. Nischen-Altcoins
- Breites Produktspektrum: Spot, Futures, Margin, Staking
- Wettbewerbsfähige Futures-Gebühren
- Gebührenfreie Krypto-Einzahlungen
- Betroffene Nutzer nach Hack 2021 entschädigt
- Keine MiCAR-/CASP-Lizenz, nicht im ESMA-Register – kein EU-Anlegerschutz
- Sitz außerhalb der EU (Cayman Islands)
- Schwerer Hot-Wallet-Hack 2021 (~196 Mio. USD)
- FTC-Untersuchung 2022
- Fiat-Ein-/Auszahlung über Drittanbieter tendenziell teuer
- Uneinheitliche, klassenabhängige Spot-Gebühren
Fazit: Für wen ist BitMart geeignet?
BitMart ist funktional eine leistungsfähige Börse mit außergewöhnlich breitem Coin-Angebot und einem vollständigen Trading-Werkzeugkasten – das kann für erfahrene, aktive Trader auf der Suche nach Nischen-Assets interessant sein. Für den typischen deutschsprachigen Privatanleger wiegt jedoch der zentrale Punkt schwer: BitMart ist nach aktuellem Stand nicht MiCAR-lizenziert und steht nicht im ESMA-Register. Damit fehlt der EU-regulierte Anlegerschutz, und der Hack von 2021 unterstreicht das Risiko der Fremdverwahrung.
Unsere nüchterne Einordnung für die Zielgruppe: Wer regulierten EU-Rahmen, klare Aufsicht und Kundengeldsicherung priorisiert, trifft mit einem MiCAR-lizenzierten Anbieter die konsistentere Wahl. Als regulierte Alternativen kommen eToro und OKX in Frage. Wer dennoch bei unregulierten Plattformen handelt, sollte Beträge bewusst begrenzen und größere Bestände in Eigenverwahrung (Hardware-Wallet) nehmen.
Häufige Fragen zu BitMart
Ist BitMart in Deutschland reguliert?
Nein. Nach aktuellem Stand besitzt BitMart keine MiCAR-/CASP-Lizenz und ist nicht im offiziellen ESMA-Register der EU-zugelassenen Krypto-Dienstleister geführt. Seit dem 1. Juli 2026 dürfen nur MiCAR-lizenzierte Anbieter EU-Privatkunden legal bedienen. Der verbindliche Status ist stets im ESMA-Register zu prüfen.
Ist BitMart seriös?
BitMart ist seit 2018 aktiv und hat Millionen Nutzer. Allerdings belasten der fehlende EU-Regulierungsstatus, der Firmensitz auf den Cayman Islands sowie der Hot-Wallet-Hack von 2021 das Sicherheitsbild. Betroffene wurden damals entschädigt. Für maximalen Anlegerschutz sind regulierte Anbieter vorzuziehen.
Was ist beim BitMart-Hack 2021 passiert?
Am 4. Dezember 2021 erbeuteten Angreifer über einen gestohlenen Private Key rund 196 Millionen US-Dollar aus zwei Hot Wallets. BitMart sagte zu, betroffene Nutzer aus Eigenmitteln zu entschädigen, und erhöhte laut Berichten anschließend den Anteil der Cold-Storage-Verwahrung.
Welche regulierte Alternative zu BitMart gibt es?
MiCAR-lizenzierte Alternativen sind beispielsweise eToro (seit 2007 am Markt, an der Nasdaq notiert) und OKX. Beide sind – anders als BitMart – in der EU zugelassen und bieten damit regulierten Anlegerschutz.
Wie hoch sind die Gebühren bei BitMart?
Die Spot-Gebühren liegen je nach Asset-Klasse und Volumen etwa zwischen 0,1 % und 0,25 % pro Order, Futures um 0,02 % (Maker) und 0,06 % (Taker). Krypto-Einzahlungen sind gebührenfrei; Fiat-Transaktionen über Drittanbieter können teurer sein. Der Eigen-Token BMX bringt Rabatte.
Sollte ich meine Coins auf BitMart lassen?
Guthaben auf einer Börse unterliegt dem Verwahrmodell des Anbieters. Wer Coins längerfristig hält, sollte über Eigenverwahrung per Hardware-Wallet nachdenken, um das Gegenpartei- und Hackrisiko zu reduzieren – unabhängig davon, welche Börse genutzt wird.
Regulierte Alternativen
Dieser Anbieter ist nach unserem aktuellen Kenntnisstand derzeit nicht Bestandteil unseres MiCA-basierten Krypto-Börsen-Vergleichs.
Hinweis für Anleger aus Deutschland und der Europäischen Union: Anleger mit Wohnsitz in Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedstaat sollten die regulatorische Einordnung eines Anbieters vor der Nutzung berücksichtigen. Im Krypto-Börsen-Vergleich findest du ausschließlich Plattformen mit gültiger CASP-Zulassung (MiCA).