Europas größter Vermögensverwalter bringt einen regulierten Fonds direkt auf öffentliche Blockchains. Der neue Spiko Amundi Overnight Swap Fund (SAFO) startet mit 100 Millionen US-Dollar zugesagtem Kapital – und markiert Amundis zweiten On-Chain-Vorstoß innerhalb weniger Monate.
Amundi und die europäische Tokenisierungsplattform Spiko haben am 19. März 2026 den Spiko Amundi Overnight Swap Fund gestartet. Das Anlegerregister des Fonds wird auf Ethereum und Stellar geführt. Chainlink übernimmt die technische Infrastruktur, um den täglichen Nettoinventarwert (NAV) des Fonds automatisiert on-chain bereitzustellen.
SAFO: Overnight-Swap-Fonds für institutionelles Treasury-Management
SAFO ist als Teilfonds der SPIKO SICAV nach französischem Recht strukturiert und richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Der Fonds setzt vollständig besicherte Total-Return-Swaps mit erstklassigen Banken ein, um Renditen oberhalb der risikofreien Benchmark zu erzielen – bei gleichzeitig täglicher Liquidität.
Zeichnung und Rücknahme sind in Euro, US-Dollar, Britischem Pfund und Schweizer Franken möglich, ab jeweils einer Einheit der jeweiligen Währung. Die Übertragung von Fondsanteilen ist rund um die Uhr möglich. Daneben bietet der Fonds Near-Instant-Settlement, flexible Verwahrungsoptionen sowie programmatischen Zugang über API oder Smart Contracts.
Die Rollenverteilung: Amundi fungiert als delegierter Investmentmanager, CACEIS als Depotbank und Administrator, Spiko als Transferstelle, Tokenisierungsplattform und Broker.
Zweiter Blockchain-Fonds in fünf Monaten
SAFO ist nicht Amundis erster Blockchain-Schritt. Im Dezember 2025 hatte das Unternehmen bereits eine tokenisierte Anteilsklasse seines Amundi Funds Cash EUR auf Ethereum eingeführt. Der neue Fonds weitet die Strategie nun auf zwei Netzwerke aus: Ethereum deckt das Smart-Contract-Ökosystem ab, Stellar ermöglicht kostengünstige und schnelle Transfers.
Der RWA-Markt insgesamt erreichte zum Start des Fonds am 19. März ein verteiltes Asset-Volumen von 27,3 Milliarden US-Dollar – ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vormonat. Zum Vergleich: Anfang 2025 lag der Gesamtmarkt noch bei rund 5,5 Milliarden Dollar.
Für Spiko selbst sind die Zahlen bemerkenswert: Das Unternehmen gab im Februar bekannt, die Marke von einer Milliarde US-Dollar an verwalteten Assets überschritten zu haben, mit über 3.300 aktiven Kunden – mehr als 92 Prozent davon aus dem Unternehmensbereich. Nur BlackRocks BUIDL und Circles USYC lagen zu diesem Zeitpunkt noch vor Spiko.
Struktursignal für den TradFi-Markt
Der SAFO-Launch ist weniger ein Kurstreiber für einzelne Kryptowährungen als ein strukturelles Signal: Tokenisierte Fondsvehikel wandern aus Pilotprojekten in regulierte Echtbetrieb-Infrastruktur. Mit über 2,3 Billionen Euro AUM bringt Amundi eine Größenordnung in den On-Chain-Markt, die bislang dort nicht vertreten war. Ob weitere Fonds folgen, bleibt offen – die Architektur für den Ausbau ist jedenfalls gelegt.

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
