Studie: Krypto-Trade bei Coinbase kostet 12-mal mehr als bei Bitvavo

Raphael Lulay

20.03.2026, 06:00 Uhr

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Das Frankfurt School Blockchain Center hat 432 reale Kauf-Verkauf-Transaktionen bei neun MiCAR-regulierten Anbietern ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig – und für viele Nutzer teurer als gedacht.

Wer Kryptowährungen kauft und direkt wieder verkauft, zahlt je nach Plattform zwischen 0,53 und 6,45 Prozent des Ordervolumens. Das zeigt eine aktuelle Studie des Frankfurt School Blockchain Center, durchgeführt in Kooperation mit der Unternehmensberatung intas.tech.

Für die Untersuchung werteten die Forscher von Januar bis Februar 2026 insgesamt 432 sogenannte Roundtrips aus – also reale Käufe mit anschließendem sofortigem Wiederverkauf. Getestet wurden neun MiCAR-regulierte Anbieter, darunter Bitvavo, Coinbase, Kraken, Bitpanda, Trade Republic, Bison, N26, justTRADE und flatex. Die Ordergrößen lagen bei 100 und 500 Euro, gehandelt wurden Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana, Chainlink und Avalanche.

Bitvavo vorne, Coinbase am Ende

Günstigster Anbieter im Test: Bitvavo mit durchschnittlichen Roundtrip-Kosten von 0,53 Prozent. Dicht dahinter liegt justTRADE mit 0,64 Prozent. Beide bleiben über alle getesteten Kryptowerte hinweg unter einem Prozent.

Am anderen Ende der Skala steht Coinbase mit 6,45 Prozent – das ist mehr als das Zwölffache der Kosten bei Bitvavo. Kraken folgt mit 5,92 Prozent, Bitpanda mit 4,99 Prozent. N26 überrascht mit 4,77 Prozent negativ. Trade Republic und Bison bewegen sich mit 2,77 bzw. 2,50 Prozent im Mittelfeld. flatex kommt auf 1,21 Prozent.

Spread als unterschätzter Kostenfaktor

Der entscheidende Befund der Studie: Nicht die offiziell ausgewiesene Handelsgebühr bestimmt die tatsächlichen Kosten, sondern die Kombination aus Gebühr und Spread. Gerade bei Anbietern wie Coinbase werden die genauen Konditionen nicht transparent kommuniziert – was dazu führt, dass Anleger die reale Kostenbelastung systematisch unterschätzen.

„Im Kryptohandel können Broker viele Kosten verstecken“, sagte Prof. Dr. Co-Pierre Georg, Direktor des Frankfurt School Blockchain Center, zur Veröffentlichung. Ziel der Studie sei es, mehr Transparenz für Privatanleger zu schaffen.

Für Anleger, die regelmäßig kaufen oder im Sparplan investieren, macht die Plattformwahl damit einen erheblichen Unterschied: Wer 500 Euro monatlich über Coinbase anlegt, zahlt allein an Handelskosten deutlich mehr als das Zehnfache gegenüber der günstigsten Alternative.

Einige in Deutschland beliebte MiCA-lizenzierte Plattformen – darunter eToro – wurden nicht erfasst. Die Studie ist damit kein vollständiges Marktbild, liefert aber dennoch einen methodisch starken Kostenvergleich für den deutschen Privatanleger.

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