Bitcoin-Börsenreserven fallen auf Niveau von 2019 – ETFs und Firmen binden Angebot

Raphael Lulay

11.03.2026, 07:00 Uhr

,

Die Bitcoin-Bestände auf zentralisierten Krypto-Börsen sind auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren gefallen. Aktuelle Daten von CryptoQuant zeigen, dass sich derzeit rund 2,7 Millionen Bitcoin auf Handelsplattformen befinden – ein Niveau, das zuletzt 2019 erreicht wurde.

Der Rückgang der Reserven gilt unter Marktbeobachtern als wichtiger Indikator für die verfügbare Liquidität. Je weniger Bitcoin auf Krypto-Börsen liegen, desto geringer ist das Angebot, das kurzfristig gehandelt werden kann.

Trend seit dem FTX-Kollaps

Der Abwärtstrend begann allen voran nach dem Zusammenbruch der Börse FTX im November 2022. In dieser Phase zogen viele Anleger ihre Bestände von Handelsplattformen ab und verlagerten sie in eigene Wallets.

Allein rund um den Kollaps wurden Schätzungen zufolge mehr als 300.000 Bitcoin von Börsen abgezogen. Seitdem hat sich das Verhalten vieler Investoren verändert. Selbstverwahrung spielt für viele Marktteilnehmer eine deutlich größere Rolle als zuvor.

ETFs und Firmen binden Bitcoin

Neben der Selbstverwahrung tragen auch institutionelle Investoren zum Rückgang der Börsenbestände bei. Seit der Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs in den USA Anfang 2024 sind große Mengen BTC in Fondsstrukturen gewandert. Insgesamt halten diese Produkte inzwischen rund 1,3 Millionen Bitcoin.

Hinzu kommen Unternehmen, die Bitcoin als strategische Reserve in ihren Bilanzen führen. Alleine die börsennotierten Treasury-Unternehmen besitzen zusammen rund 1,156 Millionen Bitcoin, wie Daten von bitcointreasuries.net zeigen.

Strukturwandel im Markt

Der sinkende Börsenbestand deutet damit auf einen strukturellen Wandel hin. Ein wachsender Teil des Bitcoin-Angebots liegt heute in Fonds, Unternehmensreserven oder privaten Wallets und steht dem kurzfristigen Handel nicht direkt zur Verfügung.

Abonniere boersen-parkett.de auf Google News für tägliche Krypto-Analysen