Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Dienstag, 10. März 2026, Nettozuflüsse in Höhe von 246,9 Millionen US-Dollar, wie aktuelle Daten von Farside Investors zeigen. Damit setzte sich die Stabilisierung nach den deutlichen Abflüssen in der Vorwoche fort. Bereits am Montag hatten die Produkte wieder frisches Kapital angezogen, nun folgte ein weiterer positiver Handelstag.
Den größten Anteil am Tagesergebnis hatte erneut der iShares Bitcoin Trust von BlackRock mit Zuflüssen von 185,8 Millionen US-Dollar. Auch der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund lieferte mit 33,5 Millionen US-Dollar einen wichtigen Beitrag. Dahinter folgten Bitwise mit 16,4 Millionen US-Dollar sowie kleinere Zuflüsse bei ARK, VanEck und dem Grayscale Mini-Trust. Abflüsse gab es lediglich in geringem Umfang bei Valkyrie.

Die Verteilung der Mittel deutet auf eine weiterhin hohe Konzentration der Nachfrage hin. Während einzelne Anbieter Kapital einsammeln, bleibt die Marktbreite begrenzt. Gerade BlackRock dominiert das Flow-Geschehen seit Wochen deutlich und bestimmt damit maßgeblich die Richtung der täglichen Gesamtbilanz.
Trendwechsel nach Abflüssen Anfang März
Der jüngste Zufluss ist vor dem Hintergrund der starken Mittelabzüge Anfang März zu sehen. Am 5. und 6. März hatten Investoren noch insgesamt rund 577 Millionen US-Dollar aus Bitcoin-ETFs abgezogen. Diese Phase erhöhter Risikoaversion scheint sich nun zumindest vorübergehend abzuschwächen.
Bereits in der vergangenen Woche hatte sich gezeigt, dass positive Flow-Tage schnell wieder größere Summen anziehen können. So lagen die Nettozuflüsse am 2. März noch bei über 450 Millionen US-Dollar, bevor eine deutliche Korrektur folgte. Das aktuelle Muster mit zwei positiven Tagen hintereinander könnte daher als kurzfristige Stabilisierung interpretiert werden, ohne jedoch einen nachhaltigen Trendwechsel zu bestätigen.
ETF-Flows gelten am Kryptomarkt als wichtiger Nachfrageindikator, weil sie reale Kapitalbewegungen institutioneller und vermögender Anleger widerspiegeln. Anders als kurzfristige Handelsvolumina zeigen sie, ob strategische Positionierungen aufgebaut oder reduziert werden.
Bitcoin-Preis bleibt hochvolatil
Die Kapitalzuflüsse trafen auf einen weiterhin nervösen Markt. Bitcoin notierte am Mittwochvormittag bei rund 69.563 US-Dollar und hatte damit einen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Am Dienstagabend war die Kryptowährung zwischenzeitlich bis auf etwa 71.612 US-Dollar gestiegen.
Die starke Schwankungsbreite unterstreicht, dass positive ETF-Flows derzeit nicht automatisch zu nachhaltigen Kursanstiegen führen. Vielmehr reagieren Marktteilnehmer sensibel auf kurzfristige Liquiditätsimpulse und mögliche Gewinnmitnahmen nach schnellen Aufwärtsbewegungen.
Auch Ethereum zeigte sich stabil, ohne deutliche Dynamik zu entwickeln. Der Kurs hielt sich zuletzt bei etwa 2.018 US-Dollar.
Ethereum-ETFs mit leichten Zuflüssen
Parallel zu den Bitcoin-Produkten verzeichneten die US-Spot-Ethereum-ETFs am Dienstag Nettozuflüsse von 12,6 Millionen US-Dollar. Den größten Beitrag lieferte Fidelity mit 10,7 Millionen US-Dollar, während beim Grayscale Mini-Trust zusätzliche 1,9 Millionen US-Dollar verbucht wurden.
Damit drehte die Flow-Bilanz nach den Abflüssen vom Wochenbeginn wieder ins Positive. Insgesamt bleiben die Mittelbewegungen im Ethereum-Segment jedoch deutlich kleiner als bei Bitcoin. Auch hier zeigt sich eine selektive Nachfrage, die sich auf einzelne Anbieter konzentriert.

Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Seit 2018 berichtet er über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
