Bitcoin-ETFs: 526,7 Millionen Dollar Zufluss am Montag – Wende in Sicht?

Raphael Lulay

20.10.2026, 08:38 Uhr

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten am 19. Oktober netto 526,7 Millionen US-Dollar Zufluss – den stärksten Handelstag seit dem 22. September.
  • BlackRocks IBIT war der einzige Fonds mit Nettozuflüssen. Fidelity und Grayscale verloren Kapital.
  • Der starke Montag gleicht knapp 86 Prozent des bisherigen Oktober-Nettoabflusses aus. Die Erholung steht allerdings noch auf schmaler Basis.

Die US-Bitcoin-Spot-ETFs haben zum Wochenstart kräftig Kapital eingesammelt. Nach Daten von Farside Investors flossen den Fonds am Montag, dem 19. Oktober 2026, netto 526,7 Millionen US-Dollar zu. Das ist der höchste Tageswert seit dem 22. September, als die Produkte 714,7 Millionen Dollar anzogen. Auffällig ist jedoch, wie stark das Ergebnis von einem einzigen Anbieter abhängt.

US-Bitcoin-Spot-ETFs: Nettozuflüsse und Nettoabflüsse am 19. Oktober 2026
Bitcoin-Spot-ETF Nettofluss in Mio. US-Dollar
BlackRock IBIT +665,2
Fidelity FBTC −83,6
Grayscale GBTC −54,9
Übrige neun erfasste Fonds zusammen 0,0
Gesamt +526,7

Quelle: Farside Investors. Positive Werte zeigen Nettozuflüsse, negative Werte Nettoabflüsse.

BlackRock trägt den gesamten ETF-Zufluss

BlackRocks iShares Bitcoin Trust sammelte allein 665,2 Millionen Dollar netto ein. Gleichzeitig verzeichnete Fidelitys FBTC Abflüsse von 83,6 Millionen Dollar. Aus Grayscales GBTC zogen Anleger weitere 54,9 Millionen Dollar ab. Die übrigen neun erfassten Fonds meldeten keine Nettoveränderung.

Damit übertrifft der Zufluss bei IBIT sogar das Gesamtergebnis aller Produkte. Eine breite Rückkehr der ETF-Käufer über mehrere Anbieter hinweg ist bislang nicht erkennbar. Aus den Tagesdaten geht zudem nicht hervor, welche Anlegergruppen hinter den Käufen stehen. Die Zuflüsse lassen sich deshalb nicht pauschal als Käufe institutioneller Investoren einordnen.

Oktober-Minus schrumpft auf 88 Millionen Dollar

Wie stark der Montag die Monatsbilanz verändert, zeigt unsere Berechnung auf Basis der Farside-Tagessalden: Bis einschließlich 16. Oktober hatten die Bitcoin-ETFs im laufenden Monat netto 614,7 Millionen Dollar verloren. Nach dem jüngsten Handelstag verbleibt ein Minus von rund 88 Millionen Dollar.

Ein einziger Handelstag gleicht damit knapp 86 Prozent des bisherigen Oktober-Nettoabflusses aus. Der Zufluss übersteigt außerdem die gesamten Nettoabflüsse der Vorwoche deutlich: Vom 12. bis 16. Oktober hatten Anleger unter dem Strich 228,4 Millionen Dollar abgezogen.

Die Dominanz von BlackRock zeigt sich auch im Monatsvergleich. IBIT kommt bis einschließlich 19. Oktober auf rund 854,7 Millionen Dollar Nettozufluss. Die übrigen erfassten Fonds verlieren zusammen dagegen rund 942,7 Millionen Dollar.

Der beinahe ausgeglichene Monatssaldo verdeckt somit eine erhebliche Verschiebung zwischen den Produkten. Ob einzelne Anleger tatsächlich von einem Fonds in einen anderen wechseln, lässt sich aus diesen Zahlen allerdings nicht ablesen.

Onchain-Daten zeigen ein gemischtes Bild

Ergänzende Daten von Glassnode helfen, den ETF-Zufluss einzuordnen. Der am 19. Oktober veröffentlichte Wochenbericht betrachtet den Zeitraum bis zum 18. Oktober. Die starken Montagszuflüsse sind darin noch nicht enthalten.

Bis dahin überwogen am Spotmarkt weiterhin aggressive Verkäufe. Auch auf der Blockchain blieb die Aktivität verhalten: Das um interne Transfers bereinigte Transfervolumen sank gegenüber der Vorwoche um 10,6 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig verzeichnete die realisierte Marktkapitalisierung ein monatliches Plus von rund 1,3 Prozent. Diese Kennzahl bewertet Bitcoin anhand des Kurses bei der jeweils letzten Onchain-Bewegung. Glassnode wertet die Entwicklung als Hinweis auf Kapitalzufluss, stellt aber auch ein wachsendes Gewicht neuerer, stärker preisempfindlicher Halter fest.

Der starke ETF-Montag verbessert damit die Ausgangslage nach zwei Wochen mit Nettoabflüssen. Für eine breiter getragene Erholung müssten weitere Zuflüsse und stärkerer Kaufdruck am Spotmarkt hinzukommen. Bislang hängt die Gegenbewegung im ETF-Segment vollständig an BlackRock.

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