Bitcoin-ETFs verlieren am 17. Juni erneut 82 Millionen Dollar – IBIT dreht ins Minus

Raphael Lulay

18.06.2026, 10:30 Uhr

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Die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs bleiben unter Druck. Am 17. Juni 2026 zogen Anleger netto 82,2 Millionen Dollar aus den zwölf gelisteten Produkten ab – der Rückfall in die roten Zahlen nach einem kurzen Erholungsversuch zur Wochenmitte. Bereits am Vortag hatte das Segment mit 10,2 Millionen Dollar nur einen marginalen Zufluss verbucht, der die zwischenzeitliche Stabilisierung kaum trug.

Der jüngste Abfluss reiht sich in ein Muster ein, das den gesamten Juni prägt. Nach einer brutalen Phase Anfang des Monats, in der allein zwischen dem 1. und 5. Juni über 1,7 Milliarden Dollar abflossen, folgte am 12. Juni eine kurze Gegenbewegung mit 85,9 Millionen Dollar Zufluss – der erste Handelstag seit Wochen, an dem keiner der zwölf Fonds einen Abfluss meldete. Diese Atempause hielt nicht lange. Seit dem 15. Juni dominieren wieder Verkäufe.

BlackRocks IBIT kippt zurück ins Minus

Auffällig ist die Rolle des Marktführers. BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT), der über weite Strecken als Stabilitätsanker fungierte, verzeichnete am 17. Juni selbst einen Abfluss von 30,8 Millionen Dollar. Nach zwei Tagen mit Zuflüssen (66,4 Mio. am 15. Juni, 16,4 Mio. am 16. Juni) dreht der größte Spot-ETF damit erneut. Den Großteil der Verkäufe trug allerdings ARKB von Ark Invest mit 43,5 Millionen Dollar Abfluss – der höchste Einzelwert des Tages. Hinzu kamen kleinere Abflüsse bei Invesco (6,4 Mio.), VanEck (4,1 Mio.) und Grayscales hochpreisigem GBTC (15,5 Mio.). Gegenläufig stand lediglich Fidelitys FBTC mit 14,0 Millionen Dollar Zufluss.

Das Bild bestätigt die seit Monaten beobachtbare Dynamik: GBTC mit seiner Kostenquote von 1,50 Prozent bleibt der Fonds, der in Risk-off-Phasen zuerst abgestoßen wird, während die günstigen Kernprodukte vergleichsweise stabil bleiben. Auf Jahressicht stehen die US-Spot-ETFs mittlerweile mit rund 2,6 Milliarden Dollar netto im Minus – eine Umkehr gegenüber den kräftigen Zuflüssen des Vorjahreszeitraums.

Kurs hält sich trotz Abflüssen – Blick richtet sich auf die Fed

Bemerkenswert ist die relative Robustheit des Bitcoin-Kurses. Trotz der anhaltenden ETF-Abflüsse notierte BTC am 17. Juni bei rund 65.000 Dollar und damit etwa 6 Prozent höher als eine Woche zuvor. Die geopolitische Entspannung rund um einen möglichen US-Iran-Friedensschluss stützte zuletzt die Stimmung. Gleichzeitig richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, die als entscheidender Impulsgeber für die kommenden Handelstage gilt.

On-Chain-Daten liefern zudem ein differenzierteres Bild: Langfristige Halter sollen im Juni rund 125.000 BTC aufgenommen haben, was die Abgaben über die ETF-Schiene teilweise auffängt. Ob daraus eine nachhaltige Bodenbildung wird, hängt maßgeblich davon ab, wann die institutionelle Nachfrage über die Fonds zurückkehrt. Ein einzelner grüner Tag, so die wiederkehrende Einschätzung am Markt, markiert noch keine Trendwende.

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