Der Bitcoin-Kurs hat sich am Sonntagabend weiter über der 78.000-Dollar-Marke gehalten und liefert damit eine positive Vorlage für den Wochenstart. Die führende Kryptowährung notiert gegen 21:00 Uhr deutscher Zeit bei rund 78.250 US-Dollar, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vortag und ein Wochenplus von 3,6 Prozent. Auch Ethereum legt zu und steht bei 2.361 US-Dollar (+2,1 Prozent in 24 Stunden).
Die Vorzeichen für die neue Handelswoche fallen damit klar positiv aus – auch wenn die kommenden Tage einige der wichtigsten Makro-Termine des laufenden Quartals bringen.
ETF-Zuflüsse: Streak seit Mitte April intakt
Hinter der ruhigen Kursentwicklung steht ein bemerkenswert robuster institutioneller Bid. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen seit dem 14. April durchgängig Nettozuflüsse. Allein in der Handelswoche bis zum 17. April flossen rund 996 Millionen US-Dollar netto in die Produkte – die dritte positive Woche in Folge. Spitzenreiter bleibt BlackRocks IBIT mit kumulierten Zuflüssen von über 64 Milliarden US-Dollar seit Auflage. Insgesamt summieren sich die Nettozuflüsse aller US-Spot-Bitcoin-ETFs inzwischen auf über 57 Milliarden US-Dollar.
Auch die Ethereum-Spot-ETFs zeigen institutionelle Nachfrage: Bis zum 22. April lief eine zehntägige Zuflussserie – die längste seit dem Marktstart der Produkte im Juli 2024. In Summe sammelten die ETH-ETFs über die Strecke rund 633 Millionen US-Dollar ein, die Gesamtbestände stiegen auf über 14 Milliarden US-Dollar.
Sentiment dreht – Retail aber zurückhaltend
Trotz der freundlichen Kursentwicklung bleibt die Stimmung gemischt. Der Crypto Fear & Greed Index liegt aktuell bei 33 Punkten und damit weiter im Bereich „Furcht“. Im Wochenschnitt der Vorwoche stand der Indikator bei 27, im Monatsschnitt sogar bei nur 13. Das Sentiment dreht also – allerdings von einem extrem niedrigen Niveau aus.
Auch das Retail-Interesse hinkt der Kursentwicklung deutlich hinterher: Die weltweite Google-Suchnachfrage nach „Bitcoin“ liegt aktuell auf einem 12-Monats-Tief mit einem Trend-Score von nur 31. Während institutionelle Investoren über ETFs nachkaufen, hält sich die breite Privatanleger-Schicht spürbar zurück.
FOMC-Sitzung als Schlüsselereignis der Woche
Im Zentrum der neuen Handelswoche steht die Sitzung des Federal Open Market Committee am 28. und 29. April. Laut CME FedWatch preisen die Märkte mit rund 94 Prozent Wahrscheinlichkeit eine unveränderte Leitzinsspanne von 3,5 bis 3,75 Prozent ein. Entscheidend dürfte weniger die Zinsentscheidung selbst sein, sondern der Ton von Fed-Chef Powell auf der anschließenden Pressekonferenz – insbesondere mit Blick auf die zuletzt wieder gestiegene US-Inflation (März: 3,3 Prozent).
Hinzu kommen weitere makroökonomische Datenpunkte mit Marktrelevanz: Am 30. April folgen Zinsentscheidungen von Bank of England und EZB, dazu werden in den USA das BIP für das erste Quartal sowie der Core-PCE-Index veröffentlicht – das vom Fed bevorzugte Inflationsmaß.
Ausblick
Charttechnisch bleibt der nächste relevante Widerstand bei 79.500 bis 80.000 US-Dollar. Auf der Unterseite stützen 77.200 sowie 75.000 US-Dollar. Die Bitcoin-Dominanz liegt mit knapp 60 Prozent weiter klar im „Bitcoin-Season“-Bereich, der Altcoin Season Index notiert bei rund 30 Punkten.
Bei einer ausbleibenden Hawkish-Überraschung der Fed und anhaltenden ETF-Zuflüssen scheint die Tür Richtung 80.000 US-Dollar geöffnet. Eine Enttäuschung im Powell-Statement könnte die Kurse hingegen schnell wieder an die Unterstützungszone bei 75.000 US-Dollar drücken.
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Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens.
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