eToro-CEO Yoni Assia: KI soll Renditen nach oben treiben – Bitcoin-Kursziel bis 500.000 US-Dollar

Alex Merten

26.04.2026, 07:12 Uhr

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eToro-Gründer und CEO Yoni Assia rechnet damit, dass Künstliche Intelligenz die Kapitalmarktrenditen nicht drücken, sondern erhöhen wird. In einem Interview mit BTC-ECHO vom 24. April 2026 sagte Assia, smarte Investoren würden mithilfe von KI „zehnmal besser“ – das Ergebnis seien stärkeres Wirtschaftswachstum und mehr Billionen-Dollar-Unternehmen. Als Beispiele nannte er SpaceX, OpenAI und Anthropic.

Assia verwies auf die historische Entwicklung: Der Nasdaq 100 habe seit 2009 im Schnitt rund 15 Prozent Jahresrendite erzielt, der S&P 500 in den letzten 30 Jahren zweistellige Renditen. Sein erklärtes Ziel: eine KI, die konstant 25 bis 35 Prozent Jahresrendite liefert. Auf eToro sollen 5.000 professionelle Copy-Trading-Investoren mit KI-Werkzeugen ausgestattet werden, um die Renditen der sie kopierenden Nutzer zu verbessern. Spitzenreiter des Programms ist laut Assia der Trader Thomas P.J. mit rund 300 Millionen US-Dollar an kopiertem Kapital.

Übernahmewelle und Expansion

Nach dem Nasdaq-Börsengang im Mai 2025 verfügt eToro über rund 1,5 Milliarden US-Dollar Cash. Diese Woche kündigte das Unternehmen die Übernahme der Krypto-Wallet Zengo für 70 Millionen US-Dollar an. Kunden sollen damit künftig Zugriff auf über 10.000 Krypto-Assets erhalten – bislang sind es rund 200. Mindestens drei weitere Akquisitionen sollen 2026 folgen, Schwerpunkt USA. Parallel treibt eToro die geografische Expansion in Singapur, den USA und Lateinamerika voran.

Bitcoin-Prognose: 250.000 bis 500.000 US-Dollar

Für Bitcoin sieht Assia trotz aktueller Schwäche erhebliches Aufwärtspotenzial. Gemessen an der Marktkapitalisierung von Gold (rund 30 Billionen US-Dollar) gegenüber Bitcoin (circa zwei Billionen) bestehe Aufholbedarf. Das nächste Allzeithoch erwartet er zwischen 250.000 und 500.000 US-Dollar, voraussichtlich 2028 oder 2029. Zusätzlich verwies Assia auf den anstehenden Vermögenstransfer von 140 Billionen US-Dollar, der in den kommenden 25 Jahren von den Babyboomern an Gen Y und Gen Z übergeht – eine Generation, die er als krypto-affin einordnet.

Einordnung: optimistische Ziele, legitime Zweifel

Assias Thesen sind mit Vorsicht zu lesen. Als CEO eines börsennotierten Brokers hat er ein klares Eigeninteresse an bullishen Markterwartungen. Die Annahme, dass KI die durchschnittlichen Renditen dauerhaft nach oben verschiebt, widerspricht der gängigen ökonomischen Logik, wonach breitere Verfügbarkeit effizienter Werkzeuge Informationsvorsprünge abbaut und Alpha tendenziell verringert. Der Verweis auf Renaissance Capitals Medallion Fund als Vorbild ist zudem problematisch: Dessen Renditen gelten als extremer Ausreißer, nicht als skalierbares Modell. Auch das Kursziel von bis zu 500.000 US-Dollar für Bitcoin liegt am oberen Ende bestehender Analystenprognosen und basiert auf der umstrittenen Annahme, dass Bitcoin die Marktkapitalisierung von Gold nennenswert einholt.

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