Bitwise-CIO Hougan: Finanzberater interessieren sich für Stablecoins und Tokenisierung – weniger für Bitcoin

Alex Merten

11.06.2026, 10:59 Uhr

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Bitwise-Chefanlagestratege Matt Hougan hat an einem einzigen Tag mehr als 40 Finanzberater gesprochen – nach eigener Aussage so viele wie noch nie in seinen acht Jahren bei dem US-Vermögensverwalter. Aus den acht Verkaufsgesprächen, die er an einem Montag führte, zieht er in seinem wöchentlichen CIO-Memo zwei zentrale Schlüsse: Das Interesse an Kryptowährungen ist trotz des aktuellen Bärenmarkts ungebrochen. Und die Aufmerksamkeit der Berater richtet sich stärker auf Stablecoins und Tokenisierung als auf Bitcoin.

Für Hougan ist vor allem der erste Punkt von Bedeutung. Jeder neue Bullenmarkt der Krypto-Geschichte sei bislang von einer Kombination aus neuen Produkten und einer neuen Investorenklasse getragen worden – von Ethereum und ersten Privatanlegern nach 2014 über den DeFi-Sommer 2020 bis hin zu den Bitcoin-ETFs nach dem FTX-Kollaps. Die entscheidende neue Käufergruppe für den nächsten Zyklus sieht er bei Finanzberatern und institutionellen Anlegern. Dass diese trotz der Kursrückgänge interessiert bleiben, wertet er als gutes Zeichen.

Fokus verschiebt sich weg von Bitcoin

Bemerkenswerter ist für Hougan jedoch die thematische Verschiebung. In Gespräch um Gespräch hätten die Berater deutlich mehr Neugier für reale Anwendungsfälle wie Stablecoins, Tokenisierung und globale Zahlungen gezeigt als für Bitcoin selbst. Den Grund sieht er zweigeteilt: Zum einen sei die sogenannte Fiat-Debasement-These – also die Sorge vor Geldentwertung – in den Hintergrund gerückt; Gold notiere rund 20 Prozent unter seinem Allzeithoch. Zum anderen dominierten Stablecoins und Tokenisierung inzwischen die öffentliche Debatte, befeuert durch prominente Stimmen wie SEC-Chef Paul Atkins, Goldman-Sachs-CEO David Solomon oder BlackRock-Chef Larry Fink.

Den aktuellen Bitcoin-Kurs um 60.000 US-Dollar bezeichnet Hougan dennoch als für langfristige Anleger attraktiv – und schließt nicht aus, dass die größte Kryptowährung auch diesen Bärenmarkt anführen könnte.

Welche Assets profitieren könnten

Sollten Finanzberater tatsächlich zum entscheidenden Nettokäufer des nächsten Zyklus werden, dürfte das Kapital laut Hougan zuerst in Stablecoin- und Tokenisierungs-nahe Werte fließen. Genannt wurden in den Gesprächen unter anderem Ethereum (ETH), Solana (SOL), Canton (CC), Chainlink (LINK) und Avalanche (AVAX). Daneben kämen Token mit anspruchsvollen Trading-Anwendungen wie Hyperliquid (HYPE) sowie börsennotierte Krypto-Unternehmen wie Figure (FIGR), Circle (CRCL) und Coinbase (COIN) infrage.

Hougans Gesamteindruck: Die Berater – eine Gruppe, die zusammen mehr als 175 Billionen US-Dollar verwaltet – hätten heute eine deutlich breitere und differenziertere Sicht auf das Potenzial von Krypto als noch vor zwei Jahren. Genau das könnte aus seiner Sicht der Auslöser für den nächsten Bullenmarkt sein.

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