Mastercard launcht Agent Pay for Machines: Zahlungssystem für KI-Agenten mit Stablecoin-Anbindung

Raphael Lulay

11.06.2026, 10:48 Uhr

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Mastercard hat am Mittwoch ein neues Zahlungssystem vorgestellt, das KI-Agenten autonome Transaktionen ermöglichen soll. Der Dienst trägt den Namen Agent Pay for Machines (AP4M) und ist darauf ausgelegt, dass Software-Agenten und Maschinen Zahlungen selbstständig, kontinuierlich und in hoher Frequenz untereinander abwickeln – über Kartennetzwerke, Bankkonten und Stablecoins. Mehr als 30 Unternehmen aus den Bereichen Zahlungsverkehr, Technologie und Krypto sind als erste Partner an Bord.

Mastercard reagiert damit auf einen Markt, in dem KI-Systeme zunehmend Aufgaben im Auftrag von Nutzern und Unternehmen übernehmen – vom Buchen von Reisen über das Aufsetzen von Webseiten bis zum Einkauf digitaler Dienstleistungen. Der Konzern positioniert sein Zahlungsnetzwerk als Infrastruktur-Schicht für diesen sogenannten agentischen Handel.

Was AP4M technisch leistet

Anders als klassische Verbraucherzahlungen, die ein Mensch auslöst und die einzeln verarbeitet werden, arbeitet AP4M als dauerhaft laufendes System im Hintergrund des digitalen Handels. Es soll auch Mikrotransaktionen ermöglichen, die nur Bruchteile eines Cents kosten – Beträge, die herkömmliche Zahlungswege als zu teuer für eine Abwicklung behandeln.

Das System stützt sich auf vier Kernfunktionen. Über ein Verfahren namens Verifiable Intent erhält jeder Agent eine prüfbare Identität, damit er sich als autorisiert ausweisen kann. Ein Berechtigungssystem erlaubt es Unternehmen, Freigaberegeln und Ausgabenlimits festzulegen, die programmatisch durchgesetzt werden. Hinzu kommen die eigentliche Transaktionsabwicklung sowie eine garantierte Verrechnung über mehrere Zahlungsschienen hinweg – Karten, Konten und Stablecoins.

Jorn Lambert, Chief Product Officer bei Mastercard, sprach davon, dass AP4M die Voraussetzungen für eine breite Welle neuer KI-Geschäftsmodelle schaffen werde. Zugleich dämpfte Finanzchef Sachin Mehra die kurzfristigen Erwartungen: Ein großer Umsatztreiber für das kommende Jahr sei das Produkt nicht, wohl aber ein perspektivisch relevanter neuer Markt über die nächsten fünf Jahre.

Krypto-Firmen unter den ersten Partnern

Zu den über 30 Erstpartnern zählen unter anderem Adyen, Ant International, BVNK, Checkout.com, Cloudflare, Coinbase, Global Payments, OKX, Stripe und Tempo. Auf Krypto-Seite sind zudem Aave Labs, Alchemy, Anchorage Digital, MoonPay, Polygon, Ripple und Solana beteiligt. Berechtigungen und Zugangsdaten der Agenten sollen zunächst auf den Blockchains Polygon, Solana und Base erfasst werden.

Der Schritt fügt sich in Mastercards breitere Krypto-Strategie ein. Der Konzern unterstützt bereits die Karten-Verrechnung über Stablecoins wie USDC, PYUSD und RLUSD und hatte im März die Übernahme des Stablecoin-Startups BVNK vereinbart. AP4M baut auf dem 2025 eingeführten Agent-Pay-Programm auf, das den Rahmen für die Teilnahme von KI-Agenten am Zahlungsverkehr abstecken sollte.

AP4M tritt in ein zunehmend umkämpftes Feld ein: Auch Visa, Stripe und Google haben im vergangenen Jahr eigene Werkzeuge oder Standards für Agenten-Zahlungen veröffentlicht. Die tatsächlichen Transaktionsvolumina machen bislang allerdings nur einen kleinen Bruchteil des kommerziellen Zahlungsflusses aus. Mastercard kündigte an, den Zugang zu Agent Pay for Machines im Laufe des Jahres auszuweiten.

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