Chainalysis setzt KI-Agenten für Blockchain-Analysen ein

Raphael Lulay

01.04.2026, 05:59 Uhr

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Der Blockchain-Analyseanbieter Chainalysis hat am 31. März auf seiner jährlichen Links-Konferenz in New York eine neue Generation von Analysetools vorgestellt: sogenannte „Blockchain Intelligence Agents“. Die KI-gestützten Systeme sollen ab diesem Sommer schrittweise eingeführt werden und Ermittlungen auf der Blockchain grundlegend beschleunigen.

Konkret verspricht Chainalysis, dass Ermittlungsworkflows über mehrere Blockchains hinweg – bisher ein Aufwand von Tagen – künftig in Minuten abgeschlossen werden können, inklusive vollständiger Prüfpfade. Weitere geplante Einsatzgebiete sind die automatische Anreicherung von Compliance-Warnmeldungen, die Erstellung strukturierter Ermittlungsberichte auf Abruf sowie die automatisierte Sammlung von Open-Source-Intelligence. CEO Jonathan Levin betonte, dass Menschen den Automatisierungsgrad stets selbst festlegen – die Agenten treffen keine eigenständigen Entscheidungen.

Der Hintergrund ist konkret: Laut dem aktuellen Crypto Crime Report des Unternehmens erhielten illegale Adressen im Jahr 2025 mindestens 154 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 162 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Krypto-Betrug durch Scams und Fraud wird auf bis zu 17 Milliarden Dollar geschätzt. Nordkoreanische Hackergruppen stahlen allein mehr als zwei Milliarden Dollar. Levin begründete die Entwicklung der KI-Agenten direkt damit: Kriminelle setzen KI bereits ein, um ihre Operationen zu skalieren – Ermittler müssten dasselbe tun.

Chainalysis gilt als führender Anbieter in der Blockchain-Forensik. Die Datenbasis des Unternehmens umfasst Milliarden ausgewerteter Transaktionen und mehr als zehn Millionen durchgeführte Ermittlungen. Chainalysis-Analysen wurden in mehreren internationalen Gerichtsverfahren als zuverlässig und gerichtsverwertbar anerkannt.

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