Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat am 27. September 2026 in einem Blogbeitrag beschrieben, wie sich das Netzwerk bis 2030 grundlegend verändern soll. Sein Fazit: Ethereum entwickle sich zu einem „kryptografischen Weltcomputer“, der sich qualitativ von klassischen Blockchains wie Bitcoin unterscheide. Das Upgrade Hegota, laut Buterin für 2027 geplant, dürfte der letzte „normale“ Fork sein.
Buterin vergleicht dafür Ethereum in den Jahren 2015, 2025 und 2030 entlang der Abschnitte des Bitcoin-Whitepapers. Fast jeder Kernbereich ändert sich dabei grundlegend.
Ethereum Zukunft 2030: Was Buterin konkret beschreibt
Bei der Verifikation sollen Teilnehmer Blöcke nicht mehr vollständig herunterladen und neu berechnen. Stattdessen prüfen sie einen SNARK-Beweis, die Datenverfügbarkeit sichert PeerDAS.
Beim Konsens soll ein stärker optimiertes Proof of Stake mit Finalität nach wenigen Slots zum Einsatz kommen. Blöcke entstehen künftig durch mehrere Beteiligte statt durch einen einzelnen Produzenten.
Transaktionen werden mit teils quantensicheren Signaturen oder Zero-Knowledge-Beweisen autorisiert. Berechnungen laufen parallel statt seriell, und Signaturen und Beweise werden bereits im Mempool verarbeitet.
Ethereum Latenz: Von rund 200 Sekunden auf 8 bis 32 Sekunden
Buterin nennt für 2015 rund 17 Sekunden pro Block und etwa 200 Sekunden für zwölf Bestätigungen. Für 2030 peilt er vier bis acht Sekunden pro Slot und acht bis 32 Sekunden bis zur Finalität an.
Mit Servern könne Ethereum selbst nie bei der Latenz mithalten. Darüber liegende Infrastruktur könnte das aber leisten, ohne die Eigenschaften der Kette anzutasten.
Laut Buterin ist Hegota nach der Strawmap, der Roadmap der Entwickler, voraussichtlich der letzte Fork mit Technik, die auch jemand aus dem Jahr 2015 wiedererkennen würde. Danach folgen rekursive STARKs, automatisierte formale Verifikation, hochoptimierte Konsensalgorithmen und Quantensicherheit.
Mit PeerDAS habe der Übergang bereits begonnen. Nach Hegota werde er zur zentralen Entwicklungslinie von Ethereum.
Ist Ethereum 2030 noch eine Blockchain?
Die Bezeichnung „Blockchain“ gelte laut Buterin zu einem großen Teil aus historischen Gründen. Tatsächlich entstehe ein Hybrid aus Ideen von Satoshi Nakamoto und kryptografischen Verfahren, die 2009 noch nicht existierten oder nicht ausgereift waren.
Dezentralität werde zudem nicht mehr nur als Last für die Sicherheit verstanden. In einigen Fällen werde sie zur Stärke, etwa weil große Datenmengen parallel gespeichert werden können oder weil Metadaten besser verborgen bleiben.
Der Beitrag ist eine Roadmap-Skizze und keine fertige Implementierung. Zeitangaben wie 2027 für Hegota oder 2030 für die Zielarchitektur sind Planungen, keine festen Termine.
Buterin benennt auch Hürden. Zero-Knowledge-Beweise müssen effizient und sicher genug werden, was er als bereits stark optimierte, gekapselte Komplexität beschreibt. Schwieriger sei die Verwaltung und Parallelisierung des Zugriffs auf sehr große Zustandsmengen.
Als späteren Schritt nennt er Obfuscation (iO), die den Zielkonflikt zwischen Privatsphäre und Allgemeinheit der Berechnung auflösen könnte. Die übrigen Schlussfolgerungen seien davon unabhängig.
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Raphael Lulay ist Herausgeber und Redakteur von boersen-parkett.de. Er verfügt über einen akademischen Hintergrund in Politik, Soziologie und Verwaltung (B.A.) und berichtet seit 2018 über Kryptowährungen, Bitcoin, Altcoins und digitale Kapitalmärkte. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf Block-Builders.de und Bitcoin-2Go.de. Zuvor schrieb er auch für Finanzpublikationen wie Fonds Finanz und das B.MAG Bankenmagazin. Sein Fokus liegt auf der datenbasierten Einordnung von Marktbewegungen, Kapitalflüssen, Regulierung und Krypto-Trends für Anleger. E-Mail: [email protected]
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